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Standort Serbien

Serbien als Mittelpunkt der Welt

Mit der Expo 2027 in Belgrad wird von Mai bis August 2027 die erste Fachausstellung in Südwesteuropa ihre Tore öffnen.

Susanne Wagner, Ringier

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So soll es 2027 aussehen: Visualisierung des Expo-Geländes. zVg

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Das Motto heisst dann «Play for Humanity – Sport and Music for All». Die spezialisierte Fachmesse Expo 2027 in Belgrad vom 15. Mai bis 15. August ist aber noch viel mehr: Eine globale Plattform, um die internationale Zusammenarbeit, wirtschaftliche Partnerschaften, den kulturellen Austausch und den Dialog zwischen den Nationen zu stärken. Gleichzeitig ist die Expo 2027 eine historische Premiere. Sie ist die erste Fachausstellung überhaupt, die auf dem Westbalkan stattfindet, und rückt Serbien und die gesamte Region ins Scheinwerferlicht der Welt.
Das Ziel dieser Expo ist ambitioniert. «Die Fachausstellung zielt darauf ab, Regierungen, Unternehmen, internationale Organisationen und Menschen aus aller Welt zusammenzubringen, um das gegenseitige Verständnis zu fördern», lässt sich die Medienstelle der Expo 2027 zitieren. In einer Zeit zunehmender globaler Herausforderungen wolle die Expo aufzeigen, wie internationale Zusammenarbeit und zwischenmenschliche Beziehungen zu einer inklusiveren und nachhaltigeren Zukunft beitragen können. Die internationalen Teilnehmer werden die Möglichkeit haben, ihre Innovationen, Ideen, Kulturen und Entwicklungsschwerpunkte vorzustellen. Gleichzeitig sollen sie «neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Technologie, Bildung und Kreativwirtschaft» erkunden.

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Erwartungen übertroffen

Die Schweiz war das erste Land, das seine Beteiligung an der Belgrader Expo offiziell bestätigt hat. Damit habe das Land früh Vertrauen in Serbien als Gastgeberland und in die Vision der Ausstellung gezeigt, erklärt die Medienstelle. Die Nachfrage der teilnehmenden Länder und Organisationen hat die anfänglichen Erwartungen der Veranstalter übertroffen. Viel früher als erwartet, nämlich schon im Mai 2025, hatten die ersten 100 Länder bestätigt, an der Expo dabei zu sein. Stand heute sind es 139 Länder. Jedes Gastland entwickelt sein eigenes Pavillonkonzept samt Ausstellungsprogramm gemäss dem Hauptthema der Expo. Auch die Vorbereitungen für die Ausstellung, die Konstruktionsarbeiten vor Ort und die unterstützende Infrastruktur laufen nach Plan: Schon am 1. Dezember sollen die Pavillons an die internationalen Aussteller übergeben werden, um den Ländern und Organisationen genügend Zeit zu verschaffen, ihre Installationen rechtzeitig vor der Eröffnung fertigzustellen. Die Grösse des Projekts zeigt sich auch daran, dass die Kapazitäten im öffentlichen Nahverkehr gestärkt und eine neue Bahnstrecke sowie neue Kapazitäten am Nikola-Tesla-Flughafen geschaffen werden.

Nachhaltigkeit als Programm

Auf die Frage, ob man sich bei der Expo 2027 von einer früheren Expo hat inspirieren lassen, nennt die Medienstelle die Weltausstellung Expo 2025 in Osaka. Dort habe der serbische Pavillon über eine Million Besucherinnen und Besucher willkommen geheissen. Dies habe dem Team der Expo 2027 wertvolle Erfahrungen und Einblicke in alle Aspekte der Organisation, Logistik und in das Gasterlebnis einer Expo verschafft. Mit dem Motto «Play for Humanity – Sport and Music for All» will sich die Expo 2027 jedoch deutlich von anderen Fachausstellungen unterscheiden, einen starken SchwerSerbien punkt auf Inklusion, Kreativität, Beteiligung der Jugend sowie auf Interaktion legen und so ein barrierefreies Erlebnis für alle schaffen. Mit dem Landschaftsarchitekturbüro Vogt ist auch ein Schweizer Unternehmen eingebunden, das bei Konzepten und Strukturen für das künftige Expo-Gelände mitarbeitet. Das Veranstaltungsgelände liegt südwestlich von Belgrad in der Nähe des Nikola-Tesla-Flughafens in einem sich rasch entwickelnden Stadtteil.

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Damit in Belgrad nach der Ausstellung keine leeren und ungenutzten Gebäude zurückbleiben, hat sich die Expo 2027 das Ziel gesetzt, der erste Grossanlass zu werden, dessen Infrastruktur zu 100 Prozent wiederverwendet werden kann. Nach der Ausstellung werden die modularen Anlagen abgebaut, innerhalb Serbiens an andere Standorte verlegt und zu Schulen, Kindergärten, Sporthallen und weiteren öffentlichen Einrichtungen umgenutzt.
Dies soll einen langfristigen Mehrwert für die lokalen Gemeinden schaffen. Ein zweites Leben soll auch das Expo-Gelände selbst erhalten: Die grossen Hallen und die dazugehörige Infrastruktur werden als Standort für Messen und Kongresse genutzt werden. Auf dem neu gebauten Areal werden darüber hinaus Museen, ein Auditorium, ein Innovationszentrum sowie 1500 Wohnungen Platz finden. Laut den Veranstaltern ist die Expo 2027 nicht nur als 93-tägige Ausstellung konzipiert, sondern als langfristiges Entwicklungsprojekt: «Nichts wird nur für den vorübergehenden Gebrauch errichtet – alles ist mit Blick auf einen dauerhaften Zweck ausgerichtet.» So ist Nachhaltigkeit einer der Leitgedanken der Belgrader Expo. Ziel ist, innovative Ansätze für einen verantwortungsvollen Ressourceneinsatz, weniger Abfall und ein stärkeres Umweltbewusstsein aufzuzeigen. Geplant sind unter anderem umweltfreundliche Verpackungslösungen, Recyclingsysteme, Massnahmen gegen Food Waste sowie eine enge Zusammenarbeit mit lokalen Zulieferern und Produzenten, um die Transportwege und damit den CO2-Fussabdruck möglichst klein zu halten. Eine anspruchsvolle Aufgabe, schliesslich werden hier rund vier Millionen Besucher erwartet.

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