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Streifen am Horizont

Ein extremes Auf und Ab machten die Aktienmärkte der Schwellenländer in den vergangenen Jahren durch. Jetzt zeichnen sich Silberstreifen am Anlegerhorizont ab.

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Beachtung in der internationalen Anlegerwelt finden die Börsen der Emerging Markets, auch Schwellenländer genannt, seit etwa 13 Jahren. Der südostasiatische Raum war dabei der erste, Lateinamerika und Osteuropa sind die beiden anderen heute wichtigen Blöcke. Die Entwicklung der Emerging Markets begann mit einem veritablen Kursfeuerwerk. Innerhalb von zwei Jahren, von Ende 1987 bis Ende 1989 legte der Referenzindex, der MSCI Emerging Markets Index, umgerechnet in Schweizerfranken über 260 Prozent zu.
Danach folgte aber eine Krise nach der anderen. Es begann mit der Schuldenkrise Mexikos Anfang der Neunzigerjahre und fand seine Fortsetzung mit der Auflösung der fixen Wechselkurse in Thailand und anderen Ländern Südostasiens. Der Tiefpunkt wurde erreicht, als Malaysia 1998 den Kapitalverkehr unterband und auch Russland und Brasilien auf äusseren Druck zu einem flexiblen Wechselkurssystem übergehen mussten. Einzig der Rückgang des letzten Jahres von 27 Prozent wird nicht den Schwellenländern zugeschrieben, sondern externen Faktoren angelastet. Ausschlaggebend war die starke Verlangsamung der US-Wirtschaft, die stark auf die Emerging Markets durchschlug. Die grösste Enttäuschung waren die Märkte Koreas und Taiwans, die trotz guten Fundamentaldaten fast 50 Prozent einbüssten. Engagierte sich ein Anleger erst zu Beginn des Jahres 1990 in den Emerging Markets, so resultierte bis Ende April dieses Jahres – gemäss dem MSCI Emering Markets Index in Schweizerfranken – ein bescheidenes Plus von 23,5 Prozent, was weniger als 2 Prozent pro Jahr entspricht. Wahrlich kein berauschendes Ergebnis für eine Anlagedauer von über elf Jahren.

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Was spricht nach den Erfahrungen der letzten 13 Jahre eigentlich noch für ein Engagement in den Emerging Makets, wenn doch mit einem international diversifizierten Portfolio viel mehr zu verdienen war, und das bei einem erheblich geringeren Risiko? Grundsätzlich kann das fundamentale Umfeld, geprägt von den Reformanstrengungen der Schwellenländer in den letzen drei Jahren, durchaus als positiv bezeichnet werden. In Asien, einer sehr wichtigen Region, schütten viele Unternehmen auf Grund ihrer tiefen Bewertung sehr hohe Dividenden aus, die oftmals höher sind als die Renditen von Festgeldanlagen bei Banken. Vergleicht man zudem das Risiko eines globalen Emerging-Market-Index mit dem Index einer New Economy, so zeigt sich, dass das Risiko der neuen Märkte fast doppelt so hoch ist wie dasjenige der Schwellenländer.
Festzuhalten bleibt, dass die Emerging Markets sehr stark von den US-Zinsen und dem Wachstum der USA abhängig sind. Die von namhaften Auguren erwartete Abkoppelung der asiatischen Aktienmärkte lässt auf sich warten. Sollte das amerikanische Zinsniveau tendenziell sinken und das Wirtschaftswachstum der USA nicht zu stark zurückgehen, so spricht dies für die Emerging Markets. Da es für einen Anleger äusserst schwierig abzuschätzen ist, welche Region oder gar welches Land im Moment attraktiv ist, empfiehlt es sich, in einen globalen Emerging-Market-Fonds zu investieren.

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