Kuba ist weltberühmt für seine Zigarren. Diesen Ruf sollte den «Habanos» einen Platz im Sortiment eines führenden Zigarrenanbieters wie Oettinger Davidoff sichern. Doch seit 1989 hat der Basler Konzern keine kubanischen Raucherwaren mehr im Angebot.
Kuba ist weltberühmt für seine Zigarren. Diesen Ruf sollte den «Habanos» einen Platz im Sortiment eines führenden Zigarrenanbieters wie Oettinger Davidoff sichern. Doch seit 1989 hat der Basler Konzern keine kubanischen Raucherwaren mehr im Angebot.
Damals kündete die Staatsfirma Cubatabaco Oettinger Davidoff im Streit die langjährige Zusammenarbeit. Zino Davidoff liess die Kooperation sprichwörtlich in Rauch aufgehen: In einer spektakulären Aktion deponierte er 131'000 Zigarren in der Basler Kehrrichtverbrennungsanlage.
Unter Barack Obama keimte die Hoffnung auf Kuba-Exporte
Oettinger Davidoff bezieht seine Waren jetzt aus anderen Ländern in der Region – der Dominikanischen Republik, Nicaragua und Honduras. Kuba war für den Konzern kein Thema mehr – bis Ende 2016: Unter Präsident Barack Obama öffneten sich die USA gegenüber dem Erzfeind.
Das Ende des Embargos gegen Kuba schien nur eine Frage der Zeit. Das weckte Hoffnungen in Basel. «Es wäre ein Traum, wieder eine kubanische Davidoff einzuführen», sagte letzten Sommer der damalige Oettinger-Davidoff-Chef Hans-Kristian Hoejsgaard. «Ich bin zuversichtlich, dass Davidoff nach Kuba zurückkehrt. Auch wenn nicht klar ist, ob das in drei, fünf oder zehn Jahren passieren wird.»
Partner-Inhalte
Werbung
zVg
zVg
Ein Jahr später ist der Traum von Kuba verblasst. Statt Obama ist Donald Trump Präsident, und das US-kubanische Tauwetter ist vorbei. «Wir rechnen nicht damit, dass das Embargo in den nächsten Jahren gelockert wird», sagt jetzt der neue CEO Beat Hauenstein, der Hoejsgaard inzwischen abgelöst hat. Nur wenn die USA den Import kubanischer Zigarren wieder zulassen, rechnet sich für Oettinger Davidoff eine Rückkehr auf die Insel. Die USA sind mit Abstand der grösste Markt für Zigarren, kubanische Ware dürfte unter amerikanischen «Aficonados» viele Abnehmer finden.
Nicht nur beim Thema Kuba schlägt der neue Chef andere Töne an als sein Vorgänger Hans-Kristian Hoejsgaard. Letzten Sommer wurde Hauenstein – damals operativer Chef – überraschend zum CEO ernannt. Auch der Präsident wurde ausgewechselt: Anstelle von Andreas Schmid übernahm Domenico Scala das Präsidium. Wieso das Führungsduo Hoejsgaard/Schmid den Konzern verliess, ist nicht klar – der Familienkonzern informiert nur sehr zurückhaltend.
Werbung
zVg
zVg
Die Margen sind unter Druck
Unter Hauenstein und Scala ist Oettinger Davidoff im Umbruch: Anfang Jahr wurden die Aufgaben im Management neu verteilt, der CEO lancierte das Programm «Way Forward». Mit dem Programm will Hauenstein unter anderem die Effizienz im Konzern steigern, und auf die schwierigen Marktbedingungen reagieren. Die immer strengere Regulierung von Tabakprodukten und die Digitalisierung belasten das Geschäft. «Der Druck auf die Margen hat zugenommen», sagt der CEO. Letztes Jahr sank der Umsatz auf vergleichbarer Basis um ein Prozent auf 501 Millionen Franken.