Als Hidden Champions bezeichnet man führende Unternehmen, die abseits der breiten Öffentlichkeit in ihren Märkten sehr erfolgreich arbeiten. Im wirtschaftsstarken Kanton Zug, der durch seine Branchencluster in Hightech, Medtech und Life Sciences geprägt ist, finden sich gleich mehrere solcher Weltmarktführer. Stadler Form beispielsweise, ein Zuger Unternehmen, das vor knapp dreissig Jahren gegründet wurde, hat sich zu einem der weltweit führenden Anbieter von Luftverbesserungsgeräten, Luftbefeuchtern und Ventilatoren entwickelt. SHL Medical ist ein Hersteller von fortschrittlichen Systemen zur Medikamenten-Selbstverabreichung, beispielsweise in Form von Autoinjektoren für Diabetiker und Krebspatienten. Die Firma Medela mit Sitz in Baar ist globaler Marktführer bei medizinischen Vakuumtechnologien, insbesondere für professionelle Milchpumpen und spezialisierte medizinische Saugsysteme im Klinikbereich. Oder Luxoft: Dieses Unternehmen ist ein hochinnovativer IT-Dienstleister, der weltweit die Software-Infrastrukturen für autonome Fahrzeuge und komplexe Finanzsysteme entwickelt.
Lokal verankert, weltweit tätig
Abnox ist beispielsweise ein familiengeführtes Unternehmen, das seit über achtzig Jahren Systempartner für integrierte Prozesse in der Dosier-, Schmier- und Spanntechnik ist. Die Firma bietet nicht nur einzelne Produkte, sondern aufeinander abgestimmte Systemlösungen für die Handhabung von Schmierstoffen und Ölen. «Lokal verankert, weltweit tätig», beschreibt Abnox-CEO Matthias Iseli Anspruch und Reichweite der Firma. «Unser Alleinstellungsmerkmal sind kosteneffiziente Kundenlösungen für sichere, saubere und hochpräzise Dosierungen anspruchsvoller Medien», so Iseli weiter. «Hierbei geht es darum, Schmierstoffe wie Fette und Öle mit unserer Fördertechnik vom Originalgebinde zum exakten Materialauftrag durch unsere Dosierventile zu fördern und punktgenau aufzutragen.»
Den Standort Zug beurteilt Iseli als «sehr wirtschaftsfreundlich, wir schätzen die Nähe zwischen Politik und Wirtschaft». Schwierigkeiten bereitet die Wohnungssituation, da viele der Mitarbeitenden hier keinen bezahlbaren Wohnraum finden. «Die Weltwirtschaftssituation ist sehr angespannt», sagt Iseli im Hinblick auf das aktuelle Umfeld. Zudem änderten sich fast täglich unnötige Zölle oder Handelshemmnisse, was eine Planung sehr schwierig mache. An der Grundhaltung ändert sich bei Iseli dadurch nichts: «Als breit abgestütztes KMU mit weltweit verlässlichen Partnern schauen wir aber vorsichtig optimistisch in die Zukunft, da Agilität eine unserer Stärken ist.»
Lokale Abwehr gegen weltweite Angreifer
Auch Infoguard zählt zu den Hidden Champions. Die Firma ist ein spezialisiertes Cybersecurity-Unternehmen mit Hauptsitz in Baar/Zug und Standorten in der Schweiz, Deutschland und Österreich. «Mit über 350 Mitarbeitenden unterstützen wir Unternehmen und Organisationen dabei, ihre IT-, OT- und Cloud-Infrastrukturen wirksam vor Cyberrisiken zu schützen – von Security-Consulting und -Architektur über Managed Security Services bis hin zu Incident Response und 24/7-Cyberdefence-Services aus unseren eigenen Cyberdefence-Centers», erklärt CEO Thomas Meier zu Auftritt und Geschäftsmodell. «Unsere Stärke ist dabei die 360-Grad-Perspektive auf Cybersicherheit: strategisch, technologisch und operativ.»
Besonders in den Bereichen Cyberdefence, SOC-Services und Incident Response zählt Meier das Unternehmen im deutschsprachigen Raum zu den etablierten Spezialisten. «Ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal ist, dass wir unsere Leistungen aus eigenen, ISO-27 001-zertifizierten Cyberdefence-Centers in der Schweiz und Deutschland erbringen, die rund um die Uhr besetzt sind und gleichzeitig hohe Anforderungen an Datensouveränität erfüllen», so Meier weiter. «Der Kanton Zug bietet technologieorientierten Unternehmen hervorragende Rahmenbedingungen.» Die internationale Ausrichtung, die hohe Innovationskraft sowie die Nähe zu Unternehmen, Hochschulen und qualifizierten Fachkräften würden ein sehr dynamisches Umfeld schaffen. «Gleichzeitig schätzen wir die Verlässlichkeit, die hohe Standortqualität und die starke Vernetzung innerhalb des Wirtschaftsraums Zug.»
Cybersecurity wird strategisches Thema
Die Bedrohungslage im Cyberraum entwickelt sich laut Meier mit hoher Geschwindigkeit weiter. Er nennt unter anderem den verstärkten Einsatz von künstlicher Intelligenz, die zunehmende Professionalisierung von Cyberkriminellen und immer komplexere IT- und Cloud-Umgebungen. «Gleichzeitig wird Cybersecurity zunehmend zu einem strategischen Thema auf Managementebene», so Meier. «Wir begegnen diesen Herausforderungen mit kontinuierlichen Investitionen in unsere Mitarbeitenden, unsere Technologien und unsere Cyberdefence-Fähigkeiten. Unser Ziel ist es, unsere Kunden auch künftig wirksam vor Cyberrisiken zu schützen.»