Guten Tag,
Fünfsternehotels entdecken den Reiz des Naheliegenden und Ungekünstelten und organisieren Erlebnisse fernab des Mainstreams. Eine Tour d’Horizon.
«The Chedi Andermatt»: Was unterscheidet dieses Hotel von sternemässig ebenbürtigen wie dem Bürgenstock Resort? Es ist Andermatt.
ZVGWas in der winzigen Käserei auf der Musenalp im Kanton Uri als Erstes einfährt, ist, wie es dort riecht. Es muss ein Mix sein von warmer Milch, Holzfeuer, dampfendem Wasser, feuchten Mauern und Kuhwiese – etwas anderes gibt es hier nämlich nicht. In der Erinnerung hängt dieser Geruch heute fest, weder als gut noch als schlecht, nur als einmalig und nicht einfach zu beschreiben wie derjenige der Pariser Metro. Man muss ihn gerochen haben, um zu wissen, wie er riecht.
«Willkommen», sagt Andrea Gysin. Die Sennin trägt weisse Gummistiefel und eine weisse Gummischürze, die Haare hält sie mit einem grünen Haarband aus der Sache raus. Mit ihrer linken, von Wasser aufgeweichten und geröteten Hand weist sie uns den Weg zur Tür ganz hinten im Raum, «wir gehen zuerst in den Keller».
Der ist in den Fels gebohrt, geschätzte vier Meter lang, zwei fünfzig breit, kühl und dunkel – und für uns Städter olfaktorisch ein Albtraum. Hier reift der Käse, in Salzlake, auf Regalen. «Ende Sommer werden wir vier bis fünf Tonnen gemacht haben», sagt die Sennin und stellt ein Holzbrett mit schön drapierten, mundgrossen Häppchen auf eine Kiste, die als Tisch dient. Sie schenkt aus einer Glasflasche Milch in Wegwerfbecher ein und sagt: «Probiert ruhig!» Hier drin essen und trinken? Nun schaltet sich Pascal Rast ein: «Die meisten, die ich hierherbringe, haben noch nie in ihrem Leben Rohmilch getrunken», sagt er, schnappt sich einen Becher, leert ihn in einem Zug und schaut amüsiert in die Runde.
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