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Hypothetisch

Diese Staaten würden am meisten unter Trump leiden

Im US-Wahlkampf polarisiert Donald Trump mit seinen Zukunftsvisionen. Doch was wenn sie wahr werden? Eine Berechnung zeigt, welche Länder am meisten unter einer Präsidentschaft von Trump leiden würden

Karen Merkel-Gyger

Diese Nationen verlieren, wenn Trump siegt:
Das Bruttoinlandprodukt (BIP) in der Dominikanischen Republik würde um 2 Prozent schrumpfen*, sollten alle illegalen Migranten aus den USA heimkehren müssen und ihre Rücküberweisungen vollständig wegfallen.*Berechnungen nach Schätzungen des Anteils an den Rücküberweisungen durch illegale Migranten, Quelle: M&G
Das BIP in Mexiko würde um 2,3 Prozent zurückgehen. Das Land erhält geschätzt 13 Milliarden Dollar jährlich an Rücküberweisungen durch illegale Migranten. Gravierender wäre für Mexikos Wirtschaft ein Ende des Nafta-Freihandelsabkommens, weil dadurch Exporte in die USA gebremst würden.
Guatemala würde rechnerisch 2,5 Prozent seines BIP einbüssen, obwohl «nur» 900'000 Guatemalteken in den USA leben.
Für El Salvador wären die Folgen schwerwiegender: Um geschätzt 4,9 Prozent würde das BIP schrumpfen, sollten die Rücküberweisungen aus den USA wegfallen.
Am schlimmsten träfe ein radikales Verfahren Honduras: Um 6 Prozent droht das BIP zurückzugehen, kommt Trump an die Macht. Die rechtswidrigen Überweisungen aus den Vereinigten Staaten machen aktuell gut 13 Prozent des gesamten Bruttoinlandprodukts aus.
Nicht in der Berechnung enthalten sind die Folgen, mit denen die USA rechnen müssten, sollten elf Millionen illegale Einwanderer ihre – meist niedrigqualifizierten – Jobs aufgeben und das Land verlassen müssen.Bilder: Keystone
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Es ist bislang ein reines Rechenspiel, auch wenn Donald Trump am gestrigen Dienstag mit seinem Vorwahlsieg in Florida der tatsächlichen Kandidatur zum US-Präsident einen Schritt näher gekommen ist. Nach der Aufgabe von Mario Rubio wird die Auswahl der Republikaner zum Dreikampf, Ted Cruz und John Kasich sind noch gegen Trump im Rennen. Sollte es Donald J. Trump nicht nur zum Kandidaten schaffen, sondern sogar Präsident werden – dann wird es viele Verlierer geben.
Rein hypothetisch – würde ein US-Präsident Trump umsetzen, womit der Kandidat im Wahlkampf gedroht hat, ginge das insbesondere zu Lasten einiger lateinamerikanischer Staaten. Denn sollte er US-Präsident werden, will alle illegalen Einwanderer nach Hause schicken. Die Rechnung geht so: Die illegalen Migranten in den USA erwirtschaften Einkommen, von dem sie einen grossen Teil in ihre Heimat schicken. Dieses Geld ist ein Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt und lässt sich quantifizeren.

Mögliche Exportverluste für Mexiko

Also lässt sich der Schaden berechnen, der für Mexiko, Honduras und Co. entstünde, sollten tatsächlich alle Bürger aus diesen Staaten in ihre Heimat zurückkehren müssen, weil Trump es so verfügt. Um welche Summen es sich dabei handelt, hat die Vermögensverwaltung M&G Investments durchkalkuliert und den Schaden für das BIP der Länder mit dem grössten Anteil an illegalen Migranten in den USA beziffert (Sehen Sie das Ranking in der Bildergalerie oben).

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Die Zahlen sind dabei mehr als Überlegung verstehen, wie M&G selbst schreibt. Zum einen, weil selbst im Falle einer Präsidentschaft schwer vorstellbar ist, dass Trump tatsächlich alle illegalen Migranten des Landes verweist. Zum zweiten, weil andere Faktoren ins Gewicht fallen, die in der Berechnung fehlen. Für Mexiko beispielsweise wäre viel schwerwiegender, sollte eine Trump-Wahl das Nafta-Freihandelsabkommen in Frage stellen. Die Exporte in die USA sind für das Land wichtiger als die Rücküberweisungen der Mexikaner, die ohne Aufenthaltserlaubnis in den USA leben. Eine Zahl fehlt ausserdem in der Kalkulation: Welche Folgen es für die USA hätte, würden die Einwanderer als Arbeitskräfte wegfallen.

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