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Unattraktives Lockmittel?

In diesen Kantonen lohnt es sich, die Steuern vorzeitig zu begleichen

Die provisorische Steuerrechnung 2026 wurde vielerorts verschickt. Lohnt sich eine Vorauszahlung? Alle 26 Kantone im Vergleich.

Monique Misteli Ringier

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Das Steueramt in Liestal BL. imago images/Andreas Haas

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Die provisorischen Steuerrechnungen fรผr 2026 trรถpfeln dieser Tage nach und nach in den Haushalten in der Schweiz ein. Traditionell laden die Steuerรคmter die Schuldner mit Vorzugs-Zinsen dazu ein, die Steuern vorzeitig zu begleichen. Doch dieses Lockmittel wurde bereits wรคhrend der Negativzinsen der Nationalbank 2015 bis 2022 immer unattraktiver. Und im Juni 2025 senkte die Nationalbank den Leitzins wieder auf 0,00 Prozent.
Obwohl die Vorzugs-Zinsen der Steuerรคmter damit erneut gelitten haben, รผbertreffen sie in vielen Fรคllen noch immer die Zinsen auf den gewรถhnlichen Sparkonten. Denn diese sind in vielen Fรคllen nahe null Prozent. Wer also die Mittel hat, die Steuerrechnung frรผhzeitig zu begleichen, kann in gewissen Kantonen noch immer mehr herausholen als auf dem Sparkonto.
cash.ch hat bei den einzelnen Kantonen nachgefragt, ob und wie hoch sie eine vorzeitige Bezahlung mit Vorzugszinsen vergรผten - und wie hoch allfรคllige Verzugszinsen sind.

Vorzugzinsen 2026: Zug bleibt einsame Spitze

Der Kanton Zug zahlt mit 2,00 Prozent mit Abstand den hรถchsten Vorzugszins, und das bereits seit 2024 unverรคndert. Auf den weiteren Plรคtzen folgen Appenzell Ausserrhoden und Glarus, die stabil bei 1,00 Prozent geblieben sind. Am anderen Ende der Skala stehen Kantone wie Neuenburg, Solothurn, Jura und Luzern, die fรผr 2026 gar keinen Vorzugszins mehr gewรคhren. Bei Luzern entspricht das einem Rรผckgang um 0,75 Prozentpunkte gegenรผber dem Vorjahr. Das ist die grรถsste Einzelverรคnderung unter den Kantonen.

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Deutliche Rรผckgรคnge verzeichnen auch Aargau, Bern, Basel-Stadt und St. Gallen (je minus 0,50 Prozentpunkte), wรคhrend Genf seinen Satz um 0,40 Prozentpunkte auf noch 0,10 Prozent gesenkt hat. In Zรผrich, dem bevรถlkerungsreichsten Kanton der Schweiz, erhรคlt man einen Zins von noch 0,75 Prozent. Im Jahr vorher waren es 1 Prozent.

Tabelle: Zinsen auf vorzeitige Zahlung der Staats- und Bundessteuern

Auch bei der direkten Bundessteuer lohnt es sich, genau hinzusehen. Hier lohnt sich eine vorzeitige Zahlung ab 2026 nicht mehr. Denn das Eidgenรถssische Finanzdepartement (EFD) hat entschieden, den Vorauszahlungszins vollstรคndig abzuschaffen. Wรคhrend vor drei Jahren in vielen Kantonen Zinsen auf Vorauszahlungen von bis zu 1,25 Prozent gewรคhrt wurden, waren es 2025 noch 0,75 Prozent. Seit Anfang des Jahres gilt nun 0,00 Prozent.
Gleichzeitig senkt der Bund per 1. Januar 2026 den Vergรผtungszins (fรผr Rรผckerstattungen an Steuerpflichtige) sowie den Verzugszins (fรผr verspรคtete Zahlungen) von je 4,50 auf 4,00 Prozent.

Neuenburg bestraft Sรคumige am stรคrksten

Wer die Steuerrechnung zu spรคt begleicht, wird mit Verzugszinsen belastet. Auch diese variieren je nach Kanton erheblich. Am hรถchsten liegt Neuenburg mit 8,00 Prozent - eine Konstante seit Jahren.

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Auffรคllig ist der Kanton Genf: Der Kanton erhรถhte seinen Verzugszins um 1,00 Prozentpunkt auf 4,00 Prozent, das ist die grรถsste Steigerung unter allen Kantonen. Auch Appenzell Ausserrhoden erhรถhte leicht, um 0,25 Prozentpunkte auf 5,00 Prozent.
Zudem haben Bern, Luzern, Nidwalden und Basel-Landschaft ihre Verzugszinsen um je 0,50 Prozentpunkte gesenkt. Mehrere grosse Kantone wie Zรผrich, Zug, St. Gallen oder Graubรผnden haben ihren Satz stabil gehalten.

Tabelle: Verzugszinsen fรผr verspรคtete Zahlung der Staats- und Bundessteuer

Wer seinen Steuerbetrag kennt und flรผssige Mittel hat, sollte also prรผfen, ob sich eine Vorauszahlung lohnt - insbesondere in Kantonen mit noch attraktiven Sรคtzen. Im aktuellen Tiefzinsumfeld bei Banken kann auch 0,50 Prozent ein Argument sein. Bei der direkten Bundessteuer hingegen fรคllt mit 0,00 Prozent der Anreiz fรผrs Vorauszahlen ganz weg.
Der scheinbare Trick, vorab mรถglichst hohe Betrรคge einzuzahlen, um von den Kantonen eine Zinsgutschrift einzuheimsen, lohnt sich รผbrigens nicht. Die Steuerรคmter sind angewiesen, unangemessen hohe Betrรคge zurรผckzuweisen.

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