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25 Köpfe

Das Schweizer Space-Ökosystem

Sie sind die führenden Köpfe aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft

Florian Fels

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Tessy Ruppert / RMS Visuals. Diese Illustration wurde von einem KI-Modell generiert und von einem Menschen überprüft und finalisiert.

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POLITIK & REGULIERUNG

ISABELLE CHAPPUIS
NATIONALRÄTIN
Isabelle Chappuis du Centre estime les solutions proposées pragmatiques.
Isabelle Chappuis ist in der Politik die prominenteste Fürsprecherin einer Schweizer Space-Nation.Keystone
Isabelle Chappuis du Centre estime les solutions proposées pragmatiques.
Isabelle Chappuis ist in der Politik die prominenteste Fürsprecherin einer Schweizer Space-Nation.Keystone
Es gibt Sätze, die in Bern lange als exotisch galten. «Die Schweiz ist eine Weltraumnation» war so einer. Isabelle Chappuis sagt ihn seit Jahren, und inzwischen hört man ihr zu. Die Nationalrätin ist die prominenteste politische Fürsprecherin einer Schweizer Space-Nation – jener Idee, dass ein Binnenland ohne Startrampe trotzdem strategisch im Orbit präsent sein muss. Ihr Argument: Navigation, Kommunikation, Wetterdaten, Katastrophenschutz und Sicherheit hängen an Satelliten. Wer die Infrastruktur nicht mitgestaltet, ist von ihr abhängig. Das ist kein Nischenthema mehr. Im November 2025 verpflichtete sich die Schweiz an der ESA-Ministerratstagung in Bremen mit 771 Millionen Euro für die Programme der kommenden Jahre – so viel wie nie. Allerdings stehen jetzt im Entlastungspaket 2027 des Bundesrates rund 26 Millionen Franken der freiwilligen Beiträge an die ESA auf der Streichliste. Daher bleibt für Chappuis noch einiges zu tun. Sie arbeitet dort, wo Raumfahrtpolitik selten glamourös ist – in Kommissionen, Vorstössen, Budgetdebatten. Ihre Rolle ist die der Übersetzerin: Sie erklärt einem Parlament, das über Bauern, Banken und Krankenkassenprämien streitet, warum ein paar hundert Millionen Franken für Dinge ausgegeben werden sollten, die man von der Erde aus nie zu Gesicht bekommt und deren Wirkung für die Schweizer Wirtschaft man manchmal erst nach Jahrzehnten einschätzen kann.

Partner-Inhalte

MARTINA HIRAYAMA
STAATSSEKRETÄRIN FÜR BILDUNG, FORSCHUNG UND INNOVATION
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Markus Mallaun
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Markus Mallaun
Wenn die Schweiz im Weltraum mitreden will, tut sie es meistens über Martina Hirayama. Als Staatssekretärin für Bildung, Forschung und Innovation führt sie die Schweizer Delegation bei der Europäischen Weltraumorganisation auf Ministerebene – jenem Kanal, über den das Land den Grossteil seiner Raumfahrt abwickelt. Im November 2025 in Bremen ging es um viel: Die Mitgliedstaaten beschlossen Programme über 22,1 Milliarden Euro, die Schweiz verpflichtete sich mit 771 Millionen. Eine Rekordsumme. Hirayama nannte dort Solidarität, Stärke durch Vielfalt und Mut als die Ankerpunkte für sinnvolles politisches Handeln in geopolitisch herausfordernden Zeiten. Hirayama studierte Chemie an der ETH Zürich und am Imperial College London.
CARMEN WALKER SPÄH
VOLKSWIRTSCHAFTSDIREKTORIN KANTON ZÜRICH
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André Springer
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André Springer
Raumfahrt beginnt in Zürich auf einem alten Militärf lugplatz. Als Volkswirtschaftsdirektorin trieb Carmen Walker Späh die Umwandlung des Areals Dübendorf zum Innovationspark voran – heute Standort des UZH Space Hub und Anlaufstelle für internationale Raumfahrtfirmen. Der Kanton betreibt keine Raumfahrtpolitik im engeren Sinn. Er stellt Flächen, Bewilligungen und Verlässlichkeit zur Verfügung. Für eine Branche, die in Reinräumen und Vakuumkammern arbeitet und Jahrzehnte im Voraus plant, ist das oft entscheidender als jedes Förderprogramm. Zürich hat verstanden, dass Standortpolitik im Orbit am Boden entschieden wird. Carmen Walker Späh setzte Zürich auf die Landkarte der globalen Space-Economy.

