Was die Finanzmärkte eigentlich gar nicht mögen, sind Unsicherheit und Unberechenbarkeit. Eine der unberechenbarsten Personen, die ständig für Unsicherheit sorgen, ist ungünstigerweise der US-Präsident. Es ist schon erstaunlich, wie gut sich der Aktienmarkt trotz des omnipräsenten Donald Trump hält. Klar, die Zolldrohungen haben mehrfach zu Kurseinbrüchen geführt. Aber der Markt hat sich immer wieder schnell erholt. Es ist wohl die positive Entwicklung der Konjunktur, die den Markt leise, aber beharrlich nach oben schiebt – nicht wegen Trump, sondern trotz Trump.
Professionelle Investoren werfen die Nerven nicht weg, sondern passen ihre Strategie den Gegebenheiten an. Zunehmend verbreitet sich der TACO-Trade. TACO ist in diesem Fall kein mexikanisches Gericht, sondern steht für «Trump always chickens out». Die Strategie setzt darauf, dass die Aktionen des US-Präsidenten die Welt zwar verunsichern, Trump schlussendlich aber einen Rückzieher macht. Die steigenden Renditen an den Anleihenmärkten oder die fallenden Kurse an den Aktienbörsen zwingen ihn dazu. Die Verunsicherung weicht, die Märkte erholen sich.