Inneres der Teilnehmer erforschen
Und was passiert dann konkret im Club, wenn nicht nur reflexartig Visitenkarten ausgetauscht werden? Bei den Treffen werde intensiv die «Legacy» der Mitglieder diskutiert und analysiert, so Haas. Also, welche Spuren sie im privaten und beruflichen Umfeld durch ihr Tun hinterlassen. Er verspricht nicht ganz unbescheiden, dass die Energien, die bei Urban Gurus erzeugt werden, für den Rest des Lebens der Mitglieder ausreichen.
Der Weg in den Club funktioniert aber nicht mit einem klassischen Beitrittsantrag. Rein darf nur, wer von einem bereits aufgenommenen Mitglied empfohlen wird. Weiteres Aufnahmekriterium ist die Teilnahme an einem Retreat im Engadin. Dort soll das Innere der Teilnehmer erforscht und «tiefe und persönliche Beziehungen zu ähnlich denkenden und handelnden Menschen» aufgebaut werden. Wer beim Seelenstriptease nicht mitmachen kann oder will, muss sich wieder verabschieden.
Auch wenn die Mitglieder vom Club-Leben erzählen, verschwindet der Eindruck einer Geheimgesellschaft mit ungewöhnlichen Ansichten nicht ganz. So sagt etwa Désirée von Michaelis, Chefin des Blockchain- Unternehmens Hypoterra in
Zug: «Dank dem Urban-Guru-Netzwerk habe ich – auch zurück im Tagesgeschäft – Zugang zu einer Gruppe von inspirierenden ‹real-life Gurus› und Gleichgesinnten, mit denen ich mich sehr offen und konstruktiv über Herausforderungen und Lösungsansätze austauschen kann.» Der Retreat sei eine wertvolle Gelegenheit, sich für ein paar Tage systematisch grundsätzlichen Fragen zu widmen. Real-life Gurus sind Managerinnen und Manager, die «weise Weisheit» erworben haben – und die nach Visionen leben, die sie aus ihren Erfahrungen «destilliert» haben, wie es im Clubfolder heisst.