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Rätsel

Zahlt Donald Trump überhaupt Steuern?

US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton hat ihre Steuererklärung publik gemacht. Donald Trump will indes seine Finanzen nicht offenlegen. Dafür könnte es einen guten Grund geben.

Zehn Wahlversprechen von Donald Trump:Donald Trump will eine Mauer entlang der Grenze zu Mexiko bauen, um die illegale Einwanderung zu stoppen. Das Bauwerk soll rund 1600 Kilometer lang werden. Experten rechnen mit Kosten von mindestens 25 Milliarden Dollar. Den Mauerbau sollen nach Trumps Vorstellung die Mexikaner finanzieren. Falls Mexiko nicht einwilligt, will der Milliardär das Nachbarland auf andere Wege für den Bau bezahlen lassen. Auf dem Bild demonstrieren Gegner des Projekts.
Nach dem Terroranschlag im kalifornischen San Bernardino forderte Trump einen vorübergehenden Einreisestopp für Muslime . Seitdem hat er die Forderung leicht abgewandelt. Aktuell spricht Trump davon, zusätzlich die Einreise aus Ländern zu stoppen, welche durch Terrorismus gefährdet sind – dazu zählt er beispielsweise auch Frankreich.
Trump will der US-Industrie zu einer Renaissance  verhelfen. Millionen von Stellen, welche ausgelagert wurden, sollen wieder in den USA angesiedelt werden. Bewerkstelligen will dies Trump unter anderem, indem er etwa das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (Nafta) neu aushandelt.
In der Handelspolitik verspricht Trump eine radikale Kehrtwende: Er will unter anderem Zölle auf Produkte aus Mexiko und China einführen. Flickr/CC/Michael Mandiberg
Trump ist kritisch gegenüber dem Nordamerikanischen Freihandelsabkommen Nafta und dem geplanten Freihandelsdeal mit Asien TPP. Er will sie entweder neu aushandeln oder kündigen. In diesem Punkt hat Trump eine ähnliche Haltung wie seine Gegnerin: Auch Clinton fordert einen Marschhalt bei Freihandelsabkommen.
Trump will das bei Republikanern verhasste neue  Gesundheitsgesetz «Obamacare» abschaffen und mit einer marktbasierten Lösung ersetzen.
Auch der Deal mit dem Iran zur Lösung des Atomstreits ist für viele Republikaner ein rotes Tuch (in diesem Bild: Aussenminister John Kerry und sein iranischer Amtskollege Mohammad Javad Zarif). Trump verspricht, das Atomabkommen neu auszuhandeln.
Die staatliche Altersvorsorge «Social Security« ist beliebt – kein Wunder, will sie Trump nicht antasten.
Trump stellt allen Amerikanern eine Steuersenkung in Aussicht  – auch die Superreichen sollen von einem Rabatt profitieren. Trumps Pläne würden ein Loch in die Staatskasse reissen. Wie er die Steuerausfälle kompensieren will, hat der Kandidat bislang nicht erklärt. Flickr/CC/401(K) 2012
Trump will hart gegen die Terrormiliz IS durchgreifen. Unter anderem verspricht er, deren Geldquellen auszutrocknen.Bildquelle sofern nicht anders gekennzeichnet: Keystone
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RMS

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Donald Trump spricht gerne über Steuergerechtigkeit. Aber was der Präsidentschaftskandidat der Republikaner selbst an den Fiskus zahlt, ist ein Mysterium. Er weigert sich bis jetzt trotz aller Kritik, seine Steuererklärung zu veröffentlichen.

Der Mann, der den Namen seiner Rivalin Hillary Clinton - die ihre Steuern am Freitag offenlegte - nicht ohne den Zusatz «crooked» (betrügerisch) nennt, könnte gute Gründe für seine Diskretion haben. Recherchen der «New York Times» kommen zu dem Schluss, dass der Immobilien-Mogul und TV-Star womöglich überhaupt keine Steuern zahlt.

Geringe oder gar keine Einkommenssteuer

Erst vor wenigen Tagen versprach Trump den US-Bürgern im Falle seiner Wahl massive Steuergeschenke. «Für viele amerikanische Arbeiter wird der Steuersatz bei Null liegen», kündigte er am Montag in einer Rede in Detroit an.

Null - das ist auch eine Zahl, die sich Experten mit Blick auf Trumps eigene Steuerabgaben gut vorstellen können. «Es wäre sowohl möglich als auch legal, dass Donald Trump geringe oder gar keine Einkommenssteuer zahlt», sagte Steuerberater Len Green der «New York Times». Andere Fachleute pflichteten ihm bei.