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CATHERINE KROPF
LEITERIN SWISS SPACE OFFICE, SBFI
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Seit 2026 leitet Catherine Kropf das Swiss Space Office im Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation. Zuvor war sie dort stellvertretende Leiterin der Abteilung Raumfahrt. Ihr Büro ist keine Raumfahrtagentur und betreibt keine eigenen Programme. Es sorgt aber dafür, dass die Schweiz überall mitf liegt: Kropf führt die Schweizer ESA-Delegation auf Delegiertenebene und koordiniert, wo Schweizer Forschung und Industrie andocken können. Catherine Kropf koordiniert, wo Forschung und Wirtschaft bei der ESA andocken können.

INDUSTRIE & KONZERNE

DIDIER MANZONI
DIREKTOR RAUMFAHRT APCO TECHNOLOGIES, PRÄSIDENT SSIG
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Bei Apco Technologies im waadtländischen Aigle entsteht, was kaum je ins Bild kommt: Strukturen, Bodenausrüstung und Testeinrichtungen, ohne die kein Satellit je startklar wird. Didier Manzoni verantwortet dort als stellvertretender CEO den Bereich Raumfahrt. Als Präsident der Swiss Space Industries Group vertritt er zudem eine Branche, die klein wirkt, es aber nicht ist: rund 130 Firmen, über 1000 Beschäftigte, dazu etwa 2000 bei Zulieferern. Manzoni ist ein erfahrener Raumfahrtmanager: 22 Jahre lang arbeitete er vor Apco bei Ruag Space (heute Beyond Gravity). Dort stieg er bis zum General Manager für den Bereich Mechanismen auf. Seine Karriere hatte Ende der 1980er-Jahre beim Flugzeugbauer Dassault Aviation gestartet. Manzoni arbeitete vor Apco Technologies bei Ruag Space und Dassault Aviation.

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BARBARA FREI-SPREITER
CEO BEYOND GRAVITY UND RUAG INTERNATIONAL
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Barbara Frei-Spreiter leitet das grösste Schweizer Weltraumunternehmen.Diverse
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Barbara Frei-Spreiter leitet das grösste Schweizer Weltraumunternehmen.Diverse
Seit April 2026 führt Barbara Frei-Spreiter Beyond Gravity und Ruag International – das grösste Schweizer Weltraumunternehmen. Die Firma, früher Ruag Space und davor Oerlikon Contraves, baut seit über vierzig Jahren Strukturen und Mechanismen für die Raumfahrt. Ihr bekanntestes Produkt sieht man nur wenige Minuten: die Nutzlastverkleidung aus Verbundwerkstoff, die bei allen bisher über 260 Ariane-Starts funktioniert hat. Beyond Gravity ist deren einziger europäischer Hersteller und beliefert auch die europäische Trägerrakete Vega C und die amerikanische Vulcan.
RENATO KRPOUN
CHIEF OF INTERNATIONAL OPERATIONS EMEA, AXIOM SPACE SWITZERLAND
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Zehn Jahre lang war Renato Krpoun das Gesicht der offiziellen Schweizer Raumfahrt. Er leitete das Swiss Space Office, führte die Delegation bei der ESA und übernahm 2023 für zwei Jahre den Vorsitz des ESA-Rats auf Delegiertenebene. Im August 2026 wechselte er die Seite. Axiom Space, das texanische Unternehmen, das private Missionen zur Raumstation fliegt und an einer kommerziellen Nachfolgestation baut, hatte im Juni eine Schweizer Tochter in Luzern gegründet. Krpoun führt sie als Chief of International Operations für Europa, den Nahen Osten und Afrika. Angefangen hat alles kleiner: Er war Mitinitiant des Swisscube, des ersten vollständig in der Schweiz gebauten Satelliten – ein Würfel von zehn Zentimetern Kantenlänge, gestartet 2009. Der Wechsel sagt auch etwas über die Branche aus: Wo früher Staaten den Takt vorgaben, kaufen heute Firmen Zugang zum Orbit ein und suchen dafür Leute, die beide Welten kennen.

