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Restrukturierung

Co-Working- und Co-Living-Spaces für alle

In Basel entwickeln sich immer mehr Räume für Begegnung und Wissensaustausch.

Daniel Tschudy

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Ein Hingucker auf dem Novartis Campus: das Gehry Building. Lorenz Richard

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Ein aktuelles Beispiel ist Rosental Mitte an der Mattenstrasse, zwischen dem Badischen Bahnhof und dem Messegelände. Das rund 68'000 Quadratmeter grosse Areal wandelt sich gerade von einem geschlossenen Industrie- und Forschungsstandort zu einem offenen und lebendigen Stadtquartier. Einst eine Fabriküberbauung aus dem Jahr 1959, präsentiert sich «RO» heute sowohl retro-adrett als auch zeitgemäss. Hier befinden sich etwa dreissig Gebäudetracks, die in Büros, Laborbereiche und Lagergebäude aufgeteilt sind. Bereits eingemietet sind die Universität Basel sowie Firmen wie Elanco Animal Health und Syngenta. Das Agrartechnologieunternehmen Syngenta nutzte das Gelände lange als Hauptsitz, verkaufte es 2007 an Investoren, und später ging es an den Kanton. Am Standort sollen jetzt mehrere Tausend Arbeitsplätze und Wohnraum für zweitausend Personen entstehen.
Der Kanton Basel-Stadt wächst kontinuierlich; derzeit leben hier 210 000 Menschen. Hochrechnungen zeigen, dass die Bevölkerung in den nächsten zwanzig Jahren auf bis zu 230'000 Personen anwachsen könnte. Das Wachstum wird dabei primär durch internationale Zuwanderung angetrieben. Die Entwicklung von Rosental Mitte passt also bestens zum städtischen Wachstumstrend. Hier soll bis 2028 auch ein hochmodernes Laborgebäude entstehen, basierend auf den Ideen von Herzog & de Meuron. Gleichzeitig wird das Areal schrittweise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, es gibt Wiesen und Wege sowie allerlei Läden und Gastro-Angebote. Büroräume stehen laut Website derzeit für bis 2700 Quadratmeter Fläche zur Vermietung bereit.

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In der Nähe des Dreiländerecks

Der Novartis Campus liegt unweit der Grenze zu Frankreich an der Dreirosenbrücke. Hier arbeiten laut eigenen Angaben rund achttausend Angestellte. Und auch dies war einst eine reine Industriezone, heute bieten sich zukunftsgerechte Work-Life-Balance-Konzepte an. Und auch für diese bauliche Entwicklung holte man sich Ideen aus der Architekturbranche. Der heute 75-jährige Italiener Vittorio Magnago Lampugnani hatte einen ersten Masterplan dazu erstellt, wie man vielfältige Arbeits- und Begegnungszonen schafft. Der Novartis Campus Basel wurde 2020, vor allem mit dem Fokus Life Sciences, für Start-ups, Institute und Unternehmen eröffnet. Zwei Jahre später öffnete der Campus für die Öffentlichkeit; vorerst nur unter der Woche und für die Aussenbereiche, die Geschäfte und mehrere Restaurants und Cafés. Novartis sieht ihr vorerst nur limitiertes Angebot «als Entwicklung zu einer offeneren, kommunikativeren und kollaborativen Kultur».
Dieses Vorgehen passt zu den Bedürfnissen der einheimischen Bevölkerung. Denn bereits vor rund zehn Jahren wurde klar geäussert, dass es in der Stadt bezahlbare und innovative Wohnräume braucht. Zudem wünscht man sich eine gute soziale Durchmischung, autofreie oder -arme Quartiere sowie Grünanlagen. Artikel 55 der kantonalen Verfassung sieht denn auch explizit vor, dass die Bevölkerung in die Meinungs- und Willensbildung einbezogen werden muss. Entsprechend wird jede Veränderung mit Argusaugen verfolgt.

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Campus Klybeck

So auch beim Klybeckareal, ebenfalls ein ehemaliges Industriegebiet, mit einer Grösse von dreissig Hektar. Es liegt zwischen dem Rhein und dessen Zufluss Wiese. Hier war einst der Chemiekonzern Ciba ansässig. Das Gebiet gehört heute zwei grossen Immobilienkonzernen. Zusammen mit dem Kanton treibt man nun, im Format einer Planungspartnerschaft namens Klybeckplus, die Umwandlung des Gebiets voran. Mit dem Zieldatum 2040 soll Wohn- und Lebensraum für zehntausend Menschen entstehen. Das Areal ist schon in der Planungs- und Entwicklungsphase, man kann sich bereits einmieten, aber es befindet sich noch mitten in einer intensiven Transformationsphase. Und wie bei allen alten Fabrikationshallen in der Schweiz gibt es auch im Klybeck Bauelemente, die Zeugen der Schweizer Industriekultur sind. Das bedeutet, dass dann auch die Denkmalpflege mitspricht und über eine allfällige Erhaltenswürdigkeit entscheidet. Auch für den Campus gibt es derzeit Zwischennutzungskonzepte, sodass das Areal heute schon belebt ist und Impulse setzen kann: Es haben sich bereits mehrere Ateliers und Start-ups eingerichtet, die jedoch wissen, dass es nur ein Gastspiel ist. Der von Beginn an als Zwischennutzung geplante Veranstaltungsort Humbug wurde zudem auch im letzten Jahr wieder geschlossen.

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Auch der Roche Campus Basel ist ein historischer Hauptsitz und dient als Forschungs- und Entwicklungsstandort des Pharmakonzerns. Das Areal vereint hochmoderne Arbeitsplätze und Forschungseinrichtungen – aber, so teilt die Medienstelle der Gruppe mit, «das firmeneigene Areal steht der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung, und es gibt keine externen Veranstaltungen auf dem Roche-Areal».

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