Oldtimer boomen
Autos, die früher Alltagsfahrzeuge waren, seien zunehmend bei Oldtimersammlern gefragt, sagt Peter Mair vom Verband der Automobilindustrie. «Sie haben zum Teil Kultstatus.» Klassisches Beispiel sei zwar
der VW Käfer. «Aber auch viele Wartburg und Trabant werden gehegt und gepflegt. Sie über 25 und mehr Jahre durchzubringen, das kostet auch was.»
Und der Markt für historische Autos wächst. Die Zahl der als Oldtimer mit einem H-Kennzeichen zugelassenen Autos in Deutschland hat sich laut TÜV Thüringen in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt.
Diesen Status hat der letzte, knallrot lackierte Eisenacher Wartburg, der vor 25 Jahren vom Montageband direkt ins Museum rollte, noch nicht. Am 10. April 1991 war die Stimmung in dem riesigen Werk, in dem von 1955 an bis zu 8000 Menschen das Mittelklasse-Pendant zum Trabi bauten, auf dem Tiefpunkt. In die Wehmut mischte sich Wut, ein 29 Jahre alter Lackierer brach vor laufenden Kameras in Tränen aus und verlangte für sich und seine Familie eine Perspektive. Auch der Einbau eines Viertaktmotors mit VW-Lizenz ab 1988 konnte weder Wartburg noch Trabant retten.