Der neue Konzernchef Scott Thompson flunkerte beim Lebenslauf und nannte sich Β«ComputerwissenschafterΒ». Der Konzern rΓ€umte gegenΓΌber dem Blog Β«All Things DigitalΒ» ein, dass Thompson keinen solchen Titel besitze.
Yahoo stellte sich ausdrΓΌcklich hinter seinen Chef. Die falsche Information sei ein Β«unbeabsichtigter FehlerΒ» gewesen, erklΓ€rte das Unternehmen. Zuvor hatte der Investor Dan Loeb, der mit der Yahoo-FΓΌhrung im Clinch liegt, auf Ungereimtheiten in der offiziellen Biografie Thompsons hingewiesen.
Loeb wies in einem sΓΌffisant formulierten Brief darauf hin, dass Thompsons Stonehill College erst vier Jahre nach dessen Abschluss 1979 ΓΌberhaupt angefangen habe, Titel in Computerwissenschaften zu vergeben.
Unklar ist, ob sich AktionΓ€re und Aufseher von Yahoo mit der knappen ErklΓ€rung des Unternehmens zufriedengeben. US-amerikanische Medien wiesen darauf hin, dass der falsche Titel schon zu Thompsons Zeit bei der Handelsplattform Ebay in seinen offiziellen LebenslΓ€ufen auftauchte. In Wirklichkeit hatte er einen Abschluss in Buchhaltung gemacht.
Thompson war Anfang des Jahres als grosser HoffnungstrΓ€ger zu dem mit Schwierigkeiten kΓ€mpfenden Internet-Pionier gekommen. Yahoo lebt von Online-Werbeeinnahmen. In diesem GeschΓ€ft sind Konkurrenten wie Google und zuletzt auch das weltgrΓΆsste Online-Netzwerk Facebook immer stΓ€rker geworden.
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Thompson leitete einen strikten Sparkurs mit drastischem Stellenabbau ein. Vor seinem Antritt war Yahoo monatelang fΓΌhrungslos, nachdem die vorherige Chefin Carol Bartz nach zwei Jahren gefeuert worden war.