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Gastbeitrag

Nachlassplanung mit Weitblick

Der Generationenwechsel bringt oft finanzielle Engpässe mit sich. Lebensversicherungen bieten hier eine Brücke für rasche Liquidität.

Aron Veress

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Gemeinsam die Vermögensnachfolge regeln schafft bleibende Werte. Getty Images

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Jährlich werden in der Schweiz Milliardenbeträge vererbt oder verschenkt – Tendenz steigend. Mit dieser Entwicklung rückt eine Frage stärker in den Vordergrund: Wie lässt sich Vermögen so weitergeben, dass es im entscheidenden Moment zugänglich ist und zugleich dem Willen des Erblassers entspricht?
Der Autor
Aron Veress, CEO der Liechtenstein Life Assurance
In vielen Fällen geht es heute weniger um die reine Steuerfrage als um Liquidität, Klarheit und eine geordnete Umsetzung der Nachfolge. Für eine solche Vermögensübertragung stehen verschiedene Instrumente zur Verfügung. Dazu zählen lebzeitige Schenkungen, erbrechtliche Regelungen, Erbverträge, aber auch Versicherungslösungen. Ob eines dieser Instrumente oder eine Kombination geeignet ist, hängt stark von der familiären Situation, der Vermögenszusammensetzung und den Zielen der Beteiligten ab.
Rückkauffähige Lebensversicherungen gewinnen in diesem Zusammenhang an Bedeutung. Gemeint sind kapitalbildende Policen mit primärem Veranlagungscharakter, wie sie etwa im Rahmen der privaten Vorsorge eingesetzt werden. Sie verbinden Vermögensaufbau mit der Möglichkeit, Vermögen gezielt und mit klarer Struktur weiterzugeben.

Liquidität im Todesfall

Ein wesentlicher Vorteil liegt in der direkten Begünstigung. Die Todesfallleistung wird in der Regel unmittelbar an die in der Police festgelegten Personen ausbezahlt. Aus erbrechtlicher Sicht können sich hier interessante Gestaltungsmöglichkeiten ergeben, denn bei rückkauffähigen Lebensversicherungen wird für die Berechnung von Pflichtteilsansprüchen in der Regel der Rückkaufswert und nicht die gesamte Todesfallleistung der Police berücksichtigt. Durch eine individuell definierte Risikosumme kann eine Leistung im Todesfall vereinbart werden, die das Anlagevermögen der Police unter Umständen deutlich übersteigt. Hinterbliebenen steht beim Ableben der versicherten Person somit rasch liquides Vermögen zur Verfügung.

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Gerade im Todesfall kann das entscheidend sein. Hypotheken, laufende Ausgaben, Unterhaltsverpflichtungen oder andere finanzielle Belastungen bestehen unabhängig davon weiter, wie lange die Abwicklung eines Nachlasses dauert. Eine Versicherungslösung kann hier eine Überbrückungsfunktion übernehmen und verhindern, dass kurzfristig Vermögenswerte verkauft werden müssen. Hinzu kommt die Planbarkeit: Wer Begünstigte und Leistungen klar festlegt, schafft Transparenz und reduziert Unsicherheiten. Das ist besonders in Konkubinats- oder Patchwork-Situationen relevant, in denen die gesetzliche Ausgangslage nicht immer die familiäre Realität abdeckt. Die konkrete Ausgestaltung sollte jedoch immer im Kontext der individuellen familiären und rechtlichen Situation geprüft werden.
Steuerlich ist die Lage in der Schweiz kantonal unterschiedlich. In vielen Kantonen sind Übertragungen an Ehepartner und direkte Nachkommen privilegiert, während bei anderen Begünstigten steuerliche Folgen entstehen können. Während der Laufzeit unterliegt in der Regel der Rückkaufswert der Vermögenssteuer.
Lebensversicherungen werden häufig in erster Linie mit Vorsorge und Absicherung verbunden. In der Nachlassplanung können sie aber darüber hinaus als Instrument dienen, um Vermögen strukturiert und mit definierter Leistung weiterzugeben. So kann zum Beispiel vorgesehen werden, dass eine Auszahlung im Todesfall erst ab einem bestimmten Alter oder nach Eintritt definierter Ereignisse erfolgt. Diese Gestaltungsmöglichkeiten schaffen Handlungsspielraum und ermöglichen es, Vermögenswerte nicht nur mit einer eindeutigen Begünstigung zu versehen, sondern die Weitergabe auch im Sinne einer langfristigen Nachlassplanung zu strukturieren.Wie bei jeder langfristigen Lösung gilt jedoch: Struktur, Kosten und Flexibilität unterscheiden sich je nach Ausgestaltung. Eine sorgfältige Abstimmung auf die individuelle Vermögens- und Familiensituation bleibt entscheidend. Ein Gespräch mit einem qualifizierten Berater kann helfen, die passende Lösung im konkreten Einzelfall zu finden.

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Vermögen klug übertragen

Nachlassplanung bedeutet heute weit mehr als die Regelung eines Testaments. Im Zentrum steht zunehmend die Frage, wie Vermögen geordnet, liquide und mit möglichst wenig Reibungsverlust übertragen werden kann. Rückkauffähige Lebensversicherungen sind dabei in der Regel ein sinnvoller Baustein – vorausgesetzt, sie werden in eine stimmige Gesamtplanung eingebettet.
Gerade bei substanziellen Vermögen lohnt es sich deshalb, bestehende Nachlassstrukturen regelmässig zu überprüfen und um liquide Elemente zu ergänzen, wo es sinnvoll ist. Denn durchdachte Nachfolgeplanung beginnt nicht erst im Erbfall, sondern deutlich früher.

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