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HERVÉ COTTARD
CEO ALMATECH Almatech
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2009 aus dem EPFL Innovation Park hervorgegangen, baut Dinge, die funktionieren müssen und nie wieder erreichbar sind: Mechanismen, Strukturen und Präzisionsteile für inzwischen zehn Weltraummissionen. Hervé Cottard ist Mitgründer und führt das Unternehmen als CEO. Er erwarb seinen Abschluss als Werkstoffingenieur am Institut Galilée in Paris und arbeitete früher 15 Jahre bei Apco Technologies; zunächst als Projektleiter für Raumfahrtprogramme, später als Leiter der Abteilung für Raumfahrtprojekte, bevor er Almatech gründete.

WISSENSCHAFT & INNOVATION

ALEXANDRE PAUCHARD
CEO CSEM
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Alexandre Pauchard führt das CSEM in Neuenburg als CEO. Das Institut gehört zu den offiziellen Anlaufstellen der Schweizer Raumfahrt und ist der Ort, an dem aus Grundlagenforschung weltraumtaugliche Hard- und Software wird. Es ist ein erfolgreiches Modell: angewandte Forschung als Brücke zwischen Hochschule und Serienfertigung.
OLIVER ULLRICH
PROFESSOR FÜR WELTRAUMMEDIZIN, UNIVERSITÄT ZÜRICH
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Oliver Ullrich, Raumfahrtmediziner und Gravitationsbiologe, leitet an der Universität Zürich das Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin und seit 2018 den Innovation Cluster for Space and Aviation. Der von ihm gegründete UZH Space Hub in Dübendorf arbeitet mit der Nasa zusammen. Seit 2024 steht er zudem dem Center for Space and Aviation Switzerland and Liechtenstein vor.

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EMMANUELLE DAVID
DIREKTORIN EPFL SPACE CENTER
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Zehn Jahre lang arbeitete Emmanuelle David im Bereich Trägersysteme – in der Forschung, bei einer Agentur, in der Industrie, von der Vorentwicklung bis zum Startbetrieb. Seit 2020 leitet sie den Bereich E-Space an der EPFL, wo Studierende, Hochschulen, Agenturen und Firmen zusammenkommen.
RICHARD KORNFELD
COO ETH Zürich Space
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Thomas Meier
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Thomas Meier
Richard Kornfeld ist in Zürich geboren und aufgewachsen und hat an der ETH Zürich als Elektroingenieur abgeschlossen. Er promovierte am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Aeronautics and Astronautics und arbeitete anschliessend mehr als 25 Jahre am NASA Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena, unter anderem an den Mars-Missionen Spirit/Opportunity, Phoenix und Curiosity. Seit September 2025 leitet er operativ ETH Zürich Space, das Kompetenzzentrum der ETH für Weltraumforschung, -lehre und -innovation.
THOMAS ZURBUCHEN
DIREKTOR ETH ZÜRICH SPACE
Thomas Zurbuchen
Thomas Meier
Thomas Zurbuchen
Thomas Meier
Als Thomas Zurbuchen 2016 die Wissenschaftsabteilung der Nasa übernahm, war er verantwortlich für rund hundert Missionen gleichzeitig. In seine Amtszeit fielen die Landung des Mars-Rovers Perseverance, der Start des James-Webb-Teleskops und die Asteroidenmission Dart. Aufgewachsen ist er im Berner Oberland, in einem freikirchlichen Elternhaus, weit weg von allem, was nach Weltraumbehörde aussieht. Den Weg dorthin fand er über die Universität Bern und die University of Michigan. Seit 2023 leitet er ETH Zürich Space. Seine Aufgabe ist, aus einer exzellenten, aber verstreuten Schweizer Forschungslandschaft etwas zu formen, das international als Adresse wahrgenommen wird. Er ist zugleich der lauteste Mahner: Europa, sagt er regelmässig, sei technologisch exzellent und organisatorisch zu langsam.

