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Kowalskys Crash Test: Durchblick im Skizirkus

Das Navigationssystem in der Skibrille ist faszinierend, aber hat sich bisher nicht durchgesetzt. Jetzt startet Oakley einen neuen Versuch.

Marc Kowalsky

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Die Oakley Airwave 1.5 Snow im Crash Test. RMS

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Β«In ein paar Jahren wird Γ„hnliches Teil jeder besseren SkiausrΓΌstung sein. Da gehe ich eine Wette ein.Β» Das schrieb ich vor drei Jahren an dieser Stelle ΓΌber den Recon MOD Live – einen GPS-Einsatz fΓΌr Skibrillen –, den ich damals trotz kleiner SchwΓ€chen mit der Bestnote belohnte. Nun, ich gebe zu: Diese Wette habe ich verloren. Smarte Skibrillen sieht man heute auf den Pisten noch immer so selten wie einen Weltcupfahrer beim Einkehrschwung.
Nun nimmt Oakley einen neuen Anlauf. Die Airwave 1.5 Snow hat die – inzwischen weiterentwickelte – Elektronik von Recon gleich eingebaut: Unten rechts im Rahmen steckt ein winziges Farbdisplay, das direkt vor den Augen etwa so gross wirkt wie ein Laptop-Monitor. GPS-EmpfΓ€nger, Bluetooth, Wi-Fi und eine Fernbedienung komplettieren das System. Die Erstinstallation ist ein schreckliches Gefummel und dauert gefΓΌhlt so lang wie die Talabfahrt vom Kleinmatterhorn. Die Brille ist hochwertig verarbeitet, durch die Elektronik aber relativ schwer und nur mΓ€ssig bequem: Wegen der ungleichmΓ€ssigen Gewichtsverteilung drΓΌckte sie mir unangenehm auf den rechten NasenflΓΌgel.
Es dauert ein Weilchen, bis sich das GPS zurechtgefunden hat; dann aber zeigt es Pisten, Lifte, Restaurants und Freunde mit dem Airwave-System – zwar alles in sehr simpler Vektorgrafik, aber praktisch. Ebenfalls hilfreich sind die Anzeigen von aktueller Geschwindigkeit, HΓΆhe und zurΓΌckgelegter Distanz. Gut gelΓΆst ist die Bedienung ΓΌber ein Steuerkreuz, auch wenn das Fixierungsband am Arm nicht wirklich vertrauenseinflΓΆssend ist. Auch die Actioncam auf dem Helm kann man via Skibrille auslΓΆsen und die Bilder gleich auf Instagram posten. Nicht funktioniert haben bei mir die Facebook-Anbindung sowie die Anzeige eingehender Nachrichten – warum auch immer. DafΓΌr lassen sich via Steuerkreuz Anrufe beantworten und die Musikwiedergabe des Handys steuern.

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NatΓΌrlich kΓΆnnen Sie am Ende des Skitages Ihre Heldentaten am PC oder auf einer App nachvollziehen und nach allen Regeln der Kunst auswerten – auch wenn die Brille bei mir manchmal kurios-falsche Routen aufzeichnete. Ein Schwachpunkt ist die Batterie: FΓΌnf bis sechs Stunden Lebensdauer ist zu wenig fΓΌr einen anspruchsvollen Skitag; zudem zeigte mein GerΓ€t mehrmals Spontanentladungen. Und auf der Piste eine Steckdose zu finden, ist verdammt schwierig.
Fazit: Die Oakley Airwave ist ein tolles High-End-System mit kleinen Aussetzern. Allerdings ist die Entwicklung in den letzten drei Jahren nur wenig vorangekommen. Und solange der Preis so hoch bleibt, gehe ich meine Wette nicht erneut ein.
Oakley Airwave 1.5 Snow
Infos: ch.oakley.com
ErhΓ€ltlich: u.a. bei Galaxus.ch
Preis: Fr. 900.–


Bewertung: β˜…β˜…β˜…β˜…β˜†
β˜… Technoschrottβ€‚β˜…β˜… verzichtbarβ€‚β˜…β˜…β˜… nice to haveβ€‚β€¨β˜…β˜…β˜…β˜… coolβ€‚β˜…β˜…β˜…β˜…β˜… wegweisend
Über die Autoren
Marc Kowalsky
Marc Kowalsky
Stv. Chefredaktor bei BILANZ und ein versierter Kenner der Wirtschaftswelt.

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