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Krise

So beurteilen Experten den Griechen-Kompromiss

Griechenland und seine Geldgeber haben sich geeignet. Bei bedeutenden Beobachtern überwiegt jedoch die Skepsis, ob die Einigung trägt. Was Top-Ökonomen über den Deal denken.

Marc Bürgi

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Einigung: Der Weg für ein neues Rettungspaket für Griechenland scheint offen.  Keystone RMS

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Griechenland und die Euro-Länder haben sich geeinigt, die Verhandlungen für ein drittes Hilfspaket anzugehen. Premier Alexis Tsipras versprüht Optimismus, er sieht den Grexis als abgewendet. Dabei muss er bis Mittwoch harte Sparvorgaben durch das Parlament bringen.
Obwohl die Nachricht vom Morgen viele erleichtert haben mag, überwiegt bei bedeutenden Beobachtern doch die Skepsis, ob die Einigung trägt. Die Eurozone habe «zu Recht» auf den Selbstmord verzichtet, sagt der renommierte US-Ökonom Jeffrey Sachs per Twitter und klingt damit erstmals positiv.
Sachs sieht jedoch drei Hürden, die es noch zu überwinden gelte: Erstens müssten die griechischen Banken wieder öffnen. Der zweiter Knackpunkt sei, ob die Griechen die Reformen auch umsetzten. Und schliesslich steht für Sachs immer noch der Schuldenschnitt im Raum.
US-Ökonom Tyler Cowen zieht eine Parallele zur möglichen Vereinbarung im Atomstreit mit Iran: «Zwei Deals an einem Tag – und keiner der beiden wird Bestand haben.»
Nobelpreisträger Joseph Stiglitz sprach noch gestern Abend von einem Disaster – und schob den Deutschen die Schuld zu.
Auch der bekannte Reuters-Kommentator Hugo Dixon sieht Deutschlands Rolle kritisch  – die Deutschen riskierten, Europas Vertrauen zu verlieren.

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