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Gastbeitrag

Worauf es bei Sparplänen ankommt

ETF-Sparpläne erleben ein Rekordwachstum. Dabei konzentriert sich der Boom auf wenige Indizes. Diese gilt es zu vergleichen.

Manuel Fuchs

Beste Abdeckung als Erfolgsrezept bei ETF-Sparplänen.
Beste Abdeckung als Erfolgsrezept bei ETF-Sparplänen.Getty Images

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Nach Angaben von BX Swiss lag von Januar bis Juli 2026 das über diese Börse ausgeführte ETF-Sparplanvolumen fast 45 Prozent über dem Vorjahreswert. Knapp die Hälfte floss in vier ETFs auf den FTSE-All-World-Index, der neben Industrieländern auch Schwellenländer abbildet. Das fällt auf. Denn es zeigt, dass die Anleger verstehen, dass nicht kurzfristige Trends die Rangliste anführen, sondern Breite und Langfristigkeit.

Kosten, Index und Risikoprofil entscheiden

Das Narrativ über ETF-Sparpläne ist jedoch differenzierter, als die Wachstumszahl suggeriert. Gemäss der «ETF-Anlegerstudie Schweiz 2025» der Hochschule Luzern nutzen 44 Prozent der Schweizer Anleger generell Fondssparpläne, überwiegend jedoch mit klassischen Anlagefonds statt ETFs, meist über die Säule 3a. Spezifische ETF-Sparpläne setzen erst 9 Prozent ein. 48 Prozent der ETF-Anleger zeigen Interesse an Sparplänen. Zum Vergleich: In Kontinentaleuropa stieg das monatliche Sparplanvolumen 2025 um 29 Prozent auf 22,7 Milliarden Euro. Deutschland bleibt dabei der wichtigste Markt.

Der Autor

Manuel Fuchs, Leiter Wholesale & ETF Invesco Schweiz
Welt-ETFs punkten vor allem bei den effektiven Kosten. Die Total Expense Ratio (TER) weist die laufenden Fondskosten aus, erfasst aber weder Courtagen noch Geld-Brief-Spannen oder Depotgebühren. Gerade bei kleinen Sparraten können diese zusätzlichen Kosten einen wesentlichen Teil der Gesamtaufwände ausmachen. Wie gross die Unterschiede ausfallen, zeigt die Marktstudie von VZ Vermögenszentrum. Für die an der SIX kotierten ETFs wurde eine durchschnittliche Gesamtkostenquote von rund 0,30 Prozent ausgewiesen. Bei Produkten auf den MSCI World bewegte sich die TER zwischen 0,06 und 0,50 Prozent. Aussagekräftiger als der isolierte Vergleich der TER ist deshalb eine Betrachtung der gesamten laufenden und transaktionsbezogenen Kosten. Und auch die Bezeichnung «Welt» im Produktnamen sagt wenig über die tatsächliche Zusammensetzung aus.

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Der MSCI World umfasst grosse und mittelgrosse Unternehmen aus 23 Industrieländern (US-Anteil: 72 Prozent, keine Schwellenländer). Der FTSE All-World enthält zusätzlich Schwellenländer (10 Prozent) und kommt auf einen US-Anteil von rund 60 Prozent. Beide Indizes bilden somit unterschiedliche Anlageregionen ab. Ertragsverwendung und Fondsdomizil sind ebenfalls relevant. Bei thesaurierenden ETFs werden die Erträge im Fonds wieder angelegt. Dies kann sich auf die Abwicklung der Anlage und die Steuerdeklaration auswirken. Das Fondsdomizil beeinflusst unter anderem den Umgang mit Quellensteuern und deren Rückforderung. In der Säule 3a gelten zudem andere steuerliche und rechtliche Rahmenbedingungen als im freien Depot. Welche Variante im Einzelfall zweckmässig ist, hängt deshalb von der persönlichen Situation und vom jeweiligen Produkt ab. Auch bei Handelbarkeit und Ausführung gibt es Unterschiede. Sparpläne werden in der Regel zu festgelegten Terminen und ohne Limite ausgeführt. Die BX Swiss beobachtet, dass sich die Ausführungen zunehmend über den Monat verteilen, nachdem sie lange am Monatsanfang gebündelt waren. Der Ausführungszeitpunkt beeinflusst den Spread, besonders bei weniger liquiden Produkten. Auch die Fondsgrösse signalisiert Handelsfähigkeit: Die beiden grössten ETFs auf den FTSE All-World verwalten zusammen über 74 Milliarden Euro. Kleinere Produkte bieten zwar zum Teil eine tiefere TER, oft aber breitere Geld-Brief-Spannen. Für einen echten Kostenvergleich zählen deshalb Fondskosten und Handelsbedingungen gemeinsam.

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Renditeannahmen müssen unterschiedliche Marktphasen berücksichtigen. Der FTSE All-World erzielte über die vergangenen zehn Jahre rund 12 Prozent pro Jahr, der MSCI World über zwanzig Jahre im Durchschnitt etwa 9,1 Prozent. Beide Zeiträume waren aber von einer insgesamt starken Entwicklung der Aktienmärkte geprägt. Historische Renditen lassen sich deshalb nicht direkt auf die Zukunft übertragen. Für Anleger mit einem langfristigen Sparplan stellt sich zudem die Frage, wie sie auf deutliche Kursrückgänge reagieren. Regelmässige Einzahlungen führen in fallenden Märkten dazu, dass für denselben Betrag mehr Anteile gekauft werden, in steigenden Märkten entsprechend weniger. Dieser als Cost-Average-Effekt bezeichnete Mechanismus kann den durchschnittlichen Kaufpreis über mehrere Anlagezeitpunkte beeinflussen. Er stellt jedoch keine Garantie für eine positive Rendite dar und ersetzt auch keine Risikobeurteilung. Entscheidend ist, ob die gewählte Anlagestrategie und die damit verbundenen Schwankungen über längere Zeit durchgehalten werden können.

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