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Schweizer Shooting Stars: 40 unter 40

Jung gestartet, weltweit am Werk, oben ­angekommen: Vorhang auf für 40 erstaunliche junge Köpfe, welche die Schweiz in Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur weiterbringen.

andreasguntert

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Im Juni war Dominik de Daniels Leben auf vier Kontinente verteilt. Bermuda, New York, Sydney, Auckland, Singapur, Stockholm, Zürich – diese Stationen spulte der Adecco-Finanzchef für seinen Arbeitgeber ab. Ein Youngster, der es mit seiner zupackenden Art weit gebracht hat, der mit Siebenmeilenstiefeln Karriere machte. Laufschuhe hat er immer im Gepäck.
Der 37-Jährige ist einer von 40 Köpfen, die BILANZ in einer Nachwuchs-Leistungsschau zeigt. 40 unter 40-jährige Hoffnungsträger. Mit Headhuntern, Branchenexperten und Start-up-Beobachtern ist eine überraschende Liste zusammengekommen. Insbesondere in den Wissenschaften und im Start-up-Bereich machen sich risikofreudige Talente auf, Neues zu wagen, unkonventionelle Wege zu gehen, womöglich als «Gamechanger» aufzutreten. Geht es aber darum, in einer exportstarken, börsenkotierten Firma hochzukommen, macht sich der Auftritt im globalen Massanzug, im East-meets-West-Kostüm, am besten.
De Daniel passt gut zum Sittenbild, wie es Claudia Bucheli Ruffieux, Partnerin bei der Executive-Search-Firma Amrop, von der aufstrebenden «Generation grenzenlos» malt: Diese zeichnet sich aus durch «grenzenlose geografische Mobilität, grenzenlose zeitliche Verfügbarkeit, grenzenlose Anpassungsfähigkeit». Der globale Wanderarbeiter ist «überall auf der Welt zu Hause, über alle Zeitzonen hinweg erreichbar, und er kann sich laufend an veränderte Situationen anpassen». Gefragt ist eine Art Starbuckisierung des persönlichen Mindsets, «die Fähigkeit zum Aufbau einer internationalen Denkweise und Werthaltung», so Bucheli Ruffieux: «Starke Verwurzelung und das konsequente Leben der eigenen Werte können in der globalisierten Wirtschaft eher ein Hindernis sein.»

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Jugendbonus ade. Wer reüssieren wolle in einer Grossfirma, sagt Martina Ludescher, müsse über «Neugier, Durchsetzungskraft und Einsatzfreude verfügen». Ludescher (35) ist Head Corporate Development bei DKSH, Dienstleistungskonzern für die Marktexpansion in Asien. Sie bildete beim erfolgreichen diesjährigen Börsengang der Firma mit dem CEO und dem Finanzchef das Vorbereitungs-Kernteam. Mit Weiterbildungen in Thailand und Kalifornien holte sie sich das Rüstzeug, um mit 33 in die DKSH-Konzernleitung gewählt zu werden. Zwölf der 40 «High Potentials» sind weiblich; wie ihre männlichen Pendants bereit für den nächsten Sprung.
Wenn sie denn von den Verwaltungsräten herangelassen werden. Denn anders als kurz nach der Jahrtausendwende, als die Old-Boys-Netzwerke auseinanderfielen und man vielerorts gewillt war, jungen Talenten eine Chance zu geben, sei Jugend  per se heute kein Asset mehr bei der Suche nach Kaderleuten, sagt Guido Schilling, Headhunter und Verfasser des «Schillingreport»: «Die ständigen Höhen und Tiefen unserer Wirtschaft seit 2007 führen dazu, dass Jugend und Unerschrockenheit bei der Selektion keine Kriterien mehr sind. Die Verwaltungsräte stehen unter gewaltigem Druck und wollen die höchstmögliche Gewissheit über den Leistungsausweis ihrer Konzernleitungsmitglieder.» Habe man früher eher auch einmal einen mutigen Entscheid gefällt, so werde Erfahrung heute wieder deutlich stärker gewichtet, sagt Schilling: «Einstellungsentscheide auf Topmanagement-Ebene fallen viel rationaler aus.» Seit 2010 geht die Zahl der unter 40-jährigen Geschäftsleitungsmitglieder in den grössten Schweizer Firmen zurück (siehe Grafik unter 'Downloads).

