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Stetiger Verfall

Die Sika-Aktie fällt und fällt

Der Bauchemieriese wird an der Börse durch­gereicht. Mittlerweile ist das Niveau erreicht, bei dem die Familie Burkard 2018 verkaufte.

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Sika-Chef Thomas Hasler kämpft in China gegen die Krise im Wohnungsbau. Keystone

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Die Sika-Aktie ist ein Trauerspiel. Mit einem Minus von mehr als 20 Prozent zählt das Wertpapier seit Jahresbeginn zu den schlechtesten Titeln im SMI. Das wäre noch keine Katastrophe, doch war das auch schon 2024 (minus 21 Prozent) und 2025 (minus 24 Prozent) so. Der Verfall ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass die Aktie auf dem Niveau notiert, bei dem die Familie Burkard ausstieg. Am 11. Mai 2018 erhielten die Burkards nach vierjährigem Rechtsstreit für 16,7 Prozent des Aktienkapitals 3,22 Milliarden Franken. Dabei errechnet sich eine Marktkapitalisierung von 20 Milliarden, ziemlich genau das Niveau, auf dem Sika heute (23. März 2026) wieder liegt. Die Gewinne aus den fetten Jahren 2020 und 2021 sind vollständig abgebaut. Damals war vom «Sika-Wunder» die Rede.

Heute fragen sich die Investoren, wie weit die Korrektur noch gehen kann. Zuletzt haben der Aktie die Aussicht auf steigende Zinsen und die Krise in Nahost zugesetzt. Während die Umsätze 2025 erstmals nach Jahren zurückgingen, legten die Geschäfte im Nahen Osten und in Afrika im Vorjahr zweistellig zu. Eine Fortsetzung dieses Trends erscheint im Iran-Krieg schwierig. Erhalten bleiben Sika die Probleme in China, die ein wesentlicher Grund für den jahrelangen Kursverfall sind. In der Volksrepublik ist laut Sika-Chef Thomas Hasler vorerst keine Besserung in Sicht.

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Obwohl Sika davon ausgeht, dass die globalen Marktbedingungen in der Bauindustrie im Jahr 2026 verhalten bleiben, ist der grösste Teil der Analysten positiv gestimmt. Sika profitiere vom Trend zu Datencentern, sei mit 5500 Patenten besonders innovativ und mittlerweile günstig bewertet. 14 raten zum Kauf der Aktien, sieben zum Halten und nur zwei zum Verkauf.
Die fünf Burkard-Geschwister erhielten die 3,2 Milliarden Franken in bar. Geht der Ausverkauf weiter, könnten sie sich überlegen, ob sich ein Einstieg lohnt. Das Interesse dürfte aber überschaubar sein. Urs Burkard zog sich nach dem Verkauf aus dem Schweizer Wirtschaftsleben zurück. In seinem Weingut Arillo in Terrabianca baut er mit seiner Frau Wein an.

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