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Wende beim Schweizer Franken

Die Schwächephase ist vorbei

Die Experten von Deutscher Bank und Goldman Sachs sehen wieder Aufwärtspotenzial für den Franken. Als sicherer Hafen gewinnt er an Attraktivität.

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Der Franken steht zum Euro unter Aufwertungsdruck.
Der Franken steht zum Euro unter Aufwertungsdruck.imago images/Andreas Haas

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Während die Schweizerische Nationalbank (SNB) die Füsse in jüngster Vergangenheit stillgehalten hat, wurden die Währungshüter in Washington, Frankfurt oder Tokio mit Zinserhöhungen aktiv. Entsprechend war die Schweizer Währung als günstige Refinanzierungswährung gefragt und neigte zur Schwäche.
Damit dürfte bald Schluss sein - egal, ob die SNB am Donnerstag den Leitzins wie erwartet bei null Prozent belässt oder gar eine Erhöhung bekannt gibt. George Saravelos, Währungsstratege der Deutschen Bank, empfiehlt in einem Strategiepapier vom Montag, den Euro zum Franken zu verkaufen.
Der Devisenstratege der Deutschen Bank (DB) führt dabei verschiedene Argumente an. Einerseits sei der Euro-Franken-Kurs der Entwicklung der kurzfristigen Zinsen gefolgt, seit die Schweizerische Nationalbank (SNB) Anfang des Jahres eine erhöhte Bereitschaft signalisiert hatte, am Devisenmarkt zu intervenieren und einer übermässigen Aufwertung des Frankens entgegenzuwirken.
Der DB-Experte geht nun davon aus, dass die Hürde hoch genug liege, damit eine weitere Neubewertung der globalen Zinsen in Richtung einer restriktiveren Geldpolitik den Franken weiterhin belasten würde. Sollten die Energiepreise weiter steigen, dürfte zudem der aktuelle geldpolitische Kurs in der Schweiz kaum ausreichen, um die mittelfristige Inflation dauerhaft im Zielbereich der SNB zu halten.

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Der Franken hatte sich real gegenüber dem Euro seit Jahresbeginn um mehr als 4 Prozent abgewertet. Gemäss den Berechnungen von Saravelos von der Deutschen Bank ist der Franken real sogar auf seinen Zehnjahresdurchschnitt zurückgefallen und gilt auf dieser Basis nicht mehr als überbewertet.
Ein weiteres Argument für einen stärkeren Franken gegenüber dem Euro sei der jüngste Hinweis von SNB-Präsident Martin Schlegel zur erhöhten Interventionsbereitschaft am Devisenmarkt. Dies könne als Vorbereitung auf eine künftige Straffung der Geldpolitik respektive als eine Hinwendung zu einer restriktiveren Haltung gedeutet werden. Gleichzeitig signalisieren Modellrechnungen, dass die SNB seit April kaum oder gar nicht interveniert hat. Ebenso zeigen die verschiedenen Indikatoren zur Marktpositionierung weiterhin Netto-Short-Positionen im Franken.
Auf kurzfristiger Ebene mehren sich daher die Anzeichen dafür, dass der Franken wieder vermehrt als «sicherer Hafen» und Risk-off-Asset wahrgenommen werde. «Wir halten den Verkauf von Euro zum Franken für attraktiv, zumal auch die Saisonalität im vierten Quartal für einen Kursrückgang spricht», so das Fazit des Experten Saravelos von der Deutschen Bank.

US-Strategen erwarten schwächeren Dollar

Ähnlich tönt es auch in den Handelsräumen von Goldman Sachs in New York. Deren Experten verweisen auf die Zinsdifferenz, welche ein wesentlicher Treiber für die schwächere Schweizer Währung war.

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Die Ökonomen von der US-Investmentbank gehen davon aus, dass die SNB sowohl bei der Sitzung in der kommenden Woche als auch auf absehbare Zeit an ihrer bisherigen Haltung festhalten werde. Zwar räumte SNB-Präsident Schlegel kürzlich ein, dass die Inflation in der Schweiz angezogen habe, doch betonte er, der Anstieg sei geringer ausgefallen als in anderen Ländern und es gäbe bislang kaum Anzeichen für Zweitrundeneffekte.
Dennoch gibt es gemäss den Strategen von Goldman Sachs erste Anzeichen dafür, dass die SNB ihr Augenmerk zunehmend auf Aufwärtsrisiken für die Inflation richte und folglich weniger geneigt sei, eine Abwertung des Schweizer Frankens zu fördern.
Mit einer raschen oder kurzfristigen Frankenaufwertung rechnen die Devisenstrategen von Goldman Sachs nicht. Bemerkenswert sei indes, dass die SNB angesichts einer erneuten Welle höherer Energiepreise und der zunehmenden Inflationsdifferenz zwischen dem Euroraum und der Schweiz in jüngster Zeit verstärkt auf den realen Wechselkurs achtet.
Dies könnte die SNB eines Tages dazu veranlassen, geldpolitische Massnahmen zu ergreifen, um dem Anstieg des Euro zum Franken entgegenzuwirken. Da der Franken jedoch nach wie vor eine beliebte Finanzierungswährung sei, bestehe Spielraum für einen stärkeren Franken. Dies, weil eine restriktivere Haltung der SNB zum Auflösen von Shortpositionen führen würde, so die Devisenexperten der US‑Investmentbank.

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Auf zwölf Monate prognostiziert Goldman Sachs den Dollar bei 0,79 Franken und den Euro bei 0,9160 Franken.
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