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Persönlichkeiten

Kommunikation/Medien: Wer in der Schweiz den Ton angibt

Sie beeinflussen, was die Schweiz liest und was sie im Fernsehen zu sehen bekommt: Die mächtigsten Personen aus Kommunikation und Medien. Zum kleinen Kreis gehört neu auch «3+»-CEO Dominik Kaiser.

Maren Meyer

«Bilanz» hat das «Who is who» der Schweizer Wirtschaft ermittelt. Die wichtigsten Personen im Medienbereich:Kristina BazanBloggerinMit 22 hat die Genferin schon ein Publikum von über 2,4 Millionen Menschen – und das bloss auf ihrem Instagram-Account. Bazan ist so erfolgreich, dass sie es von der Bloggerin zum Model für Marken wie L’Oréal oder Dior geschafft hat.
Veit Dengler
Christian DorerChefredaktor «AZ Nordwestschweiz»,
bald Chefredaktor Blick-GruppeSpätestens im Februar 2017 wird Dorer seinen neuen Posten als Chefredaktor der Blick-Gruppe antreten. Ursprünglich sollte der derzeitige Chef der «AZ Nordwestschweiz» Christine Maier beim «SonntagsBlick» beerben. Doch nach einem – über Monate andauernden – Hin und Her auf der Blick-Etage wurde nun umdisponiert, die Position sogar neu für Dorer geschaffen.
Dominik KaiserCEO 3+Mit den Privatsendern 3+, 4+ und 5+ hat der gelernte Radio- und Fernsehelektriker sich auf dem hart umkämpften TV-Markt eine Nische geschaffen: Neben eigens produzierten Sendungen wie «Bauer, ledig, sucht …» flimmern täglich Blockbuster und US-Crime-Serien über die Mattscheibe.
Roger KöppelChefredaktor und Verleger «Weltwoche», SVP-NationalratKöppel macht wieder von sich reden: In der deutschen Polittalkshow «Hart aber fair» diskutierte er über den US-Wahlkampf und den umstrittenen Gewinner Donald Trump. Im Nationalrat legt er sich immer wieder mal mit SP-Justizministerin Simonetta Sommaruga an.
Martin SchneiderCEO AdmeiraSeit April ist Schneider CEO von Admeira, dem operativ tätigen Werbe-Joint-Venture von SRG, Swisscom und Ringier. Schneider führt derzeit 290 Mitarbeiter und verfolgt das Ziel, Marktleadern wie Google und Facebook «eine schweizerische Alternative entgegenzustellen». Er will erreichen, dass im stark wachsenden digitalen Bereich möglichst viel Werbegeld in der Schweiz bleibt und den Medien zur Verfügung steht. Pablo Faccinetto
Christoph ToniniCEO TamediaDer «Medienmanager des Jahres» heisst Christoph Tonini. Der Tamedia-CEO wird vom Magazin «Schweizer Journalist» für seinen «erfolgreichen Vorstoss in neue, digitale Geschäftsfelder» gekürt – wohl zu Recht: Jeden zweiten Franken verdient Tamedia heute im elektronischen Geschäft, der Wandel zum onlinebasierten Unternehmen läuft gut.
Marc WalderCEO Ringier, VR-Präsident Ringier Axel Springer Schweiz und AdmeiraIm hauseigenen Ringier-Magazin «Domo» sagt Walder ganz deutlich, wohin er den Medienkonzern führen möchte: «Ringier muss ein technologiebasiertes, ja sogar ein Technologieunternehmen werden.» Mit einem Anteil der digitalen Geschäfte von über 60 Prozent am Ebitda scheint die Strategie bisher aufzugehen.
Roger de WeckGeneraldirektor SRGIm Herbst 2017 ist es so weit: Roger de Weck tritt nach sieben Jahren von seinem Amt zurück. Ein bevorstehender Wechsel an der SGR-Spitze schien erst unwahrscheinlich: Nachdem de Weck das Pensionsalter für das Kader der SRG 2014 von 62 auf 65 Jahre angehoben hatte – mit Option bis 70 –, munkelte man, der heute 63-Jährige wolle seine Amtszeit verlängern.Bilder: Keystone
Thomas WildbergerCEO Publicis Communications SchweizDas zweite Jahr in Folge räumt die Kommunikationsagentur Publicis den Titel «Werber des Jahres» ab. Dieses Mal bekommt Kreativchef Thomas Wildberger die Auszeichnung verliehen. Zudem hat er im September Curdin Janett als CEO beerbt. Mit über 200 Mitarbeitenden und einem Umsatz von 35 bis 40 Millionen Franken ist Publicis die grösste Kommunikationsagentur der Schweiz. Basil Stücheli
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RMS

