Im Vorfeld des Focus Day, den die Groupe Mutuel in diesem Jahr zum vierten Mal gemeinsam mit der Handelszeitung ausrichtet, haben wir eine kleine Strassenumfrage gemacht. Darin erzählen junge Menschen, wie sie sich ihren Ruhestand ausmalen. Von einem schönen Leben in Brasilien ist die Rede, von einem Haus im Grünen oder auch von einem Buchprojekt. Mich faszinieren diese Erzählungen, denn sie zeigen, dass sich die junge Generation durchaus mit der Zukunft auseinandersetzt und dass Vorsorgepläne und die drei Säulen unserer Altersvorsorge für sie keineswegs Fremdwörter sind.
Patricio Scotoni, Leiter Berufliche Vorsorge, Groupe Mutuel
Die Frage lautet indes: Wie soll das erträumte Leben nach der Arbeit finanziert werden? Die AHV ist aufgrund der geburtenstarken Jahrgänge, die schon seit längerem und weiterhin aus dem Erwerbsleben ausscheiden, bereits gehörig unter Druck. Die Pensionskassen als zweite institutionelle Anbieter schaffen es derweil trotz herausfordernden Rahmenbedingungen nach wie vor, die Sicherheit der Guthaben zu gewährleisten und nachhaltige Renditen zu erzielen: Das Gesetz sieht einen Mindestzinssatz von 1,25 Prozent vor, doch in der Realität liegt dieser Wert gemäss aktueller Swisscanto-Studie bei durchschnittlich 4,6 Prozent – die Pensionskassen leisten damit einen wichtigen Beitrag zur finanziellen Sicherheit im Alter und helfen ihren Versicherten entscheidend dabei, den Ruhestand zu geniessen.Das Know-how der Pensionskassen wird weiterhin gefragt sein, wenn es darum geht, die Sparguthaben der aktiven Versicherten und das System der Altersvorsorge insgesamt zu sichern. Um die mit der steigenden Lebenserwartung verbundenen Kosten zu decken, ist der dritte Beitragszahler, das heisst der Ertrag aus Investitionen am Finanzmarkt, schon heute unverzichtbar, genauso die Expertise, die es dafür braucht. Nur so kann der gesetzliche Umwandlungssatz, der heute deutlich über dem versicherungsmathematischen Wert liegt, überhaupt eingehalten werden.
Gute Aussichten für Früheinsteiger
Um die oben gestellte Frage anders zu formulieren: Was können junge Menschen tun, um das erträumte Leben nach der Arbeit eines Tages Wirklichkeit werden zu lassen? Ich bin überzeugt, dass der Königsweg darin besteht, sich möglichst früh zu informieren und realistisch zu planen. Genau deshalb freut mich die Strassenumfrage, denn sie zeigt, dass es sich lohnt, zu träumen und gleichzeitig schon in jungen Jahren einen konkreten Vorsorgeplan zu schmieden. Dazu gehört auch eine realistische Klärung der persönlichen beruflichen Ziele und Möglichkeiten. Denn die Erwerbsbiografie entscheidet darüber, ob die zweite Säule voll zum Tragen kommen kann oder Beitragslücken kompensiert werden müssen. Die Good News: Wer jung ist, hat die Zeit auf seiner Seite und damit den bestmöglichen Hebel, um die Altersvorsorge auf solide Beine zu stellen.
Umso mehr lohnt es sich gerade für junge Berufstätige, die aktuellen Perspektiven für die Altersvorsorge im Allgemeinen und jene der beruflichen Vorsorge im Besonderen im Auge zu behalten. Eine hervorragende Gelegenheit dafür bietet sich einmal mehr anlässlich des Handelszeitung Focus Day, der am 25. August 2026 im Kunsthaus Zürich über die Bühne gehen wird. Auch bei seiner vierten Austragung werden Expertinnen und Experten aus Politik, Wirtschaft und Forschung Einblicke in und Aussichten für die Altersvorsorge in der Schweiz mit der interessierten Öffentlichkeit teilen. Im Anschluss bietet sich die Gelegenheit zum ungezwungenen Austausch mit den Fachleuten.