WEF: Wo sich die Weltelite zum Stelldichein trifft
3000 Grössen aus Wirtschaft und Politik finden sich dieser Tage in Davos ein. Für eine Premiere am WEF sorgt der chinesische Präsident Xi. Folgen hat der Massenauflauf für Sicherheit und Tourismus.
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Die 47. Ausgabe des Weltwirtschaftsforums in Davos versammelt die Mächtigen der Welt:Für den Nobelpreisträger Juan Manuel Santos hat auch das WEF einen Preis: Klaus Schwab überreicht dem Präsidenten Kolumbiens den «Global Statesman Award».RMSSheryl Sandberg, COO von Facebook, sprach zum Thema «A Positive Narrative for the Global Community».KeystoneBei Jamie Oliver ging es um eine gesunde und nachhaltige Essensrevolution.RMSBundesrat Didier Burkhalter überreicht dem scheidenden US-Aussenminister John Kerry ein exklusives Buch.RMSKämpferisch der Auftritt eines weiteren abtretenden US-Politikers. Vizepräsident Joe Biden verteidigt die liberale Weltordnung und kritisiert Russland in seiner Rede scharf.RMSDen Weg nach Davos hat die IWF-Direktorin Christine Lagarde ebenso gefunden wie...RMS... die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini.RMSDonald Trump gehört zu den Abwesenden am WEF. Sein Transition Team ist aber etwa durch Anthony Scaramucci vertreten.RMSMicrosoft-CEO Satya Nadella ist einer von 836 Teilnehmern aus den USA, das damit die grösste Delegation am WEF stellt. Ebenfalls stark vertreten ist Grossbritannien mit 283 Personen.RMSMary Barra, CEO von GM, zählt als Frau am WEF zur Minderheit. Nur gerade 21 Prozent der Teilnehmenden sind Frauen.RMSJoseph Stiglitz vertritt als Professor die akademische Welt in den Bündner Alpen. Damit ist er in guter Gesellschaft, zum Sammelbecken «Öffentlicher Sektor, Zivilgesellschaft, Kunst und akademische Welt» zählen 1087 Personen - über ein Drittel der insgesamt 3000 Teilnehmer.KeystoneBlaues Blut nach Davos bringen König Philippe von Belgien und seine Frau Mathilde. Sie treffen dabei auch auf den chinesischen Präsidenten Xi Jinping.RMSHollywood ist vertreten durch Schauspieler Matt Damon, der am WEF für seine Stiftung Water.org weibelt. Für die Projekte rund um sauberes Wasser benötigen er und sein Team 55 Millionen Dollar an Spendengeldern.RMSDie Sängerin Shakira, die mit einem Preis ausgezeichnet wurde, sprach zum Thema Frühkinderförderung.RMSBundespräsidentin Doris Leuthard trifft auf den chinesischen Präsidenten Xi Jinping.RMSDie Wirtschaftswelt ist vertreten durch Thomas Jordan (SNB-Präsident) und Axel Weber (UBS-Präsident).RMSEbenfalls Platz auf der grossen Bühne nimmt CS-CEO Tidjane Thiam.RMSDas WEF bietet den Wirtschaftsgrössen auch die Möglichkeit für persönliche und informelle Treffen - etwa zwischen Adecco-CEO Alain Dehaze und Gewerkschaftsführer Philipp Jennings.RMSDavos ist im Ausnahmezustand: Die Sicherheitsvorkehrungen wurden erneut erhöht.RMSAuftaktparty: Hollywood-Schauspieler Forest Whitaker (links) und die kolumbianische Sängerin Shakira bei den Crystal Awards am Abend vor der Eröffnung des Weltwirtschaftsforum in Davos.RMSIntensives Gespräch: Der frühere US-Vizepräsident Al Gore (links) und Klaus Schwab, der Gründer des Weltwirtschaftsforums, bei den Crystal Awards.RMSDie deutsche Star-Geigerin Anne-Sophie Mutter (rechts) bekommt einen Crystal Award von Hilde Schwab, der Frau des WEF-Gründers Klaus Schwab.RMSNoch-US-Vizepräsident Joe Biden spricht über die «Cancer Moonshot», eine Initiative der Obama-Regierung, ein Heilmittel für Krebs zu finden.RMSEin Blick auf das tiefverschneite Dach des WEF-Kongresszentrums in Davos.Bilder: KeystoneRMS
Das 47. Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos hat offiziell begonnen. Bis Freitag wird die Bündner Stadt zum «Zauberberg», auf dem sich Spitzenpolitiker und Wirtschaftskapitäne, Wissenschaftler und Künstler die Klinke in die Hand drücken.
3000 Gäste besuchen das WEF – mehr als je zuvor. Darunter ist mit Xi Jinping zum ersten Mal auch ein chinesischer Staatspräsident. Er wird das Forum am Dienstagmorgen mit einer Rede eröffnen. «Ich erwarte, dass Präsident Xi aufzeigen wird, wie China eine anpassungsfähige und verantwortungsvolle Führungsrolle in der Welt einnehmen will», sagte WEF-Gründer und -Patron Klaus Schwab an einer Medienkonferenz im Vorfeld des Treffens in Davos.
Optimistischer Schwaab
Dieses Jahr steht das Treffen unter dem Motto «Anpassungsfähige und verantwortungsvolle Führung». Die Welt steckt in einer Führungskrise, das Vertrauen in die Elite ist erschüttert. In vielen Ländern wenden sich die Wähler von etablierten Politikern ab und Populisten zu, die vermeintlich einfache Lösungen präsentieren. Prominentestes Beispiel sind die USA, wo Donald Trump am Freitag offiziell das Ruder übernimmt.
«Ich habe immer geglaubt, dass komplexe Herausforderungen in einer vernetzten Welt nur gelöst werden können, indem wir zusammenarbeiten», schrieb Schwab im Vorfeld des Treffens in einem Beitrag für die «Financial Times». Obwohl diese «offene, pragmatische Sicht von Fortschritt» heute unter einem schlechten Stern stehe, sei er optimistisch und vertraue auf die Werte Zusammenarbeit und Kooperation.
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Millionenteure Sicherheit
Wie jedes Jahr ist Davos während des Forums komplett abgeriegelt. Die zwei Zufahrtswege durch das Prättigau und das Landwassertal werden kontrolliert, vier Sicherheitszonen im Ort können nur mit Bewilligung betreten werden. Im Vergleich zum letzten Jahr wurden die Polizeipräsenz rund um Davos und die Personen- und Verkehrskontrollen etwas erhöht.
Die Gewährleistung der Sicherheit wird die öffentliche Hand voraussichtlich rund 9 Millionen Franken kosten. Der jeweils etwa 28 Millionen Franken teure Einsatz der Armee wird über das ordentliche Budget des Verteidigungsdepartements VBS finanziert.
Partyhauptstadt Davos
Umgekehrt spült das WEF jeweils auch viel Geld in die Kassen von Gastronomie und Hotellerie in Davos. Die Unterkünfte in Davos sind ausgebucht – und meist viel teurer als sonst. Das WEF ist bei der Prominenz auch beliebt für die langen Nächte: Dutzende Partys finden statt, die begehrtesten mit Vertretern des Hochadels und aus Hollywood.
Gemäss einer Untersuchung der Hochschule St. Gallen im Auftrag des WEF betrug der durch das Jahrestreffen in Davos ausgelöste Gesamtumsatz im Jahr 2015 ungefähr 50 Millionen Franken.