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START-UPS & GRÜNDER/-INNEN

AZIZ BELKHIRIA
CEO UND MITGRÜNDER DPHI SPACE
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Aziz Belkhiria will neue Standards für Schnittstellen im Weltraum schaffen.PR
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Aziz Belkhiria will neue Standards für Schnittstellen im Weltraum schaffen.PR
Wer ein Experiment ins All bringen will, scheitert selten an der Physik und meistens an der Schnittstelle. DPhi Space arbeitet an genau diesem Problem: Nutzlasten sollen sich an einen Satelliten anschliessen lassen, ohne dass für jede Mission alles neu konstruiert werden muss. Auf Basis dieser Idee hat Aziz Belkhiria das Unternehmen mitgegründet und führt es heute als CEO. Standardisierte Schnittstellen sind in der Raumfahrt ein altes Versprechen und ein junges Geschäft. Wer sie durchsetzt, verdient nicht nur an einer Mission, sondern an allen, die danach kommen.
PIERRICK POULENAS
CEO UND MITGRÜNDER PICTERRA
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Pierrick Poulenas will mit der Auswertung von Luft- und Satellitendaten Geld verdienen.PR
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Pierrick Poulenas will mit der Auswertung von Luft- und Satellitendaten Geld verdienen.PR
Satellitenbilder gibt es im Überfluss. Was fehlt, sind Menschen, die etwas darin finden. 9 von 10 Dollar in der Satellitenwirtschaft werden nicht im Orbit verdient, sondern am Boden. Picterra aus Lausanne baut eine Plattform, auf der Fachleute ohne Programmierkenntnisse eigene Erkennungsmodelle auf Luftund Satellitenbilder ansetzen können – Gebäude, Solaranlagen, Schäden oder Vegetation. Pierrick Poulenas hat die Firma mitgegründet und führt sie als CEO.
JÜRG JOST
CTO SPACETEK
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FELIX PETER www.fotogigant.ch
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FELIX PETER www.fotogigant.ch
Das Schweizer Deep-Tech-Spin-off (aus der Universität Bern) entwickelt extrem kompakte, hochpräzise Flugzeitmassenspektrometer. Ihre Einsatzbereiche in der Raumfahrt: Sie analysieren Atmosphären, Gase und Moleküle im Weltraum, etwa für Weltraummissionen, Mond-Explorer oder Satelliten. Dieselbe Raumfahrttechnologie wird auf der Erde in der Chipfertigung genutzt, um Gase in Reinräumen und Vakuumkammern in Echtzeit zu überwachen. Jürg Jost ist Mitgründer und CTO des Unternehmens.

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JULIE BÖHNING
MITGRÜNDERIN UND CEO PAVE SPACE
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Julie Böhning will Satelliten in weniger als 24 Stunden in ihre Umlaufbahn bringen.div
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Julie Böhning will Satelliten in weniger als 24 Stunden in ihre Umlaufbahn bringen.div
Julie Böhning wurde in Frankreich geboren und kam mit sieben Jahren in die Schweiz. Hier liess sich die Familie im Greyerzerland nieder. An der EPFL studierte sie Robotik. 2018 gründete sie mit Studiefreunden das Gruyère Space Program. Aus der Studentengruppe wurde ein Unternehmen. Pave Space, gegründet 2024 mit ihrem langjährigen Freund Jérémy Marciacq, arbeitet an Lyoba: einem rund zwanzig Tonnen schweren Transportfahrzeug, das bis zu fünf Tonnen Nutzlast aus der erdnahen Umlaufbahn in mittlere und geostationäre Orbits bringen soll – bis hin zu Mondtransferbahnen. Und das in weniger als 24 Stunden. Der Markt dafür ist schmal, aber lukrativ. Rund 95 Prozent aller Satelliten bleiben im Low Earth Orbit, die übrigen müssen weiter hinaus – und bezahlen dafür bisher teilweise mit monatelangen Transferzeiten. Zum Zeitpunkt der letzten Finanzierungsrunde lagen acht Reservierungsvereinbarungen mit Satellitenbetreibern und -herstellern vor. Im März 2026 führten die Firmen Visionaries Club und Creandum die 40-MillionenDollar-Seed-Runde an. 2025 erhielt Böhning mit Pave Space einen W.A. de Vigier Award, Im Mai 2026 gewann Pave zudem die Trophée Perl der Region Lausanne.

