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Foresight Summit

Krisenkonferenz der Reichen: Wohin im Ernstfall?

Der Angriff auf die Emirate sorgt bei Reichen für Verunsicherung. An einer neuen Konferenz in St. Moritz werden Fluchtstrategien diskutiert.

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Die Bhutan-Connection: Alessa Berg und Tobias Reichmuth haben Bhutans Premier Tshering Tobgay (M.) über Ostern in Bhutan kennengelernt. Keystone, PR / BILANZ-Montage

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Die Angriffe des Iran auf die Emirate haben nicht nur Influencer vor den Kopf gestossen. Angesichts der zahlreichen globalen Krisen fragen sich offenbar immer mehr reiche Familien, ob sie dort, wo sie leben, auch in Zukunft in Sicherheit sein werden. Laut dem Seriengründer Tobias Reichmuth ist diese Suche nach Strategien für den Ernstfall «ein neuer Megatrend»: «Wir müssen uns überlegen, wohin wir im Ernstfall gehen und wie wir uns vorbereiten. Ein Plan B ist sicher klug.» Reichmuth diskutierte am WEF mit der ehemaligen Investmentbankerin und TTI-Gründerin Alessa Berg über die Bedrohungen durch Kriege, Pandemien, KI und Klimawandel und entwickelte dabei die Idee einer Konferenz zu diesem Trend. Weil das Thema dränge, wurden die Pläne auch gleich umgesetzt. Vom 14. bis zum 16. Oktober 2026 findet im «Suvretta House» in St. Moritz erstmals der Foresight Summit, zu Deutsch «Weitblick-Konferenz», statt. «Eine solche Konferenz gibt es bisher nicht», sagt Reichmuth.
Die ebenfalls von Reichmuth mitgegründete Crypto Finance Conference (CfC) dient als Blaupause. Drei Tage im Luxushotel, 5000 Franken Gebühr und eine exklusive Teilnehmerliste. «Es geht auch um Netzwerke und Community Building», so der Investor.

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Als Speaker sind Hermitage-Capital-Mitgründer Bill Browder, der Chef von Henley & Partners, Chris Kaelin, und Tshering Tobgay, der Premierminister von Bhutan, gesetzt. Letztgenannten lernten Alessa Berg und Tobias Reichmuth über Ostern auf einer Reise mit einer Wirtschaftsdelegation in Bhutan kennen. Neben Bhutan werden sich Länder wie Thailand oder Neuseeland als potenzielle Zufluchtsorte präsentieren. Ein Prinzipal eines Family Office wird in einem Fireside Chat berichten, wie er vier Standorte aufgebaut hat.
«Vorbereitung ist die beste Strategie», sagt Reichmuth. So werde es am ersten Tag der Konferenz vor allem darum gehen, wie man Risiken früh erkennt. Es gibt Dienstleister, die genau darauf spezialisiert sind und ihre Kunden frühzeitig warnen. Am Tag zwei wird darüber informiert, welche Länder bei welchen Bedrohungen als Exil in Frage kommen. Der Fokus am letzten Tag wird auf der Vorbereitung liegen. Was braucht es, um mit der Familie in ein Land flüchten zu können? «Neben den richtigen Pässen kann das eine Blockhütte in Kanada für 50’000 Franken sein», so Reichmuth.
Er selbst begann 2021 im Norden Norwegens eine Präsenz aufzubauen. Für das Projekt war der Klimawandel die Motivation. Inzwischen hat sich Russland klar gegen Europa gerichtet. Der Standort ist nicht mehr ideal.

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