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Papiergeld-Entwertung

US-Bank sieht Goldpreis auf bis zu 8000 Dollar steigen

Auf die momentan verhaltene Goldpreisentwicklung werden laut Experten markant höhere Notierungen folgen.

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Ein 1-Kilogramm-Barren Gold. Bloomberg

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Derzeit kommt der Goldpreis nicht mehr an den Rekordstand von Ende Januar heran. Damals war das gelbe Edelmetall in der Spitze mehr als 5500 Dollar je Feinunze wert. Seither sahen Anlegerinnen und Anleger einen 18-prozentigen Goldpreiszerfall auf aktuell rund 4600 Dollar pro Unze. Der Trend kann noch eine Weile anhalten, insbesondere dann, wenn grosse Zentralbanken wie die Fed in den Vereinigten Staaten die Zinsen auf erhöhtem Niveau belassen.
Allerdings dürfe die momentane Flaute des Goldpreises nicht über das langfristige Potenzial hinwegtäuschen, sagen Experten. So könne man kurzfristig pessimistisch und langfristig optimistisch sein, erklärt Jeffrey Christian, Edelmetallspezialist und Gründer der CPM Group.
Er kann sich zwar vorstellen, dass der Goldpreis auf 4000 Dollar oder noch weniger zurückgeht. Doch historisch betrachtet entsprächen selbst solche Notierungen einem hohen Preis für das Edelmetall, das bis Ende 2023 lediglich knapp 2000 Dollar je Unze gekostet hatte. Auf lange Sicht befinde man sich nach wie vor in einem Bullen-Markt, so Christian.
Er ist nicht der Einzige, der höhere Goldpreise sieht. Die Analysten der US-Bank Wells Fargo haben fünf Szenarien durchgerechtet. Im wahrscheinlichsten Fall steigt der Goldpreis bis 2027 auf 5700 Dollar je Unze. Im pessimistischsten Fall sinkt er auf unter 4000 Dollar, und im optimistischsten Fall überquert das Edelmetall nächstes Jahr die Marke von 8000 Dollar.

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In diesem Bullen-Szenario wird die US-Konsumentenstimmung schlechter und das US-Wirtschaftswachstum langsamer. Die Inflation sinkt von von 3,3 auf 1,5 Prozent, während die Staatschuldenquote der USA von aktuell 123 auf 144 Prozent seigt.
Besonders der prekärer werdende amerikanische Staatshaushalt spricht dann wiederum gegen den Dollar. Wohl hat die zuletzt starke US-Währung Goldkäufe durch Investoren von ausserhalb des Dollar-Raums verteuert und dem Edelmetall zugesetzt. «Doch der Megazyklus besteht in einer breit angelegten Abwertung von Fiatwährungen gegenüber Gold», so die Experten von Wells Fargo. Demnach ist Gold ein Schutz gegen die Entwertung von Papier-Währungen und gegen Risiken hoher Staatsschulden. Es gilt folglich als Wertspeicher, wenn anderes Geld an Kaufkraft verliert.
Unterdessen haben auch andere Banken kürzlich Goldpreis-Prognosen vorgenommen, so etwa die UBS Ende April. Sie sieht den Goldpreis in der zweiten Jahreshälfte 2026 bei 5900 Dollar je Unze. Zu den Kurstreibern zählen die UBS-Strategen unter anderem Unsicherheiten im Vorfeld der US-Zwischenwahlen sowie eine anhaltende Nachfrage der Zentralbanken.
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