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Nur noch auf Platz zwei

Warum Schweizer weniger vermögend sind als die Amerikaner

Schweizer Vermögen wachsen: Im Jahr 2025 stieg das Brutto-Geldvermögen um 4 Prozent auf 384'000 Franken pro Kopf. Doch hohe Hypotheken lassen die Schweiz hinter die USA zurückfallen.

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Das Durchschnittsvermögen von Schweizerinnen und Schweizern wächst. Ein Carspotter fotografiert teure Ferraris in Zürich.
Das Durchschnittsvermögen von Schweizerinnen und Schweizern wächst. Ein Carspotter fotografiert teure Ferraris in Zürich.Keystone

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Schweizerinnen und Schweizer sitzen auf einem zünftigen Geldberg! Ende 2025 verfügten sie im Schnitt über ein Brutto-Geldvermögen von 384'000 Franken pro Kopf. Damit bleibt die Schweiz die unangefochtene Nummer eins der Welt. Das zeigt der neue Global Wealth Report des Versicherungskonzerns Allianz, der 60 Länder unter die Lupe nahm.
Insgesamt summiert sich das Geldvermögen der Schweizer Haushalte auf 3,4 Billionen Franken. Zur Erinnerung: Eine Billion sind 1'000'000'000'000 Franken. Oder 1 Million Millionen. Zu dieser Monster-Summe zählen Bankguthaben, Wertpapiere sowie Versicherungen und Pensionsvermögen. Immobilien sind nicht eingerechnet.

Hypotheken sind das Problem

Die Schweizer haben aber auch hohe Schulden. Die Verbindlichkeiten beliefen sich Ende 2025 auf 1,13 Billionen Franken. Zieht man diese ab, bleiben netto 261'138 Franken pro Kopf. Damit reicht es nur noch für Platz zwei hinter den USA. Aber warum sind die Amerikaner vermögender als wir Schweizer?
Die Amerikaner finanzieren ihre Häuser ebenfalls überwiegend mit Hypotheken. Der entscheidende Unterschied zur Schweiz liegt weniger beim Kauf als beim Abzahlen danach. Amerikaner kaufen ihr Haus ebenfalls auf Pump – zahlen den Kredit aber typischerweise über die Laufzeit vollständig zurück. Schweizer Eigenheimbesitzer lassen dagegen häufig einen beträchtlichen Teil der Hypothek dauerhaft stehen. Deshalb drücken die Hypothekarschulden in der Allianz-Rechnung das Schweizer Netto-Geldvermögen besonders stark.

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Wertpapiere legen deutlich zu

Trotzdem wurden die Schweizer 2025 nochmals reicher. Das Brutto-Geldvermögen legte um 4 Prozent zu. Besonders gut lachen hat, wer an der Börse investiert. Wertpapiere legten 9,7 Prozent zu. Bankeinlagen wuchsen dagegen laut dem Allianz-Report nur um 1,9 Prozent, Versicherungen und Pensionsvermögen um 1,1 Prozent.
Besonders beliebt waren Fonds: Schweizer Haushalte kauften Investmentfonds für 35,6 Milliarden Franken – der zweithöchste Wert seit Beginn der Datenreihe. Gleichzeitig verkauften sie Aktien im Umfang von 6,6 Milliarden Franken.
Weltweit explodierten die Vermögen regelrecht. Sie stiegen um 8,6 Prozent auf den Rekordwert von 253,8 Billionen Franken. Auch hier zeigt sich: Gewinner sind vor allem Menschen, die viel an der Börse investiert haben. Wertpapiere legten weltweit um 12,4 Prozent zu und damit mehr als doppelt so stark wie Bankguthaben.

Inflation bremst stark

Allerdings relativiert die Teuerung den Geldsegen. Seit 2019 ist das weltweite Geldvermögen nominal zwar um 50 Prozent gestiegen, inflationsbereinigt aber nur um 23 Prozent. In Westeuropa liegt die reale Zunahme sogar bei mickrigen 0,5 Prozent. Die Schweiz steht besser da: Hier erhöhte sich die Kaufkraft des Geldvermögens seit 2019 um 13,3 Prozent.

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Gehts so weiter? Für 2026 erwartet die Allianz weltweit nochmals rund 9 Prozent Vermögenswachstum. Eine wichtige Rolle spielt dabei der KI-Boom an den Börsen. Doch genau darin steckt auch eine Gefahr. Seit Ende 2022 ist der US-Leitindex S&P 500 um rund 95 Prozent gestiegen. Bricht er um 25 Prozent ein, könnten allein amerikanische Haushalte im Jahr des Börsenschocks rund 27 Billionen Dollar Vermögen verlieren – und die US-Wirtschaft in eine Rezession drücken. Mit weltweiten Folgen.
Über die Autoren
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Patrik Berger
Patrik Berger ist Redaktor Wirtschaft bei der Handelszeitung.

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