Die EZB hält am Leitzins bei 2 Prozent fest – zum siebten Mal in Folge. Doch der Iran-Krieg schürt Inflationsängste. Entsprechend werden künftige Zinserhöhungen wahrscheinlicher.
Die Europäische Zentralbank (EZB) geht den gleichen Weg wie die Währungshüter in den USA: Auch der EZB-Rat um Präsidentin Christine Lagarde legt eine weitere Zinspause ein. Seit der letzten Zinssenkung im Juni 2025 hat das Gremium den Leitzins der Euro-Zone nicht verändert – zum siebten Mal in Folge. Heisst: Der für Sparer und Anleger relevante Einlagenzins bleibt bei 2 Prozent. Am Mittwochabend rüttelte bereits die US-Notenbank Fed nicht an den Zinsen.
Der EZB-Entscheid stand ganz im Zeichen des Iran-Kriegs. Insbesondere die Blockade der Strasse von Hormus setzt die Wirtschaft unter Druck – auch jene des Euro-Raums. Noch aber liegen zu wenig belastbare Daten zu den Kriegsfolgen vor. Deshalb hat der EZB-Rat – wie von Analysten erwartet – nicht am Leitzins geschraubt.
Angst vor zu hoher Inflation
Für den weiteren Jahresverlauf rechnet man an den Finanzmärkten, dass die EZB die Leitzinsen erhöhen wird. Der Iran-Krieg treibt die Preise nach oben und befeuert damit die Teuerung. Im März kletterte die Inflation in der Euro-Zone von 1,9 auf 2,5 Prozent – und liegt damit ausserhalb des Ziels von 2 Prozent. Fürs Gesamtjahr prognostiziert die EZB gar eine Teuerung von 2,6 Prozent. Mit höheren Zinsen bekämpfen Währungshüter die Inflation.
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Gleichzeitig besteht durch Zinserhöhungen die Gefahr, dass die Wirtschaft zu stark darunter leidet. Trotzdem liegt der Fokus der EZB derzeit vor allem auf der Teuerung. Sie will unbedingt verhindern, dass ihr die Inflation davon galoppiert – wie es ihr nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 passiert war. Das sorgte damals für Kritik an den europäischen Währungshütern. Der Vorwurf: Sie hätten den damaligen Preisanstieg zu lange unterschätzt. Zeitweise schnellte die Inflation im Euro-Raum auf über 10 Prozent.
Noch wartet EZB-Chefin Lagarde ab. Je länger das Seilziehen um die Strasse von Hormus anhält, umso schneller dürfte es zu einer Zinserhöhung kommen.