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Meinung

Die Börse als Spiegel unserer Zeit

Nach Trumps Angriff auf den Iran steuern die Finanzmärkte auf eine neue Krise zu. Die Energiekrise treibt die Inflation an, Anleger flüchten.

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«Wie sich Inflation und steigende Zinsen auswirken, ist Anlegern noch von 2022 in schlechter Erinnerung», hält Erich Gerbl fest. Paul Seewer für BILANZ

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Oops, he did it again. Wie schon im Vorjahr nach dem «Liberation Day» brechen die Kurse «dank» Donald Trump ein. Wie schon im Vorjahr hatte der Schweizer Aktienmarkt zuvor einen guten Lauf. Selbst geprügelte Schweizer Zykliker kamen mit Aussicht auf eine wieder zu Kräften kommende europäische und nicht zuletzt deutsche Wirtschaft zuletzt wieder auf die Beine.
Dann autorisierte Trump die Bombardierung des Irans. Seitdem hat die Welt ihre Energiekrise und Anleger das Malheur. Wieder sind alle Augen auf den US-Präsidenten gerichtet – wieder scheint der Taktierer die Entwicklung an den Finanzmärkten in der Hand zu haben. Anders als bei den Zöllen besteht die Gefahr, dass ihm die Kontrolle in dieser Krise entgleitet. Je mehr Ölinfrastruktur vernichtet wird, umso langwieriger die Wiederherstellung des Normalzustands. Schien die leidige Inflation weitgehend vom Tisch, kommt sie nun mit grossen Schritten zurück. Wie sich Teuerung und steigende Zinsen auf die Märkte auswirken, ist Investoren noch aus dem Jahr 2022 in schlechter Erinnerung. Im Gleichklang gingen die Kurse von Aktien und Obligationen in die Knie. Zu den wenigen Gewinnern an den Börsen zählten Rüstungsaktien. Das dürfte auch in dieser Krise wieder so sein. Die Börse bleibt das Spiegelbild unserer Zeit.

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