Es gibt viele Gründe, weshalb eine Lebensversicherung zu einem Ärgernis werden kann. Etwa wenn das Geld ausgeht und die Police zurückgekauft werden muss. Oder wenn der Versicherungsschutz sich plötzlich erübrigt und der Vertrag weiterläuft. In diesen und anderen Fällen verliert stets der Kunde Geld, nie aber die Gesellschaft.
Eine solche Verlustfalle kann die Todesfallrisikoversicherung sein. Hier entrichtet der Kunde während der ganzen Versicherungsdauer eine unveränderte Durchschnittsprämie und bezahlt deshalb anfänglich mehr, als für die Deckung des Sterberisikos nötig wäre. Daraus entsteht ein Rückkaufswert, der aber bei einer vorzeitigen Kündigung in der Regel nicht ausbezahlt, sondern in eine neue, so genannt prämienfreie Police mit reduzierter Todesfallsumme eingebracht wird. Dem Kunden wird also eine Deckung aufgehalst, die er gar nicht mehr will.
Neuerdings bieten einige Gesellschaften eine kundenfreundlichere Variante an: die so genannte einjährige Todesfallrisikoversicherung. Die Jahresprämien entsprechen hier dem effektiven Risiko und steigen deshalb mit zunehmendem Alter des Versicherten, insbesondere ab Alter 40. Weil kein Rückkaufswert entsteht, kann der Kunde die Police auch während der Laufzeit ohne Verlust kündigen.
Ein klassischer Grund für einen vorzeitigen Abbruch ist der Stellenwechsel: Bietet die neue Pensionskasse an Stelle der bisherigen BVG-Minimalleistungen eine höhere Deckung bei Tod und Invalidität, so kann die bisherige Risikodeckung bei der privaten Lebensversicherung überflüssig werden. Ein anderes Beispiel sind jüngere, verheiratete Versicherungsnehmer, die eine Zusatzausbildung absolvieren und zu diesem Zweck vorübergehend aus dem Erwerbsleben aussteigen wollen. Mit einer Einjahrespolice kann der Risikoschutz für die Familie abgebrochen werden, sobald wieder ein regelmässiges Einkommen fliesst.
Die Einjahrespolice eignet sich auch zur Absicherung eines Darlehens mit unregelmässigen Amortisationsquoten, da sich die Versicherungssumme während der Vertragsdauer ohne Nachteil reduzieren lässt. Der Trend zu mehr Flexibilität und Entgegenkommen in der Lebenbranche ist unverkennbar, war doch bisher jede Änderung von Eckdaten in der Police mit Kosten verbunden. Die Abkehr vom Versicherungskartell wirkt sich jetzt offenbar auch auf die Kundenfreundlichkeit aus.
Dem neuen Trend in der Lebenbranche entsprechend, werden Nichtraucher auch bei diesem Produkt einiges besser gestellt. Das günstigste Angebot kommt von der Vaudoise. Wie aus der Tabelle «Nichtraucher im Vorteil» ersichtlich ist, zahlt ein Mann zwischen 30 und 39 Jahren für eine Versicherungssumme von 200 000 Franken durchschnittlich 292 Franken pro Jahr, was beträchtlich unter den Prämien der Konkurrenten liegt. Am oberen Ende verlangt die «Zürich» für dieselbe Leistung sogar 79 Prozent mehr. Raucher kommen am günstigsten bei der Rentenanstalt (465) weg, am teuersten ist erneut die «Zürich» mit 667 Franken; bei dieser Gesellschaft weicht ein Raucher mit Vorteil auf die Leichtrauchervariante aus, sofern er sich mit der Bedingung eines dreimaligen Nikotingenusses pro Tag anfreunden kann. Die Vaudoise erstaunt mit einer markant höheren Raucherprämie, übersteigt doch der Aufpreis von 76 Prozent die Kosten für das erhöhte Sterberisiko bei weitem.
Nicht an der BILANZ-Umfrage teilnehmen mochte die «Winterthur». Die Begründung, es handle sich bei den Testvorgaben um einen äusserst seltenen Fall, ist wenig stichhaltig.