Wer die Vorteile der Aktie mit der Sicherheit der Obligation kombinieren will, der stösst bei seinem Spagatversuch auf Convertible Bonds. Die Fonds-BILANZ zeigt, worauf Sie bei Wandelanleihen achten müssen.
Viele Anleger sind auf Grund der heftigen Ausschläge an den Aktienmärkten, der schlechten Grundstimmung und der teilweise immer noch stolzen Bewertung hin- und hergerissen. Einerseits möchte man sich das Potenzial der Aktien nicht entgehen lassen, andererseits wird gerade in turbulenten Börsenphasen die Sicherheit der Obligationen besonders geschätzt. Auf der Suche nach dem goldenen Mittelweg werden immer wieder
Wandelanleihen
– auf Englisch
Convertible Bonds (CB)
– ins Spiel gebracht. Obwohl diese bereits 1880 das erste Mal im Zusammenhang mit der Finanzierung von Eisenbahnprojekten auftauchten und somit für die Finanzmärkte bereits eine erstaunlich lange Geschichte aufweisen, fristen sie heute eher ein Schattendasein. Auch wenn in Europa das Emissionsvolumen an Wandelanleihen in den vergangenen drei bis vier Jahren sprunghaft angestiegen ist mit Wachstumsraten von nahezu 100 Prozent, scheint der Mix aus Obligation und Aktie für viele Anleger weder Fisch noch Vogel zu sein und damit schwierig einzuschätzen, und so lässt man halt die Finger davon. Dabei können Wandelanleihen mit einigen Trümpfen aufwarten, wie eine kürzlich publizierte Studie des Schweizerischen Instituts für Banken und Finanzen der Universität St. Gallen im Auftrag der Zürcher Fisch Asset Management zeigt. Getestet wurde unter anderem die Beimischung von Wandelobligationen zu typischen Schweizer Pensionskassenportfolios. Die Resultate zeigten in ihrer Mehrheit eine Verbesserung des Verhältnisses von Risiko und Ertrag, dies insbesondere unter Einbezug international ausgerichteter Wandelobligationen.
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Die Komplexität sowie die Notwendigkeit der Diversifikation beim Einsatz von Wandelobligationen machen jedoch den Einsatz von Fonds in diesem Gebiet schon fast zu einem Must. Für eine typische Buy-and-hold-Strategie, wie sie viele Anleger bei Obligationen anwenden, sind Wandelanleihen weniger geeignet. Bei einer erfreulichen Kursentwicklung der zu wandelnden Aktie kann sich die Anleihe immer stärker zu einer eigentlichen Aktienanlage entwickeln, wobei das Risiko, bei einem Kurssturz herbe Verluste einzustecken, zunimmt. Im gegenteiligen Fall, wenn sich eine Wandlung in Aktien nicht lohnt, kann eine allfällige Zinseinbusse bei langer Laufzeit beträchtlich zu Buche schlagen.
Für eine genaue Überwachung spricht auch, dass zahlreiche Wandelanleihen von Schuldnern mit unterdurchschnittlicher Bonität ausgegeben werden. Eine schlechte Aktienkursentwicklung drückt dann oft auch auf die Schuldnerqualität, womit die vermeintlich sichere Obligation ebenfalls unter Druck gerät. Wie sensibel hochverzinsliche Anleihen auf ungünstige Marktentwicklungen reagieren, erlebten die Anleger im vergangenen Herbst. Innert weniger Wochen rutschten die Kurse zahlreicher Anleihen von Gesellschaften aus dem Telekom- und Technologiebereich in den Keller. Auslöser waren die Rückstufungen an den Aktienmärkten auf Grund der Neubeurteilung der Wachstumsaussichten. Diese Faktoren werden oft unterschätzt, verdeutlichen jedoch, dass bei Wandelanleihen ein aktives und professionelles Management besonders wichtig ist.
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Das dürfte wohl mit ein Grund dafür sein, dass sich selbst grosse institutionelle Investoren nur via Fonds an diese Anlagekategorie wagen. Wer einen Anlagefonds mit Wandelanleihen hält oder einen solchen kaufen will, sollte jedoch abklären, wo und wie der Fonds investiert. Privatanlegern, die sich in Wandelanleihenfonds engagieren möchten, empfehlen wir deshalb, solche zu wählen, die grundsätzlich weltweit investieren, und die Einschätzung der Regionen dem Fondsmanagement zu überlassen. Doch auch da sind die Unterschiede beachtlich. Während der Spitzenreiter der letzten Jahre, der
Obliflex Convertibles USD
sogar mit den boomenden Aktienmärkten mithalten konnte und auf Grund seiner Strategie vom starken Dollar profitierte, lag der
Unigest Convertible Bonds
weit zurück und konnte selbst mit einem globalen Obligationenportfolio nicht Schritt halten.
Mit ein Grund für das enttäuschende Abschneiden dürfte die Währungsabsicherung in den Franken darstellen, was zwar die Schwankungen des Fonds deutlich reduzierte, den Ertrag aber übermässig schmälerte. Dass die Hauptschuld nicht beim Management liegt, beweisen die erfreulichen Resultate des
Uni-Global Covertible Bonds,
der ebenfalls von Unigestion verwaltet wird. Eine überzeugende Leistung in diesem Jahr bot auch der Zürcher Vermögensverwalter
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Fisch Asset Management.
Das kleine Team hat sich fest im Segment der Convertibles etabliert und bietet verschiedene Convertible-Bond-Fonds an, die sich unter anderem in der Anlageregion und der Referenzwährung unterscheiden. Mit einer selbst entwickelten Software werden in allen Fonds die Risiken, das heisst der Einfluss der Aktien- und der Zinskomponente, sowohl auf Titel- wie auch auf Portfolioebene, laufend überwacht. Dies erlaubt den Managern, ihre Anlagestrategie optimal umzusetzen und zu steuern, was sich bei Wandelanleihen wegen der zahlreichen zusätzlichen Einflussfaktoren als besonders anspruchsvoll erweist. Wer sich nun in Convertible-Bond-Fonds engagieren möchte, sollte zuvor die wichtigsten Grundzüge der Anlagestrategie abklären. Dazu gehört als Erstes das Anlageuniversum, das festlegt, in welche Regionen der Fonds investiert. Idealerweise ist dazu ein Benchmark definiert. Weitere Punkte sind das durchschnittliche Aktien-Exposure, das der Fonds aufweist, die Bonität der Anleihen und die Währungsverteilung. Mit diesen Abklärungen lässt sich über einen Convertible-Bond-Fonds bereits ein recht klares Bild erstellen, und die Gefahr von unliebsamen Überraschungen, einmal abgesehen von den Marktturbulenzen, wird deutlich reduziert.