Die Niederlage von US-Präsident Donald Trump bei den Zwischenwahlen sorgt an den Finanzmärkten für Nervosität. Die Aussicht auf einen Machtwechsel im Kongress lässt die Aktienkurse purzeln. Besonders heftig trifft es am Mittwochmorgen die asiatischen Börsen.
In Japan sackte der Leitindex Nikkei 225 zeitweise um rund 4,4 Prozent ab. Auch die südkoreanische Börse geriet unter Druck: Der Kospi verlor zwischenzeitlich rund 3,4 Prozent. Die amerikanischen Börsen sind noch geschlossen, doch die Terminkontrakte zeigen bereits nach unten. Die Futures auf den technologielastigen Nasdaq 100 büssten zeitweise rund 2,2 Prozent ein. Mittlerweile haben sich die Investoren vom ersten Schock erholt. Die Nasdaq-Futures stehen nur noch 0,4 Prozent im Minus.
Auch in Europa hat sich die Lage leicht entspannt. Die Schweizer Börse startet sogar grün in den Handelstag. Der SMI eröffnet mit 0,1 Prozent im Plus. Der deutsche Dax legt mit einem Plus von 0,2 Prozent los. Euro Stoxx 50 liegt gar 0,7 Prozent im Plus.
Angst vor strengeren Regeln
Der Grund für die Aufregung an den Märkten: Die Demokraten haben bei den Midterms deutlich zugelegt. Anleger befürchten, dass sie künftig strengere Vorschriften für amerikanische Technologiekonzerne durchsetzen könnten. Besonders die boomende Branche der künstlichen Intelligenz steht im Fokus.
Zudem könnte ein demokratisch kontrollierter Kongress Trumps Wirtschafts- und Steuerpolitik ausbremsen. Die Aussicht auf politische Blockaden verunsichert die Investoren. Auch der US-Dollar geriet unter Druck. Gleichzeitig flüchteten Anleger in amerikanische Staatsanleihen, die als vergleichsweise sichere Anlage gelten.
Kommt jetzt eine Trotzreaktion Trumps?
Die Niederlage von Donald Trump bei den US-Zwischenwahlen hat auch Folgen für die Schweizer Wirtschaft. «Für die Schweiz zeichnet sich dennoch keine Entwarnung ab: Der Franken erstarkt, das Zollrisiko bleibt», sagt Santosh Brivio, Leiter Economic Research der Migros Bank in einer ersten Einschätzung.
Brivio warnt zudem vor falschen Hoffnungen bei den US-Zöllen. Trump könnte trotz eines demokratisch dominierten Kongresses weitere Handelsbarrieren verhängen. Die Migros Bank hält sogar eine «Trotzreaktion» mit neuen Zöllen für möglich.