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EMILE DE RIJK
CEO UND GRÜNDER SWISSTO12
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Emile de Rijk baut mit Swissto12 ganze Satelliten.Dom Smaz pour Le Temps
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Emile de Rijk baut mit Swissto12 ganze Satelliten.Dom Smaz pour Le Temps
Hochfrequenzbauteile für Satelliten entstehen normalerweise in Handarbeit, gefräst und zusammengeschraubt. Emile de Rijk fertigt sie im 3D-Druck. Das Unternehmen Swissto12, das er noch als EPFL-Doktorand gründete, fertigt Wellenleiter und Antennen additiv – leichter, schneller, in einem Stück. Aus dem Zulieferer wurde inzwischen ein Satellitenbauer. Mit Hummingsat entwickelt die Firma aus Renens einen geostationären Kleinsatelliten für Betreiber, denen die klassischen Kolosse zu teuer sind. Es ist der Beweis, dass Schweizer Raumfahrt nicht nur zuliefern, sondern ganze Systeme bauen kann.
MICHAEL GLOOR
CEO UND MITGRÜNDER CORRENTICS
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Michael Gloor arbeitete für Swiss Re, bevor er Correntics gründete.PR
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Michael Gloor arbeitete für Swiss Re, bevor er Correntics gründete.PR
Ein Zulieferer in Südostasien, eine Fabrik in Mexiko, ein Hafen in Rotterdam: Lieferketten hängen an Orten, deren Klimarisiko kaum jemand kennt. Correntics verbindet Satellitendaten mit Klimamodellen und rechnet aus, wo Hitze, Dürre oder Überschwemmungen ein Unternehmen tatsächlich treffen würden. Herzstück des Unternehmens ist eine KI- und datengestützte Analyseplattform für Klimarisiken und Lieferkettenresilienz. Michael Gloor hat die Firma mitgegründet und führt sie. Es ist ein weiteres Beispiel dafür, wo die Space-Economy wirklich Geld verdient: nicht im Orbit, sondern am Boden.

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VERBINDENDE & UNTERSTÜTZENDE ROLLEN

ELEONORE POLI
ANALOG-ASTRONAUTIN, SPACE MANAGER CSEM, GRÜNDERIN CHASM
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Sie simuliert gerne: Die Analog-Astronautin Eleonore Poli.div
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Sie simuliert gerne: Die Analog-Astronautin Eleonore Poli.div
Eleonore Poli hat als Analog-Astronautin Missionen unter simulierten Weltraumbedingungen absolviert – jene Trainings, mit denen sich Abläufe für Mond und Mars auf der Erde durchspielen lassen. Beim CSEM arbeitet sie als Space-Manager, daneben hat sie die Chasm (Community of Human Analogue Space Missions), eine weltweite Dachplattform für analoge Raumfahrtforschung – initiiert, um die Qualität von Weltraumsimulationen auf der Erde zu steigern.
PETER BODMER
STIFTUNGSRATSPRÄSIDENT STIFTUNG INNOVATIONSPARK ZÜRICH (IPZ)
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Michael Kessler
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Michael Kessler
Der Switzerland Innovation Park Zurich auf dem Flugplatzareal Dübendorf ist eines der ehrgeizigsten Raumfahrtprojekte, das die Schweiz derzeit am Boden hat. Peter Bodmer, eigentlich ein gelernter Immobilienexperte, gehört zu den treibenden Kräften dahinter. Dort entsteht, was einer kleinen Nation fehlt: ein physischer Ort, an dem Hochschulen, Start-ups und internationale Konzerne nebeneinander arbeiten. Ein Areal ist schneller vergeben als wieder frei. Wer heute entscheidet, wer dort einzieht, entscheidet mit über die nächsten zwanzig Jahre Schweizer Raumfahrt. Zudem organisiert Bodmer zusammen mit Schoscho Rufener das «8th Continent Forum», das im Frühjahr 2027 in Zürich die führenden Köpfe der Space-Branche zusammenbringt.

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MILITÄR & SICHERHEIT

LUDOVIC MONNERAT
OBERST, LEITER KOMPETENZZENTRUM ORBITALRAUM, SCHWEIZER LUFTWAFFE
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Oberst Monnerat baut das militärische Weltraumkommando der Schweizer Armee auf.PR
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Oberst Monnerat baut das militärische Weltraumkommando der Schweizer Armee auf.PR
Satelliten sind längst kritische Infrastruktur, und kritische Infrastruktur muss verteidigt werden können. Oberst Ludovic Monnerat leitet das Kompetenzzentrum Orbitalraum der Schweizer Luftwaffe. Die Armee betreibt keine eigenen Satelliten. Sie muss aber wissen, was über der Schweiz kreist, wovon ihre Kommunikation und Navigation abhängt und was geschieht, wenn diese Dienste ausfallen. Neutralität schützt nicht vor Weltraumwetter, Störsendern oder Trümmern. Der Orbit ist kein neutraler Raum mehr.

