Abo
US-Wahlen

Mit grossen Schritten nähert sich Trump der Nomination

Donald Trump fehlen nur noch wenige Delegierte, bis er die Nomination sicher hat. Auch Hillary Clintons Weg ist nicht mehr weit und doch machen ihr gleich mehrere Probleme zu schaffen.

In den USA sind die Vorwahlen in vollem Gange: Das Teilnehmerfeld der möglichen Kandidaten hat sich bereits deutlich gelichtet. Bei den Demokraten kämpfen noch Hillary Clinton und Bernie Sanders um die Nominierung, bei den Republikanern scheint Donald Trump als Kandidat gesetzt, nachdem sich alle übrigen Anwärter zurückgezogen haben. Die wichtigsten Termine auf dem Weg ins Weisse Haus:
Mitte Juni stehen die letzten Vorwahlen an, danach folgt die nächste Etappe.Offiziell auf ihre Kandidaten festlegen werden sich die Parteien an ihren Parteitagen. Stehen die jeweiligen Präsidentschaftsanwärter schon vorher fest, verkommen die Parteitage zu blossen Show-Veranstaltungen.Parteitag der Republikaner – 18. bis 21. Juli in Cleveland, Ohio
Parteitag der Demokraten – 25. bis 28. Juli in Philadelphia, PennsylvaniaHier bestimmen die Demokraten die möglichen Nachfolger von Barack Obama und Vizepräsident Joe Biden.
Erste Fernsehdebatte der Präsidentschaftskandidaten – 26. SeptemberZum ersten Mal stehen sich die Kandidaten der beiden Parteien in Dayton, Ohio gegenüber. Zwei weitere Fernsehdebatten finden im Oktober in St. Louis, Missouri und Las Vegas, Nevada an.
Fernsehdebatte der Kandidaten um die Vize-Präsidentschaft – 4. OktoberAuch die beiden möglichen Vizepräsidenten müssen sich den Fragen eines TV-Moderators stellen.
Wahltag – 8. NovemberAnfang November wird schliesslich der nächste Präsident der USA gewählt. Gleichzeitig wird das gesamte Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats neu bestimmt.
Vereidigung des neuen US-Präsidenten – 20. Januar 2017Anfang 2017 wird der Sieger oder die Siegerin der Wahlen vereidigt und tritt damit als 45. Präsident die Nachfolge von Barack Obama im Weissen Haus an.Bilder: Keystone / Quelle: Reuters
1 / 7
RMS

Werbung

Hillary Clintons Weg zur Präsidentschaftskandidatur der Demokraten bleibt lang und steinig. In der Nacht zum Mittwoch verlor die frühere Aussenministerin die Vorwahl im US-Bundesstaat West Virginia gegen Bernie Sanders.
Der Senator von Vermont lag nach Angaben von US-Medien uneinholbar gegen Clinton vorne. Nach Auszählung von über 80 Prozent der Stimmen lag Sanders bei 51 Prozent der Stimmen, Clinton kam auf 36 Prozent.

Niederlagen belasten Clintons Image

Da die Delegierten für das Gesamtrennen aber proportional nach den gewonnenen Stimmen verteilt werden, hat Sanders gegen Clinton kaum Boden gut machen können. In West Virginia ging es nur um insgesamt 29 Delegierte. Clinton liegt insgesamt weiter mehrere hundert Delegiertenstimmen vor ihrem Konkurrenten.
Dennoch machen Niederlagen in einzelnen Bundesstaaten Clintons Wahlkampf und Image zu schaffen. Im Kohlestaat West Virginia schadeten ihr kritische Äusserungen über die Minenindustrie. Durch seine Siege hält Sanders auch programmatisch den Druck auf Clinton aufrecht.

1237 Delegierte sind in Reichweite

Bei den Republikanern gewann Donald Trump die Wahlen in West Virginia und im Bundesstaat Nebraska. Er hat keinen Gegenkandidaten mehr, seitdem sich nach der jüngsten Vorwahl in Indiana seine Konkurrenten Ted Cruz und John Kasich zurückgezogen hatten. Dennoch bekamen die beiden Aussteiger am Dienstag zusammen niedrige zweistellige Zustimmung. Die Demokraten haben in Nebraska bereits im März gewählt.

Partner-Inhalte

Trump nähert sich mit den am Dienstag gewonnenen Delegierten der Schwelle von 1237: Das ist die Mehrheit aller Delegierten, die über Monate in den Vorwahlen aller Bundesstaaten erreicht werden muss, um sich die Kandidatur zu sichern.
Der umstrittene New Yorker Milliardär und politische Quereinsteiger Trump war bereits vor diesem Wahldienstag der voraussichtliche Präsidentschaftskandidat der Republikaner. Cruz, Senator von Texas, schloss am Dienstag aus, als unabhängiger Kandidat wieder in das Rennen ums Weisse Haus einzusteigen.

Neue Umfragen sprechen gegen Clinton

Für Sanders, der weiter links als Clinton steht, bleibt das Rennen um die Kandidatur seiner Partei rechnerisch beinahe aussichtslos. Er müsste bei den verbleibenden Wahlen rund 66 Prozent aller Delegierten holen, um Clinton einzuholen. Ausserdem müsste er die Mehrheit der so genannten Superdelegierten auf seine Seite ziehen. Die meisten von ihnen haben sich bereits für Clinton ausgesprochen.
Clintons Problem und Sanders' Antrieb sind aber auch neue Umfragen, in denen Sanders in einem direkten Vergleich mit Donald Trump klar besser abschneidet. Trump nutzt das Ringen der Demokraten weidlich aus. Er sagte, Clinton bekomme es nicht einmal hin, sich gegen einen einzigen innerparteilichen Konkurrenten durchzusetzen.

Werbung

Der nächste Wahltag ist der kommende Dienstag. In Oregon stehen Abstimmungen beider Parteien an, in Kentucky wählen nur die Demokraten.
(sda/jfr)

Werbung