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Eigentlich wollte er Astronaut werden. Doch der Sehtest machte Dominik Kaiser einen Strich durch die Rechnung: Die Kampfpilotenausbildung – Grundbedingung, um Astronaut zu werden – konnte er nicht absolvieren. Heute ist der 47-Jährige Unternehmer: «Das war immer mein Plan B.»
Mit den Privatsendern 3+, 4+ und 5+ hat der gelernte Radio- und Fernsehelektriker sich auf dem hart umkämpften TV-Markt eine Nische geschaffen: Neben eigens produzierten Sendungen wie «Bauer, ledig, sucht …» oder «Bumann, der Restauranttester» flimmern täglich Blockbuster und US-Crime-Serien über die Mattscheibe. «Nach acht Jahren läuft mit ‹Bauer, ledig, sucht …› derzeit die mit Abstand erfolgreichste Staffel, mit einem durchschnittlichen Marktanteil von 19 Prozent bei den werberelevanten Zuschauern», sagt Kaiser.

Grund für Stolz

Er ist auch der Mann hinter dem «Bachelor»: Mittlerweile läuft die fünfte Staffel, in der 22 Single-Damen um die Gunst eines Junggesellen kämpfen, Tränen, Romantik und Herz-Schmerz-Momente inklusive. Wenn es wieder heisst: «Ich habe nur noch eine Rose», sitzt die halbe Schweiz gebannt vor dem Fernseher – mit Bachelor Janosch Nietlispach erreichte 3+ schon zu Beginn der neuen Staffel einen Marktanteil von 20,7 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe der 15- bis 49-Jährigen.

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Geld verdient Kaiser eigenen Angaben zufolge mit den Eigenproduktionen nicht. Dennoch werde jedes Jahr kontinuierlich mehr in diese Produktionen investiert. «Hier wollen wir unser Portfolio stetig ausbauen», so Kaiser. Auch sei er stolz darauf, dass er die erfolgreichsten Blockbuster und Serien immer öfter in Erstausstrahlung zeigen könne.