VERBINDENDE & UNTERSTÜTZENDE ROLLEN

ROLAND LOOS
INVESTOR, VERWALTUNGSRAT SWISSTO12 UND PAVE SPACE
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Roland Loos: «Die Zukunft der Telekommunikation liegt im All.»PR
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Roland Loos: «Die Zukunft der Telekommunikation liegt im All.»PR
Geld ist in der Schweizer Raumfahrt seltener als Talent. Roland Loos gehört zu den wenigen, die beides zusammenbringen. Er ist gelernter Elektroingenieur (EPFL) und blickt auf eine lange Karriere in der Telekommunikations- und Satellitenbranche zurück – unter anderem bei Swisscom (Satellitensparte) und als Gründer des Satellitendienstleisters Newsat Communications. Als Investor und Verwaltungsrat begleitet er Swissto12 und Pave Space – zwei der sichtbarsten Schweizer Raumfahrt-Start-ups überhaupt. Das ist eine Rolle, die in keinem Ranking auftaucht und ohne die diese Liste von 25 Köpfen deutlich kürzer wäre. Wer in der Raumfahrt gründet, braucht Kapital, das über Jahre stillhält: Hardware lässt sich nicht in Sprints entwickeln, und der erste Umsatz kommt spät. Und Loos tut etwas, das unterschätzt wird: Er signalisiert anderen Investoren, dass Raumfahrt hierzulande eine Anlageklasse ist.

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STEFAN BRUPBACHER
DIREKTOR SWISSMEM
Stefan Brupbacher
zVg
Stefan Brupbacher
zVg
Der Branchenverband der Schweizer Raumfahrtindustrie, Swiss Space, ist direkt bei Swissmem angesiedelt – dem einf lussreichsten Dachverband der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie. An der Spitze dieses Verbands steht Stefan Brupbacher als Direktor. Der promovierte Jurist mit einem Executive Master in Internationalem Wirtschaftsrecht ist ein erfahrener Wirtschaftsexperte und Netzwerker: Vor seiner Rolle bei Swissmem leitete er jahrelang das Sekretariat der Freisinnig-Demokratischen Partei (FDP) und war im Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) tätig. Unter seiner Führung hat Swissmem die Raumfahrt als strategischen Zukunftssektor fest im Verband etabliert. Mit dieser Einbettung ist die Schweizer Space-Branche genau dort, wo sie wirtschaftlich hingehört: mitten in der hochspezialisierten Exportindustrie. Brupbacher betont dabei stets die enormen Synergieeffekte zwischen dem Orbit und der Hochpräzisionsfertigung auf der Erde. Was die Schweizer Exportindustrie beherrscht, macht ihre Produkte überhaupt erst tauglich für den Einsatz im Weltall.
NICOLE HERZOG
TECH-UNTERNEHMERIN, PRIVATINVESTORIN,
MITGLIED ADVISORY BOARD ESA BIC SWITZERLAND

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Geri Born
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Geri Born
Die HSG-Juristin gehört zu den Pionierinnen der Schweizer Start-up-Szene: Sie war Mitgründerin von b2venture (früher BrainsToVentures), einer der ersten Risikokapitalfirmen des Landes, sowie der HR-Software-Firma umantis, die später an die Haufe Group verkauft wurde. Seither investiert sie als Business Angel und sitzt in den Verwaltungsräten von beispielsweise VIU Eyewear, Inyova und Maestrani; zudem ist sie Mitglied des Innovationsrats von Innosuisse. Inzwischen hat sie ein neues Pionierfeld für sich entdeckt: die Space-Economy. Herzog setzt sich dafür ein, Brücken zwischen Unternehmertum, Innovation und dem Space-Sektor zu schlagen, weil das Potenzial der Space Economy nur durch Zusammenarbeit über Branchengrenzen hinweg ausgeschöpft werden kann.
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