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Devisenhandel: Rastloser Billionenmarkt

Der globale Devisenhandel erreicht innerhalb von 24 Stunden jeweils ein Volumen von 1880 Milliarden Dollar.

red

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Am Montagmorgen fΓ€llt in Wellington, Neuseeland, der Startschuss zum internationalen Devisenhandel, dem Forex. Der Sonne folgend, ergiesst sich ein zunehmend breiter werdender Strom um den Globus. Immer mehr HandelsplΓ€tze schalten sich ein; Sydney, Tokio, Shanghai, Stunden spΓ€ter Frankfurt, ZΓΌrich, London, danach New York. Wenn der Devisenfluss nach fast 24 Stunden San Francisco erreicht, ist er auf 1 880 000 000 000 Dollar angeschwollen. An fΓΌnf Handelstagen wird so auf dem Devisenmarkt mehr Geld umgesetzt, als die ganze Welt in einem Jahr als Bruttosozialprodukt erwirtschaftet.
Der Forex ist der grΓΆsste Kapitalmarkt. Am meisten Devisen umgetauscht werden in London, gefolgt von New York und Tokio. Allein diese drei Zentren sorgen fΓΌr 59 Prozent des Gesamtvolumens. Die Schweiz ist mit einem Anteil von 3,3 Prozent nur achtgrΓΆsster Marktteilnehmer. Allerdings: UBS und Credit Suisse zΓ€hlen zu den fΓΌhrenden DevisenhΓ€ndlern. Den Grossteil des WΓ€hrungsgeschΓ€fts wickeln sie aber ΓΌber London und andere FinanzplΓ€tze ab.
Die Euro-EinfΓΌhrung hat das Devisenhandelsvolumen auf etwa 1,2 Billionen absacken lassen. Inzwischen hat der Markt aber wieder alte HΓΆhen erklommen. Β«Immer mehr Anleger entdecken die WΓ€hrungen als eigenstΓ€ndiges AnlageobjektΒ», erklΓ€rt JΓΌrg Bosshart, Verfasser des Devisen-Newsletters Β«SwissmasterΒ». Nicht einmal so sehr die hohen UmsΓ€tze als vielmehr die heftigen Dollar-AusschlΓ€ge machen den HΓ€ndlern zu schaffen. Β«Derzeit verdienen die meisten DevisenhΓ€ndler kein GeldΒ», so Bosshart. Grund: Β«Weil die Tagesbewegungen beim Dollar so stark und damit unberechenbar sind, setzen die meisten Marktteilnehmer auf den falschen Trend.Β»

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Die schweren KursausschlΓ€ge der Dollars hat den Forex verwundbar gemacht. Β«Der Devisenmarkt ist die Herzschlagader unseres Wirtschaftssystems. Nur ist dieser Markt hochfragilΒ», warnt Richard Olsen, Chef von Olsen & Associates in ZΓΌrich. Die grΓΆsste Gefahr drohe, so der Ex-DevisenhΓ€ndler, von den Zentralbanken selbst. Denn brΓ€che der Dollar erneut krΓ€ftig ein, wΓΌrden diese mit konzertierten Aktionen im Markt intervenieren, worauf der Dollar krΓ€ftig anziehen dΓΌrfte. Das wiederum riefe sofort Firmen, FinanzhΓ€user, Investoren, aber auch die Notenbanken auf den Plan; da diese auf hohen DollarbestΓ€nden sitzen, wΓΌrden sie die besseren Kurse fΓΌr VerkΓ€ufe nutzen. Β«Dann verkauft die ganze Welt innert kurzer Zeit Dollars, und dieser fΓ€llt noch viel tieferΒ», sagt Olsen. Ein nochmaliger schwerer Absturz der LeitwΓ€hrung kΓΆnnte die MΓ€rkte in die Krise und die Weltwirtschaft in eine Rezession stΓΌrzen.

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