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Justiz

Fanpage-Klau: Schweizer verklagen Ferrari

Zwei Schweizer haben Ferrari auf 10 Millionen Franken Schadenersatz verklagt. Der italienische Autobauer hatte ihre erfolgreiche Facebook-Fanpage ΓΌbernommen.

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Der 21-jΓ€hrige Sammy und sein Vater Olivier Wasem sind grosse Ferrari-Fans. Darum erstellten sie 2009 auf Facebook eine Fanpage, die innerhalb eines Jahres schon 500'000 Β«LikesΒ» von Facebook-Benutzern hatte - sie folgten nun den AktivitΓ€ten auf der Seite.

Wenig spΓ€ter meldeten sich die Autobauer aus Maranello bei den Wasems. Die Italiener gratulierten den Schweizern, hatten aber auch schlechte Neuigkeiten fΓΌr sie: Man mΓΌssen wegen rechtlichen Punkten die Fanpage leider formell ΓΌbernehmen.

Gegenseitige Schuldzuweisungen

Die Wasems waren einverstanden, dass ihre Fanpage zum offiziellen Auftritt Ferraris bei Facebook wurde. Obwohl sie nie einen schriftlichen Vertrag fΓΌr eine finanzielle EntschΓ€digung erhielten, arbeiteten die Wasems an der Page vier Jahre lang weiter. Sie verloren dann ihr Administrations-Recht auf der Seite - Ferrari bestimmte ohne ihr EinverstΓ€ndnis eigene Community-Manager.

Im Februar 2013 klagten sie in Genf Ferrari ein und wollen mindestens 10 Millionen Schweizer Franken fΓΌr angeblich 5500 Stunden Arbeit sehen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Zudem wollen sie von den StaatsanwΓ€lten die Rolle Facebooks beim Administrations-Transfer klΓ€ren lassen. Ferrari lΓ€sst sich im Gegenzug nicht lumpen und klagt die Wasems wegen Markenverletzung und missbrΓ€uchlicher Verwendung der Facebook-Seite an.

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Auch NestlΓ© fiel auf die Nase

Andere Grosskonzerne wie NestlΓ© lassen in Sachen Social-Media mehr Vorsicht walten - nachdem man vorher gehΓΆrig auf die Nase gefallen war. NestlΓ© etwa ging gegen Greenpeace vor, als die NGO ein Video auf Youtube stellte, das NestlΓ©s PalmΓΆl-GeschΓ€fte anprangerte.

Nachdem die Westschweizer bei Youtube erfolgreich intervenierten und das Video gelΓΆscht wurde, stellte Greenpeace das Filmchen einfach auf weitere Plattformen. Durch die Zensur erhielt die Botschaft gleich noch mehr Publikum - millionenfach. Seit dieser Erfahrung gehe NestlΓ© solche FΓ€lle im Web Β«viel leiser und ruhiger anΒ», meinte ein Anwalt, der den Konzern berΓ€t.

(chb/vst/gku)

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