Das von Unsicherheit und geopolitischen Spannungen geprägte Marktumfeld sorgt dafür, dass viele Anleger nach einem Portfolioaufbau suchen, der Stabilität und Transparenz verbindet. ETFs haben sich dafür als besonders geeignete Bausteine erwiesen. Sie ermöglichen es, mit wenigen, breit gestreuten Positionen ein Basisportfolio zu konstruieren, das die globale Marktentwicklung effizient abbildet und Risiken durch Diversifikation reduziert. Sie bieten heute Zugang zu praktisch allen Anlageklassen, Regionen und Themen. Die starke Ausweitung des Angebots und die gesunkenen Kosten haben die Nutzungsmöglichkeiten deutlich erweitert. Dass Marktpreise neue Informationen meist schnell berücksichtigen, spricht zusätzlich für eine breit aufgestellte Grundallokation. Statt Prognosen zu folgen, setzt man auf eine regelbasierte Struktur – ein Ansatz, der sich im Portfoliomanagement bereits seit Jahrzehnten bewährt.
Raimund Müller, Leiter ETF & Index Fund Sales Schweiz und Liechtenstein, UBS Asset Management, Zürich
Stabile Basis schaffen
Ein solides Basisportfolio lässt sich besonders effizient über breit diversifizierte Indizes umsetzen – etwa über globale Benchmarks wie den MSCI World oder MSCI Emerging Markets sowie über regionale Schwerpunkte wie den S&P 500 oder SPI. Eine klar strukturierte Grundallokation bildet das Fundament der Anlagestrategie und schafft Raum für ergänzende, etwas aktivere Anlagebausteine, die zusätzliche Diversifikation oder thematische Akzente ermöglichen. Diese solide Basisallokation folgt drei zentralen Faktoren: Kosten, Währungen und Disziplin. Tiefe Kosten wirken langfristig direkt auf den Nettoertrag. Die disziplinierte Umsetzung – etwa durch regelmässiges Rebalancing – verhindert impulsive Entscheidungen. Und Währungen spielen eine Schlüsselrolle, sobald ein Portfolio internationale Anlagen enthält. Denn Währungen können Renditen verstärken oder schmälern und reagieren sensibel auf Zinspolitik, Konjunkturindikatoren oder geopolitische Entwicklungen. Dies führt zu teilweise erheblichen Schwankungen, die nicht immer mit der Bewegung der Basisanlage übereinstimmen. Kein Wunder also, dass das Interesse an währungsabgesicherten ETFs in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist: In Europa hat sich das Volumen abgesicherter Anteilsklassen von 56,8 Milliarden Dollar im Jahr 2017 auf rund 283,8 Milliarden Dollar im Jahr 2025 mehr als vervierfacht. Basis für langfristige Rendite
Gleichzeitig wird deutlich: Währungsabsicherung ist Risikomanagement – nicht Markttiming. Sie reduziert Volatilität, ist jedoch nicht kostenlos und kann positive Währungseffekte neutralisieren. In der Praxis erfolgt das Hedging meist über monatlich rollierende Devisentermingeschäfte, die den Wechselkurs für kurze Zeiträume fixieren. Dadurch bleibt der Währungseinfluss kontrollierbar, und die Abweichung zwischen abgesicherter und ungesicherter Indexentwicklung wird begrenzt. Die Kosten ergeben sich hauptsächlich aus Zinsdifferenzen zwischen den beteiligten Währungen. ETF-Anbieter folgen meist den Vorgaben der jeweiligen Indexanbieter – ein standardisiertes Verfahren, das Transparenz und klare Performancezuordnung schafft. Entscheidend ist, zu verstehen, wie Hedging funktioniert und welche Kosten damit verbunden sind, um beurteilen zu können, ob eine Absicherung dem eigenen Risikoprofil entspricht. Je nach Portfolioallokation und Marktentwicklung sind mit ETF-Anlagen natürlich Gewinne und Verluste möglich. Ein breit diversifiziertes Basisportfolio bildet jedoch das stabile Rückgrat einer langfristigen Anlagestrategie. Die Frage der Währungsabsicherung ergänzt diese Struktur um die zusätzliche Planbarkeit. ETFs bieten dank ihrer Transparenz, Flexibilität und breiten Abdeckung ein besonders geeignetes Instrumentarium. Wer Portfoliostruktur und Währungsstrategie konsequent am eigenen Risikoprofil ausrichtet und auf einer robusten Basis aufbaut, legt das Fundament für ein belastbares Portfolio. Dadurch bleibt die Anlagestruktur auch in volatilen Marktphasen stabil und berücksichtigt Chancen wie Risiken ausgewogen.