Der Alltag in Spitälern gleicht oft einem Dauerlauf. Angesichts steigender Fallzahlen, Personalmangel, neuer Regularien und Kostendruck arbeitet das Fachpersonal permanent an der Belastungsgrenze. Digitalisierung wird dabei oft als Hebel für mehr Effizienz verstanden. Der «Digital Health Report 2025/26» der ZHAW zeigt aber, dass die digitale Reife im Schweizer Gesundheitswesen ausbaufähig ist. Gleichzeitig sind die Erwartungen der Bevölkerung hoch. Das elektronische Patientendossier (EPD), Telemedizin, E-Rezepte und der einfache Zugang zu Gesundheitsdaten werden breit unterstützt.
Severin Summermatter ist CEO von the I-EngineerszVg
Severin Summermatter ist CEO von the I-EngineerszVg
Tatsächlich wird in vielen Spitälern noch zu wenig systematisch digitalisiert. Insellösungen bremsen Prozesse und erhöhen den administrativen Aufwand des Personals. Der digitale Mehrwert entsteht erst mit durchgängigen Prozessen entlang der ganzen Patientenreise – von der Zuweisung über die Behandlung bis zur Nachsorge. Voraussetzung dafür ist Interoperabilität: die Fähigkeit unterschiedlicher IT-Systeme, Daten so auszutauschen und zu verstehen, dass sie nahtlos und systemübergreifend weiterverarbeitet werden können. Angefangen bei Bilddaten wie MRT- oder Röntgenaufnahmen bis hin zu Laborwerten, Austrittsberichten, Medikationsplänen oder Entlassungsformularen.
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Nahtlose Zusammenarbeit entlastet alle
Interoperabilität ist keine abstrakte IT-Idee, sondern die Grundlage für funktionierende Prozesse. Und das geschieht über Organisationsgrenzen hinweg. In der Praxis haben sich hierfür offene IT-Architektur-Plattformen bewährt, wie sie etwa der E-Health-Anbieter I-Engineers mit Health-Engine realisiert. Solche Ansätze erlauben es, bewährte Legacy-Systeme weiter zu nutzen und gleichzeitig neue digitale Anwendungen, Services oder Portale schrittweise anzubinden. Entscheidend ist dabei nicht die Software allein, sondern deren Fähigkeit, sich passgenau in die bestehenden, oft hochkomplexen Spitalprozesse einzufügen.
Die Stakeholder digital begleiten
Die Hebelwirkung zeigt sich konkret in der Anwendung: Auf der Plattform werden integrierte Patienten- und Zuweiserportale sowie Portallösungen für die Verlegung und für interne Prozesse aufgebaut. Im Patientenportal buchen Patientinnen und Patienten beispielsweise Termine online, füllen Überweisungsformulare und Fragebögen digital aus und geben ihre Befunde an die beteiligten Gesundheitseinrichtungen frei. Das Zuweiserportal ermöglicht Ärztinnen und Ärzten in ihrer Praxis einen direkten und sicheren Zugriff auf Überweisungen, Statusmeldungen sowie auf Labor- und Bilddaten. Das vereinfacht die Zusammenarbeit mit den Spitälern und reduziert Rückfragen.
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Grossprojekt in Deutschland
Welche Dimensionen solche Lösungen erreichen können, zeigt das Grossprojekt «Mein-Krankenhaus.Digital» in Deutschland. Über 140 Spitäler sind miteinander verbunden und für Patienten digital erreichbar – eine der grössten Gesundheitsplattformen deutschlandweit. Zum Vergleich: Die Anzahl der teilnehmenden Einrichtungen entspricht mehr als der Hälfte aller Spitäler in der Schweiz.
Das Projekt unterscheidet sich grundlegend von herkömmlichen Beschaffungsprozessen im Gesundheitswesen. Denn die Struktur der Spitäler ist wie in der Schweiz durch föderale Zuständigkeiten, sektorale Grenzen und Selbstverwaltung geprägt. Digitalisierung hat daher meist auf Ebene einzelner Häuser stattgefunden, häufig isoliert und ohne übergreifende Koordination. Zu Beginn von «Mein-Krankenhaus.Digital» stand dagegen die Vision mehrerer Spitäler, dass die Realisierung von Patientenportalen nur dann sinnvoll ist, wenn übergreifend gedacht wird. Denn kein Patient registriert sich gerne einzeln für jedes Spital. Innerhalb von nur zwölf Monaten wurde schliesslich eine Plattform aufgebaut, die zentrale Prozesse der gesamten Patientenreise im Spital digital abbildet.
Die Schweiz muss die Chance nutzen
Schweizer Spitäler, insbesondere jene mit mehreren Standorten, haben die Voraussetzungen, um vergleichbare Lösungen umzusetzen. Entscheidend ist ein gemeinschaftliches Handeln. Gerade in Agglomerationen mit ihren dichten Spitallandschaften und ihrem breiten Netzwerk an Praxen bietet sich die Chance, eine Vorreiterrolle einzunehmen und vernetzte Versorgung konkret umzusetzen.
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Das Universitätsspital Basel nutzt eine entsprechende Plattform für sein Patienten- und Zuweiserportal bereits heute. Regionen wie der Grossraum Zürich sind prädestiniert dafür, die Interoperabilität als Instrument einer übergeordneten Digitalisierung zu nutzen.
Der entscheidende Schritt bleibt: Informationen müssen systemübergreifend zusammengeführt und verständlich nutzbar gemacht werden. Das ermöglicht eine effiziente interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Abteilungen, Funktionsbereichen und Standorten und verbessert damit letztlich die Gesundheitsversorgung.
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