Aber wie kann es angehen, dass ein Unternehmer, der sein Vermögen selbst auf mehr als zehn Milliarden US-Dollar taxiert, keine Steuern zahlen muss? Als Immobilienentwickler geniesse Trump Vorteile, die zu den grosszügigsten im US-Steuerrecht gehörten, heisst es in dem Zeitungsbericht.



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«Berüchtigt» für Steuerabzüge

Es sei üblich, dass Baulöwen trotz Hunderten Millionen Dollar Umsatz ungeschoren am Fiskus vorbeikämen. Die Branche sei «berüchtigt» für Steuerabzüge, wird Steven M. Rosenthal zitiert, ein Fachanwalt für Steuerrecht vom Tax Policy Center.

Als Immobilien-Mogul könne man in den USA immense Ausgaben etwa für Abschreibungen, Zinsen oder operative Kosten geltend machen. Dadurch könnten Unternehmer wie Trump auf dem Papier Verluste ausweisen, um ihr zu besteuerndes Einkommen zu drücken.

Dazu komme, dass die Immobilienentwickler viel eigenen Ermessensspielraum bei den Angaben hätten und ihre Projekte häufig mit vielen Schulden finanzierten, was beim Finanzamt ebenfalls entlastend wirken könnte. Dass es solche Steuerschlupflöcher überhaupt noch gebe, sei nicht zuletzt der aggressiven Lobbyarbeit der Branche zu verdanken.



Letzten öffentlich bekannten Steuererklärungen von 1978 und 1979

Die letzten öffentlich bekannten Steuererklärungen von Trump stammen aus den 1970er Jahren. Sie zeigen der «New York Times» zufolge, dass er 1978 und 1979 gar keine und in den Vorjahren nur sehr geringe Beträge an Einkommenssteuer auf Bundesebene gezahlt hat.

Wie es heute aussieht, kann nur vermutet werden. Denn Trump lehnt es bisher ab, Transparenz zu schaffen. Er schert sich nicht um die Jahrzehnte alte Tradition, dass US-Präsidentschaftsanwärter ihre Steuererklärung offenlegen. Anfangs hatte Trump das noch erwogen, dann entschied er, dass diese Zahlen niemanden etwas angingen.

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Druck steigt

Dass Konkurrentin Clinton ihre Steuererklärung nun publik machte, erhöht den Druck auf Trump. Die Präsidentschaftskandidatin der Demokraten nahm den Angaben zufolge mit ihrem Mann Bill 2015 insgesamt 10,6 Millionen Dollar ein.

Davon zahlten sie 34,2 Prozent Bundessteuern. Der Anteil aller Steuern (unter anderem Bund und Staat) belief sich auf 43,2 Prozent. Der Seitenhieb auf Trump folgte prompt: «Was hat er zu verbergen?», fragte die Clinton-Kampagne nach Veröffentlichung der Zahlen.

Angst vor «Romney-Effekt»

Trump aber dürfte den Sturm der Entrüstung noch gut in Erinnerung haben, den Mitt Romney - der letzte Kandidat der Republikaner - vor vier Jahren mit seiner Steuererklärung erntete. Romney galt mit einem Einkommenssteuersatz von 14 Prozent plötzlich als Inbegriff der privilegierten Finanzelite.

Der Unternehmer hatte ebenfalls kräftig von der vorteilhaften Besteuerung seiner Geschäfte am Kapitalmarkt profitiert und machte sich so bei vielen Wählern unbeliebt. Sollte sich zeigen, dass Trump noch weniger zahlt, könnte seine Kampagne, die stark auf Geringverdiener zielt, heftig darunter leiden.

(sda/ccr)
Sehen Sie in der Bildergalerie unten, welche zehn Wirtschaftsbosse Donald Trump unterstützen:

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Diese zehn Wirtschaftsbosse unterstützen Donald Trump:
Sheldon Adelson (Immobilien), Firma: Las Vegas Sands.
Carl Icahn (Hedgefonds), Firma: Icahn Enterprises.
Andrew Beal (Banking), Firma: Beal Bank.
Youtube
T. Boone Pickens (Ölindustrie, Hedgefonds), Firma: BP Capital Management.
Robert Kraft (Papier- und Verpackungsindustrie, Sport), Firmen: The Kraft Group, New England Patriots.
BrokenSphere/CC
Foster Friess (Vermögensverwaltung), Firma: Affiliated Managers Group.
Shalabh Kumar (Elektronik, Antivirensoftware), Firma: AVG Advanced Technologies.
Shekar.76/CC
Peter Thiel (Techindustrie), Firmen: Paypal, Facebook
Bernie Ecclestone (Formel 1), Firma: Fromula One Group.
Marc Faber (Investments), Firmen: Leopard Capital, Asia Frontier Capital.
Bilder: Keystone
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