Das chinesische Architekturbüro Penda hat eine ganz besondere Vision, wie die Menschen künftig wohnen könnten: In riesigen Baumhäusern aus Bambus, die je nach Bedarf wachsen, fast wie eine Pflanze.
«Rising Canes» von Penda will nichts weniger als die Zukunft des Wohnens und Arbeitens revolutionieren. Dies soll dank einer umweltschonenden Bambusbauweise geschehen.RMSDie Gebäude wachsen je nach Bedarf von der einfachen Hütte für eine Familie zur Stadt für 20'000 Personen.RMSDie Entwickler haben ihre Idee 2015 mit einer temporären Installation in Peking vorgestellt. Für Penda gab es dafür einen zweiten Platz bei den A'Design Awards 2016, einer international wichtigen Auszeichnung.RMSSpeziell ist die Bauweise, die ohne Nägel und Bretter auskommt.RMSBambus wächst schneller als Baumholz und ist im Verhältnis viel leichter und stabiler. Der Konfiguration des Gebäudes sind damit kaum Grenzen gesetzt.
PendaRMSDas Gebäude soll sich «organisch» in einen Bambuswald einfügen, der das Baumaterial liefert. Für jedes verwendete Bambusrohr werden zwei Pflanzen nachgepflanzt.RMS
In Zukunft werden die Menschen zurück auf die Bäume steigen, wenn die Idee des chinesischen Architekturbüros Penda wahr wird. Sie haben ein Gebäude aus Bambus entworfen, das dereinst das Wohnen revolutionieren soll. Die Konstruktion kommt ohne Nägel und Bretter aus und kann fast unbeschränkt erweitert werden. Von der Hütte für eine Familie bis hin zur Stadt mit 20'000 Einwohnern.
Das Gebäude soll sich in einen Bambuswald einfügen, der das Baumaterial liefert. Für jedes verwendete Bambusrohr werden zwei Pflanzen nachgepflanzt. So entstünde mit der Zeit ein Lebensraum, der sich selbst versorgt und mit der Zahl und den Bedürfnissen der Bewohner wachsen kann. Der Transport und die Verarbeitung des Baumaterials würde sich fast vollständig erübrigen. In und ums Haus könnten zudem Pflanzen zur Beschattung und Nahrungsmittelproduktion wachsen.
Chance für arme Länder
Gebaut wurde das Haus bisher noch nicht. Ein Prototyp eines Moduls im Jahr 2015 zeigte aber die Konstruktionsweise. Die Bambusrohre werden zu sogenannten «Knoten» verflochten und mit Seilen fixiert. So entsteht ein sehr stabiles und gleichzeitig leichtes Grundgerüst. Für Penda gab es dafür kürzlich einen zweiten Platz bei den international renommierten A'Design Awards.
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Ein erstes Modell für 20'000 Menschen soll laut «Tech Insider» bis 2023 ausserhalb von Peking entstehen. Doch die Pläne von Penda gehen noch weiter. Die Konstruktionen könnten überall dort gebaut werden, wo Bambus gedeiht, hoffen die Architekten. Die Bewohner bekämen nicht nur bessere Häuser, sondern die vermehrte Kultivierung und Nutzung von Bambus wäre eine Chance zu einer nachhaltigen Entwicklung in vielen ländlichen Gebieten des Südens.
Besser als Holz von Bäumen
Pendas «Rising Canes» passt zum Trend der umweltschonenden Architektur, etwa durch Holzbauweise. Im Vergleich zu Baumholz bietet das teilweise verholzende Süssgras Bambus jedoch mehrere Vorteile. Bambus wächst sehr schnell und bildet in vier bis sechs Jahren bis zu 40 Meter hohe Halme. Wenn die Rohre geschnitten werden, bleibt das Wurzelsystem am Leben und die Pflanze wächst von selbst nach. Und im Vergleich zum Gewicht ist Bambus extrem stabil.
Bambus ist auf allen Kontinenten ausser Europa und der Antarktis beheimatet und wächst zwischen 46° nördlicher und 47° südlicher Breite. Vor allem in China, aber auch in anderen Ländern wie Indien und Vietnam, hat Bambus als Baumaterial eine jahrhundertelange Tradition.