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Der Markt für Luxusimmobilien in Mexiko – ein unterschätzter Hotspot

Auch nach dem Boom der Vorjahre bleibt das Land in Mittelamerika ein Magnet für internationale Immobilienkäufer im Luxussegment.

Roberto Stefano Handelszeitung

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In Orten wie San Miguel de Allende sind die Immobilienpreise für Luxusvillen geschossen. Dieses Anwesen ist für über 5 Millionen Dollar zu haben. Engel & Völkers

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Mexiko ist ein Land der Gegensätze: Zwischen Pazifik und Karibik trifft ein jahrhundertealtes Kulturerbe auf pulsierende, moderne Städte. An den Küsten schaffen weisse Strände, türkisfarbenes Wasser und farbenprächtige Korallenriffe eine Szenerie, in der der Alltag schnell in weite Ferne rückt. Sobald die Sonne untergeht, erfüllt Musik die Plätze, tanzen Menschen bis tief in die Nacht, und die Lebenslust der Einheimischen wird spürbar und ansteckend. Wer sich an einem solchen Ort niederlassen kann, darf sich glücklich schätzen – wäre da nicht die ausserordentlich hohe Kriminalitätsrate, die viele Interessenten aus dem Ausland davon abhält, in diesem Land sesshaft zu werden.
Tatsächlich steht Mexiko wegen Gewalt und Drogenhandel immer wieder im Fokus der Weltöffentlichkeit. Doch was viele nicht wissen: Abseits der neuralgischen Punkte und insbesondere in den touristisch gut erschlossenen Regionen gilt das Land der Azteken und Maya als sicher – und hat in den vergangenen Jahren einen regelrechten Immobilienboom erlebt. Gleichwohl sind nach wie vor attraktive Investments möglich.
Die besondere Magie der mexikanischen Pazifikküste hatte der italienische Bankier und Künstler Gianfranco Brignone bereits 1968 erkannt. An der Costa Careyes legte er den Grundstein für eines der exklusivsten Luxusresorts des Landes. Heute gilt die abgeschiedene Oase mit eigenem Poloclub als Rückzugsort für Prominente, Unternehmer und internationale Jetsetter, die fernab der Öffentlichkeit Ruhe, Natur und Privatsphäre suchen. Zu den regelmässigen Gästen und Villenbesitzern zählen Hollywoodstars, Models, Musiker und Wirtschaftsgrössen aus aller Welt. Die legendären Anwesen, viele davon spektakulär auf Klippen über dem Pazifik erbaut, verbinden rustikale Eleganz mit modernem Luxus und gelten längst als architektonische Ikonen.

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Engel & Völkers

Sehnsuchtsort für globale Käufer

Mittlerweile haben auch zahlreiche andere Regionen in Mexiko die Schönen und Reichen angezogen – und damit den Immobilienmarkt in Aufruhr versetzt. In Orten wie Tulum, Los Cabos, Puerto Vallarta oder San Miguel de Allende sind die Preise für luxuriöse Villen, Privatresorts und abgeschirmte Wohnanlagen in die Höhe geschossen. Dank einer fortschrittlichen medizinischen Versorgung, der Nähe zum amerikanischen Markt und der Möglichkeit, im Homeoffice aus der Ferne seiner Arbeit nachzugehen, sind die Anwesen mehr als nur kurzzeitige Rückzugsorte. Die Luxusvillen bringen vielmehr einen modernen Lifestyle zum Ausdruck, stehen für internationale Aktivitäten und sind werthaltige Investitionen. Im Verhältnis zu den exklusiven Lagen sowie zur Grösse und Ausstattung der Liegenschaften liegen sie aber nach wie vor hinter jenen in Kalifornien oder Europa.
Die Vorzüge von Mexiko überzeugten zuletzt nicht nur im Luxusbereich. Auch der breite Immobilienmarkt konnte stark zulegen. Laut der globalen Wirtschaftsdatenbank Ceic lag das Wachstum in den vergangenen fünf Jahren jeweils zwischen 8 und 10 Prozent pro Jahr, mit einem Maximum von 11,7 Prozent im Jahr 2023. Inzwischen zeichnet sich eine Konsolidierung ab: Aus einem durch Spekulation getriebenen Aufschwung sei gemäss einem aktuellen Marktreport von Esales Property eine reifere Wachstumsphase entstanden, die von Investitionen in die Infrastruktur gestützt werde. Nach einer Ära des «Goldrauschs» seit den frühen 2020er-Jahren sei der Markt heute widerstandsfähig und überzeuge mit seinem einzigartigen Angebot.