Hoffen auf die Schweizer Nati

Derzeit testet der Zürcher Unternehmer, der sich in seiner Freizeit immer noch für den Weltraum interessiert und bei verschiedenen Projekten engagiert ist, neue Bereiche wie Virtual Reality und Deep Learning. «Wenn wir damit erfolgreich sind, bauen wir dazu eigene Abteilungen auf.» Im Konkurrenzkampf steht 3+ gegenwärtig mit dem SRF: Ball des Anstosses sind die Spiele der Schweizer Fussball-Nati. «Toll wäre, wenn wir die bald zeigen könnten.» Das Angebot wurde bereits abgegeben. Und dann hat Dominik Kaiser da noch diesen Traum: «Die Fussballweltmeisterschaft ausstrahlen wäre toll.»
Sehen Sie in der Bildergalerie oben, welche Zehn zum «Who is who» der Kommunikation/Medien gehören. In der Bildergalerie unten sehen Sie die zehn wichtigsten Köpfe im Tourismus und in der Gastronomie.
«Bilanz» hat das «Who is who» der Schweizer Wirtschaft ermittelt. Die Wichtigsten im Bereich Tourismus/ Gastronomie:Ursula Bechtolsheimer-KippVR-Präsidentin Tschuggen Hotel GroupAls Nachfolgerin ihres Vaters Karl-Heinz Kipp ist sie seit Juli VR-Präsidentin der Tschuggen Hotel Group, zu der das «Eden Roc» in Ascona und das «Carlton» in St. Moritz gehören. BrauerPhotos
Martin CandrianVR-Präsident Candrian CateringNicht nur am Zürcher Hauptbahnhof ist Candrian Platzhirsch. Mit insgesamt 60 Betrieben ist Candrians Unternehmen einer der grössten Gastrobetriebe der Schweiz: Über 1000 Mitarbeitende erzielen einen Umsatz von etwa 125 Millionen Franken im Jahr.Dominique Meienberg
Thomas KlührCEO SwissPünktlicher werden: Thomas Klühr hat das bei seinem Amtsantritt im Februar zur Top-Priorität erklärt. Höchst gefordert ist Klühr auch am Flughafen Genf, von dem er sich durch Billigkonkurrenz nicht vertreiben lassen will. Erste Massnahme: neues Streckenangebot, mehr Business-, weniger Ferienziele.
Michel ReybierInvestor Aevis VictoriaZu Vermögen gekommen ist Reybier als Wurstkönig aus Lyon. Dieses Geschäft verkaufte er vor 16 Jahren. Heute ist Reybier Mehrheitsbesitzer der Aevis-Victoria-Gruppe. Dazu gehören das Swiss Medical Network, vormals Genolier-Privatklinikgruppe, mit 15 Kliniken, 869 Betten und 2400 Angestellten. Seit der Akquise der Victoria-Jungfrau Collection gehören zur Gruppe auch vier Schweizer Nobelherbergen.François Wavre | lundi13
Samih SawirisInvestorSein 1,8-Milliarden-Franken-Projekt in Andermatt – Top-Feriendestination in spe – ist noch im Bau, verschlingt aber bereits Unsummen und verursacht Millionenverluste (36 Millionen Franken per Ende 2015). Besser läuft es bei seinem Fünfsternehotel The Chedi: Dies kürte der Gastroführer «Gault Millau» im September zum Hotel des Jahres.
Jürg SchmidChef Schweiz TourismusJürg Schmid hat als Direktor von Schweiz Tourismus vom Bundesrat den Auftrag, die Schweiz als Ferienland zu vermarkten. 240 Mitarbeiter und ein Budget von 100 Millionen Franken stehen ihm dafür zur Verfügung.Ben Huggler
Bruno SchöpferManaging Director Katara Hospitality SwitzerlandDas Luxusresort auf dem Bürgenstock soll 2017 eröffnet werden. Es ist sein Husarenstück. Schöpfer ist Chef der Katara Hospitality Switzerland, einer Tochter des Staatsfonds des Emirats Katar mit Sitz in Zug. Die Katarer hatten das geschichtsträchtige Stück Schweiz 2008 erworben und ihn als Mastermind unter Vertrag genommen. Eine halbe Milliarde Franken sind verbaut worden. Christof Schürpf
Radovan VitekImmobilieninvestorVitek gehört die Czech Property Investments (CPI), ein Big Player im europäischen Immobilien- und Hotelgeschäft. Nun zieht Vitek auch in Crans-Montana Mauern hoch: Er wird in Cry d’Er auf einem Grundstück von fünf Hektaren ein Resort bauen. 180 Millionen Franken beträgt die Investitionssumme. Matej Slávik
Stephan WidrigCEO Flughafen ZürichWidrigs Reich ist ein Universum für sich: Ausser seinen 1600 direkten Mitarbeitern gehören auch die rund 280 Unternehmen dazu, von denen die einen den reibungslosen Betrieb sicherstellen und die andern das für Widrig lukrative Kommerzgeschäft betreiben. Restaurants, Läden und Friseure spülen über 400 Millionen Franken in die Kasse.
Rico ZandonellaInhaber, Küchenchef «Rico’s»Der Tessiner hat das Lebenswerk seines Lehrmeisters Horst Petermann nicht einfach nur weitergfüht, sondern er hat daraus etwas Eigenes gemacht. Mit Erfolg: Der Gastroführer «Gault Millau» hat den Küchenchef von «Rico’s» in Küsnacht ZH zum «Koch des Jahres 2017» erklärt. Bilder: Keystone/PR
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RMS

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