Auch wenn man Zug oft mit Finanzen und Rohstoffhandel in Verbindung bringt – der Standort ist auch für die Industrie bedeutend. Die Kombination aus erstklassiger Infrastruktur, Nähe zu globalen Forschungsnetzwerken und einer wirtschaftsfreundlichen Verwaltung legt die Basis für einen prosperierenden Industriesektor. Der stellt mit rund 1900 Firmen knapp zehn Prozent der Firmen und gut 20 Prozent der Beschäftigten im Kanton. Zu den grossen Vertretern der verarbeitenden Industrie zählt die in der Stadt Zug tief verwurzelte Firma Landis+Gyr, Weltmarktführer im Bereich Smart Metering (intelligente Stromzähler) und Energiemanagement. Auch andere grosse Firmen haben ihren Hauptsitz in Zug, darunter Siemens Schweiz, ein grosser Arbeitgeber in der Gebäudetechnik und Technologievorreiter, sowie die Bossard AG, ein globaler Pionier bei Verbindungs- und Befestigungstechnik und schliesslich die Traditionsmarke V-Zug, einer der führenden Schweizer Hersteller von Premium-Haushaltsgeräten.
Flächen sind überall knapp
«Für uns ist Swissness nicht nur die Tatsache, dass wir seit über einem Jahrhundert hier in Zug produzieren – es ist eine Haltung, die sich in unserem Denken und Handeln widerspiegelt», sagt Christoph Kilian, CEO der V-Zug AG. «Sie bedeutet die Verbindung von Präzision, Innovation und einer langfristigen Perspektive, Produkte zu schaffen, die Bestand haben und im Alltag der Menschen einen echten Unterschied ausmachen.»
Seit über einem Jahrhundert ist Zug die Heimat der Produktion, der Forschung und der Entwicklung von V-Zug. Was diesen Standort gemäss Kilian damals zur richtigen Wahl gemacht hat, gelte auch heute unverändert. «Wirtschaftliche Stabilität, Rechtssicherheit und ein starkes Innovationsumfeld sind für uns keine neuen Erkenntnisse, sondern die Grundlage, auf der wir seit Generationen aufbauen.» Was das Unternehmen auszeichne, sei die Haltung: Präzision, Verlässlichkeit und ein langfristiges Qualitätsverständnis. «Swissness ist die gesamte Verantwortung entlang unserer vollständigen Wertschöpfungskette – von der Produktion bis hin zur Küche unserer Kundinnen und Kunden», so Kilian weiter. «Weiterentwicklungspotenzial besteht vor allem beim Zugang zu technischen Fachkräften. Eine grundlegende Herausforderung bleibt zudem die Verfügbarkeit von Flächen – sowohl für Wohnraum als auch für wirtschaftliche Nutzung. Innovation ist ein relevanter Differenzierungsfaktor, und wir treiben sie mit einem klaren Blick auf unser Umfeld voran: durch enge Zusammenarbeit zwischen Entwicklung, Produktion und Partnern sowie durch eine tiefe Integration in das industrielle Ökosystem in Zug», erläutert Kilian im Hinblick auf den internationalen und globalen Wettbewerb. «Diese Nähe ermöglicht es uns, schneller zu agieren, effizienter zu iterieren und technologische Fortschritte konsequent in Mehrwert für unsere Kundinnen und Kunden zu übersetzen.» Gleichzeitig verfolge das Unternehmen einen ganzheitlichen Innovationsansatz. «Wir verbinden Technologie, Design und Nutzererlebnis und berücksichtigen dabei stets Nachhaltigkeit und langfristige Wirkung», so Kilian weiter. «Im globalen Wettbewerb konkurrieren wir nicht über Grösse, sondern über Relevanz: durch Präzision, Qualität und ein klares Leistungsversprechen.» Um bei der Swissness zu bleiben: «Es ist für uns kein Label, sondern ein Anspruch an Substanz und Beständigkeit – über Märkte hinweg und lange Zeiträume.»
Wert steigern statt Kosten thematisieren
Auf Makro-Ebene ist die Schweiz ein kleines Land mit begrenzten Skaleneffekten aus einheimischer Produktion und mit einer sich konstant aufwertenden Währung – wie handhabt man hier den ständigen Preisdruck? «Dem steigenden Preisdruck begegnen wir nicht allein über Kosten, sondern über Wert», erklärt Kilian. «Dazu gehören langlebige Produkte, durchdachtes Design, Energieeffizienz und vor allem ein exzellenter Service über den gesamten Lebenszyklus hinweg.» Entscheidend sei für die Kundinnen und Kunden die Gesamtbetrachtung: die Total Cost of Ownership und nicht nur der Anschaffungspreis. Zuverlässigkeit, Langlebigkeit und Servicequalität leisten hierzu einen wesentlichen Beitrag. «Gleichzeitig gestalten wir unsere Lieferketten bewusst resilient, durch langfristige Partnerschaften, gezielte Diversifikation und eine starke Produktionsbasis in der Schweiz», so Kilian weiter. «Das stärkt unsere Flexibilität und unsere Fähigkeit, Qualität und Versorgungssicherheit nachhaltig sicherzustellen.»
Auch hier macht sich die künstliche Intelligenz bemerkbar. «In der Entwicklung nutzen wir sie für Simulationen und Optimierungen, in der Produktion zur Prüfung und Realisierung von Effizienzsteigerungen», sagt Kilian. «Im indirekten Bereich pilotieren wir zudem eine eigene generative KI-Lösung, die unseren Mitarbeitenden Routineaufgaben abnimmt und einen schnellen Zugang zu internem Wissen ermöglicht.» Entscheidend bleibe für V-Zug: Technologie muss echten Mehrwert schaffen und den hohen Qualitätsansprüchen gerecht werden.
Technologie wird unsichtbar
«Die Küche der Zukunft wird noch stärker als Teil der Architektur gedacht – als dauerhafte, integrale Lösung, die Raum prägt und über Zeit Bestand hat», meint Kilian zu den kommenden Entwicklungen. Mit dem CookTop V6000 Integra zeigt man, wie die Küche der Zukunft aussehen wird. «Es ist unser erstes vollständig integriertes Kochfeld, das in den Hintergrund tritt und Kochen, Vorbereiten und Wohnen in einer durchgehenden Oberfläche vereint», so Kilian. Die Technologie werde nahezu unsichtbar – sie erscheine nur dann, wenn sie benötigt wird, und lasse Material, Form und Raum in den Vordergrund treten. «Gleichzeitig beobachten wir eine klare Gegenbewegung zur zunehmenden Digitalisierung: Haptik gewinnt wieder an Bedeutung», ist Kilian überzeugt. «Hochwertige, physische Bedienelemente – wie beispielsweise Knebel – schaffen Präzision, Orientierung und ein bewussteres Nutzungserlebnis.» Entsprechend investiert man gezielt in neue Bedienelemente, unter anderem mit kürzlich eingeführten Drehreglern in verschiedenen Ausführungen, die Materialität und Interaktion wieder stärker ins Zentrum rücken.
«Die Küche der Zukunft wird beide Welten vereinen: nahtlos integrierte Technologie und eine neue Wertschätzung für Haptik und Materialität», prognostiziert Kilian. «Was bleibt, sind unsere Kernwerte – Qualität, Langlebigkeit und zeitloses Design. Oder anders gesagt: eine Weiterentwicklung von Swissness als Verbindung von Innovation und Haltung.»