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Was man bei Lohngesprächen nicht sagen sollte

In Lohnverhandlungen kann man in so manches Fettnäpfchen treten. Manche Ausdrücke können einem sogar Lohnerhöhung ruinieren. Ein Überblick, welche Phrasen vermieden werden sollten.

Nathalie Gaulhiac

In Lohnverhandlungen ist die richtige Wortwahl entscheidend. Auf diese Ausdrücke sollte man hingegen verzichten:
«Ich habe gehört, dass...»«Büroklatsch bei Gehaltsverhandlungen ist nie okay, insbesondere, wenn einige dieser Informationen vertraulich sein könnten», warnt Karriereexpertin Vicki Salemi. Gerüchte und Informationen von Kollegen sollte man auf keinen Fall bei der Gehaltsverhandlung ansprechen. Das zerstört die Glaubwürdigkeit. Das Durchschnittsgehalt anzusprechen, das Menschen in der Position verdienen, sei hingegen erlaubt.
«Das reicht nicht»Als Chef ist man nicht dazu verpflichtet eine Gehaltserhöhung zu geben. Zu sagen, dass man mehr Geld will, klingt nicht nur arrogant, sondern verringert die Chancen überhaupt eine Erhöhung zu bekommen. «Ich greife gerne auf die 15-Prozent-Regel zurück», so Karrierecoach Ryan Kahn. «Bekommt man ein Angebot und hat kaum Zeit darüber nachzudenken, sollte man 15 Prozent mehr verlangen. 15 Prozent werden den Chef nicht empören, könnten aber einiges mehr einbringen.»
«Am Montag?»«Personalchefs versuchen freitags ungelöste Probleme aus dem Weg zu schaffen, sodass sie die Woche erfolgreich beenden können und Montag wieder durchstarten können», so Kahn. «Wenn man Donnerstagnachmittag die Gehaltsverhandlung anspricht, wird der Personalchef es noch vor dem Wochenende klären wollen - das erhöht die Chancen, das Wunschgehalt zu bekommen.»
«Lassen Sie uns per Email darüber diskutieren»Eine Gehaltsverhandlung ist immer eine aufregende Sache. Doch selbst, wenn man sich wohler fühlt per E-Mail zu kommunizieren, ist die Gehaltserhöhung ein Thema, das man persönlich besprechen sollte. «Verhandeln Sie immer persönlich über das Gehalt», erklärt Salemi. «Das macht einen offenen Dialog möglich und erlaubt die Stimmung des Gegenübers besser einzuschätzen, als es per E-Mail möglich ist.»
«Es tut mir leid, aber…»Viele von uns leiten Bitten mit «Entschuldigung?» oder «Es tut mir leid, aber...» ein, weil wir denken, dass es den Gegenüber wohlwollender stimmt. Das sei aber nicht der Fall, so Salemi. «Entschuldigen Sie sich niemals dafür, nach mehr Geld zu fragen», sagt die Karriereexpertin.
«Bei (…) würde ich mehr bekommen»Absolutes No-Go! Auf diese Aussage wird der Chef antworten: «Warum arbeiten Sie dann bei uns und nicht dort?» «Ich bin kein Fan von Bieter-Kriegen», sagt auch Heather Krasna, Leiterin des Karriereservices an der Columbia University School of Public Health. «Das Angebot eines anderen Unternehmens in der Gehaltsverhandlung zu erwähnen, kann das Vertrauen brechen.»
«Ja! Ich nehme es.»Nehmen Sie nicht gleich das erste Angebot an. «Selbst wenn Sie vom Angebot begeistert sind, sollten Sie der Versuchung widerstehen es sofort anzunehmen», so Krasna. «Lassen Sie sich ein paar Tage Zeit, um darüber nachzudenken, die Information zu verdauen und zu recherchieren.»
«Ich weiss nicht…»Eine Gehaltserhöhung muss begründet sein. Warum sollten Sie mehr verdienen als Ihr aktuelles Gehalt? «Ich weiss nicht» ist keine Antwort, die Sie weiterbringen wird. «Es ist unbedingt erforderlich, dass Sie sich im Vorhinein vorbereiten», so Krasna. «Wenn Sie mehr tun als das, was in der Jobbeschreibung steht, werden Ihnen diese zusätzlichen Aufgaben bei der Verhandlung zugute kommen.»
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In Lohnverhandlungen ist die richtige Wortwahl entscheidend. Auf diese Ausdrücke sollte man hingegen verzichten: RMS

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Geld ist ein sensibles Thema, das man am Arbeitsplatz meist nur ungern anspricht — insbesondere, wenn es um eine Gehaltserhöhung geht. Grundsätzlich sollte man Gehaltsverhandlungen nicht aus dem Weg gehen. Der grösste Fehler ist, nicht das Geld einzufordern, das einem zusteht.

Aber manchmal kann der Schuss trotzdem nach hinten losgehen. Wie verhandle ich richtig? Wie überzeuge ich meinen Chef davon, ein höheres Gehalt zu bekommen?

Vielen ist vielleicht gar nicht bewusst, dass manche Ausdrücke unbedingt vermieden werden sollten — sie ruinieren nämlich die Chancen auf eine Gehaltserhöhung.

Autorin Gina Ragusa hat für das Magazin «Mic.» verschiedene Karriereexperten befragt und die Phrasen gesammelt, die man während einer Gehaltsverhandlung auf keinen Fall benutzen sollte. Welche das sind sehen Sie in der Bildergalerie oben.





Dieser Text erschien zuerst beim «Business Insider Deutschland» unter dem Titel «8 Phrasen, die ihr während einer Gehaltsverhandlung unbedingt vermeiden solltet».
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Tipp 1: Männer sind viel schneller beim Thema Salär als Frauen, die öfter ihren Marktwert unterschätzen. Sie sollten sich also vor der Lohndiskussion über ihre Position und ihren Wert bewusst  werden und sich fragen: Was bringe ich dem Unternehmen für Kompetenzen?
Tipp 2: In der Schweiz redet man nicht gerne über Saläre. Um sich zu orientieren, lohnt es sich, mit Kollegen, die auf derselben Stufe sind und eine ähnliche Ausbildung haben, über das Thema zu sprechen. Das gibt einem eine Orientierung und bringt Transparenz für die Lohnverhandlung.
Tipp 3: Im Internet findet man heraus, was man mit einer gewissen Ausbildung für ein Einstiegssalär erwarten kann.
Tipp 4: Die Arbeitnehmerin sollte den Mut haben, das Thema Lohn in Verhandlungen zu thematisieren. Wichtig ist das vor allem beim Einstiegsgehalt, oder bei grossen Veränderungen der Position.
Tipp 5: Wichtig ist es, dass man insbesondere in Bezug auf das Thema Chefposition und Frauen das «Gesamtpackage» prüft – vor allem mit Blick auf die Weiterentwicklung. Welche Karriereverläufe bietet das Unternehmen an und kann ich meine Kompetenzen weiterentwickeln?
Dr. Claudia Sidler-Brand ist Bereichsleiterin Dienstleistungsprojekte und Dozentin am Zentrum für Human Capital Management an der ZHAW School of Management and Law. Bilder: Keystone/Flickr/ZVG
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