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MARVIN LANDA
Im Luxusimmobilienmarkt hingegen ist von einer Verschnaufpause wenig zu spüren. Laut Wesley Gleason, Lizenzpartner von Engel & Völkers San Miguel, nimmt die Nachfrage in diesem Bereich weiter zu. «Niedrige Grundsteuern und geringe laufende Kosten machen den Besitz von Immobilien in Mexiko zu einer attraktiven Investition für Luxuskäufer», erklärt er. In San Miguel beispielsweise sei das ganzjährig milde Klima besonders attraktiv für Käufer, die kalten Wintern und heissen Sommern entfliehen möchten. Andere beliebte Regionen für Luxusimmobilien seien Los Cabos an der Westküste, Mexiko-City sowie die Riviera Maya an der Ostküste. Letztere steht gemäss dem Global Property Guide vor allem für ihre Ferienimmobilien im Fokus von Immobilieninvestoren. Der berühmte Küstenabschnitt an der Karibik zwischen Puerto Morelos und Tulum profitiert von laufenden Tourismusaktivitäten und Infrastrukturinitiativen wie etwa dem «Tren Maya». Die 1500 Kilometer lange Eisenbahnstrecke in Ringform auf der Halbinsel Yucatan ist seit Ende 2024 in Betrieb und soll Tourismus und Wohlstand in Zukunft weiter ankurbeln. Mérida, auf der anderen Seite der Halbinsel und ebenfalls durch die neue Bahnlinie erschlossen, wird für seine Lebensqualität geschätzt und zieht dank der relativ erschwinglichen Preise für Luxusimmobilien nach wie vor nationale und internationale Käufer an.

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Los Cabos, eine Ferienregion an der Südspitze der mexikanischen Halbinsel Baja California, gilt derzeit als eines der heissesten Pflaster im High-End-Bereich. Unterstützt wird die starke Nachfrage nach Luxusobjekten hier durch den etablierten Resort-Markt und laufende Infrastrukturinvestitionen. Auch da zeigt sich eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit im Markt, der durch Villen mit Meerblick, Markenresidenzen und Immobilien in etablierten Gemeinden wie Palmilla, Querencia und Punta Ballena definiert wird. Vor allem Meergrundstücke an Premiumstandorten seien immer schwieriger zu erwerben.
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ALEJANDRO TORRE

Vom Pandemie-Hype zur Knappheit

Doch auch im Luxusimmobilienmarkt zeichnet sich eine Veränderung ab: Nach dem von der Pandemie angestossenen Aufschwung, der neben den Treibern aus Remote-Arbeit und Lifestyle-Migration auch spekulative Elemente enthielt, ist die Nachfrage heute stabil und auf Knappheit zurückzuführen. Dies geht aus dem aktuellen Immobilienmarktreport von Berkshire Hathaway Homeservices hervor. In Los Cabos etwa seien die Preise wegen einer seit Jahren anhaltenden intensiven Nachfrage aus Kalifornien bereits deutlich höher als in anderen Gebieten. «In dieser Region gibt es einen einfachen Zugang zu spektakulären Resorts, und die niedrigen Steuern sind besonders attraktiv für Käufer aus den USA und Kanada», erklärt Wesley Gleason. Für die Immobilienkäufer sei es zudem von grossem Vorteil, dass sie sich dort in derselben Zeitzone wie ihre Familien und Unternehmen befinden. «Für Käufer, die weiterhin in Nordamerika arbeiten, ist dies ein wichtiges Argument», ergänzt er.

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Dass besonders US-Amerikaner das Land vermehrt als Arbeits- und Rückzugsort entdecken, hängt auch mit der aktuellen Regierung unter Präsident Donald Trump zusammen und mit den von ihm verursachten politischen Spannungen. «Die Trump-Regierung hat unser Geschäft mit Luxusimmobilien angekurbelt, da viele US-Käufer nach einem Rückzugsort ausserhalb ihres Landes suchen», erklärt Engel-&-Völkers-Immobilienexperte Wesley Gleason. Vor allem die Diversifizierung des Vermögens spiele für sie eine zentrale Rolle. Die Fussballweltmeisterschaft hingegen hatte bisher noch kaum einen Einfluss. Während Grossveranstaltungen in anderen Ländern häufig kurzfristige Spekulationen auslösen, scheint der mexikanische Luxusmarkt derzeit stärker von langfristigen Lifestyle- und Vermögenstrends geprägt zu sein.

Luxusmärkte fern der Gewalt

Gerade die grossen Luxusdestinationen investieren massiv in Sicherheit, Infrastruktur und Diskretion. Viele Villenanlagen verfügen über private Zufahrten, Sicherheitsdienste und abgeschirmte Communities. Hinzu kommt ein Serviceniveau auf internationalem Niveau. Die Eigentümer beschäftigen häufig festes Personal für ihre Anwesen – von Hausangestellten bis zu privaten Köchen oder Gärtnern. Gleichzeitig seien die laufenden Kosten überraschend niedrig. Gleason: «Die Grundsteuern in Mexiko sind im Vergleich zu den USA sehr gering.»

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Wer in Mexiko eine Immobilie erwerben möchte, sollte sich dennoch intensiv mit den regional unterschiedlichen Eigentumsregelungen auseinandersetzen. «Die Gesetze zum Immobilienbesitz unterscheiden sich je nach Region des Landes», erklärt Gleason. Während Ausländer in Städten wie San Miguel de Allende Immobilien direkt erwerben können, erfolgt der Kauf in vielen Küstenregionen über ein sogenanntes Banktreuhandmodell. «Die Wahl eines erfahrenen Immobilienexperten ist dabei entscheidend», ist er überzeugt.
Der Mix aus Exklusivität, vergleichsweise moderaten Unterhaltskosten und spektakulärer Natur macht Mexiko besonders attraktiv für internationale Käufer. Trotz geopolitischen Unsicherheiten und regionalen Herausforderungen bleibt das Land deshalb vor allem eines: ein Sehnsuchtsort zwischen Luxus, Freiheit und tropischer Leichtigkeit.
Dieser Artikel ist im Millionär, einem Magazin der Handelszeitung, erschienen (Juni 2026).

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