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Auf der anderen Seite hat sich in der Schweiz eine starke Gründerszene gebildet mit unkonventionellen Köpfen, die ihre Ideen abseits von Grossfirmenpolitik durchsetzen wollen.
«Ich sehe uns als eine Art Sandwich-Generation», sagt Firmengründerin Dania Gerhardt (32), «die Altvorderen waren noch nicht Teil der Computer-Revolution, unsere Nachfolger hatten schon Internet im Kinderzimmer. Wir sind sozusagen halbdigital aufgewachsen – und kennen uns dafür in beiden Welten aus.» Ähnlich sieht es Kulturunternehmer Christian Jott Jenny: «Selbstverständlich nutze ich Facebook. Aber wenn es kompliziert wird, steige ich lieber ins Flugzeug und treffe die Entscheider.» Diesbezüglich, sagt der 32-Jährige, sei er «uralte Schule»: «Einen Kaffee zu trinken mit den richtigen Leuten, ist besser, als 300 Mails hin und her zu schicken.»
Achterbahnfahrt. Sandro Gianella vom Executive-Search-Unternehmen Knight Gianella sieht eine weitere Besonderheit: Die Generation der heute 30- bis 40-Jährigen war zeit ihres Berufslebens mit Leistungsdruck und sinkenden Löhnen konfrontiert. «Die Unbeschwertheit ist verflogen», sagt Gianella, «viele sorgen sich darum, künftig ihren Lebensstandard halten zu können.» In seinem Besprechungszimmer häufen sich auch die Diskussionen über die Kehrseite des Karrieredenkens: «Früher stand Erfolg über allem», sagt der Headhunter, «heute wird mir die Frage nach dem Preis des Erfolgs und den damit verbundenen persönlichen Risiken gestellt.»

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Laut Gianella ist das klassische Bild der unablässig nach oben führenden Karriereleiter passé; heute gehe es in der Laufbahn hinauf und hinunter. Durch die seit Jahren anhaltende Permakrise hat ein grosser Teil der Generation unter 40 (U40) gelernt, mit Brüchen in ihrer Vita umzugehen. Dania Gerhardt erzählt: «Unsere Ursprungsfirma Amazee war als eine Art produktives Facebook gedacht; auf unserem globalen Aktionsnetzwerk sollten Personen und Organisationen gemeinsame Projekte anschieben können. Als das nicht wie gewünscht reüssierte, mussten wir durch eine harte Findungsphase, die Abbau und Lohnkürzungen brachte.» Eine Delle, kaum hatte das Firmenbaby laufen gelernt. Gerhardt kriegte die Kurve: «Gleichzeitig merkten wir, dass externe Firmen Interesse an unserer Online- und Social-Media-Kompetenz hatten. Dadurch wandelten wir uns zur Webagentur, die für Unternehmen Websites, etwa Mitarbeiterportale, entwickelt. Zu unseren Kunden gehören Osec, Swiss Re oder SRF Schweizer Radio und Fernsehen.»
Auch Christian Jott Jenny griff schon ins Leere. Etwa als er 2010 eine Leo-Wundergut-Reihe mit 15 Abenden in der Zürcher Maag Event Hall absagen musste: «Das war eine heavy Baisse, Geld im sechsstelligen Bereich ging verloren. Die Zeiten waren schlecht, wir verkauften zu wenig Tickets.» Im Rückblick analysiert er: «Am schlimmsten wäre es gewesen, wenn die Branche das Vertrauen in mich verloren hätte. Was aber nicht geschah: Alle Geschäftspartner reagierten extrem professionell.»

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Chancen im Detailhandel. Neben der künstlerischen und der digitalen Welt ist die Generation U40 in zwei anderen Bereichen tonangebend. Zum einen in der Top-Hotellerie: Viele Juwele der Schweizer Gastfreundschaft werden von jungen Spitzenkräften geführt. Fiorenzo Fässler, Tourismus-Spezialist und Ex-Geschäftsführer der Swiss Deluxe Hotels, ist der Run der Jugend aufgefallen: «In der Spitzenhotelszene hat ein Paradigmenwechsel eingesetzt.» Fässler weist darauf hin, dass der Generation U40 heute Prestigehäuser wie das Eden Roc in Ascona, das Tschuggen in Arosa oder der Kronenhof Pontresina anvertraut sind. «Weil elektronische Verkaufskanäle, Bewertungssysteme und der Umgang mit dem Web immer wichtiger werden, könnte dies einer der Gründe für den Generationenwechsel sein.»
Ein verschwiegener Sektor lässt ebenfalls die Jungen heran: die deutschen Harddiscounter. Sowohl Timo Schuster (36), Chef von Aldi Suisse, wie auch Matthias Oppitz (35), das Pendant bei Lidl Schweiz, sind unter 40. Weder Schuster noch Oppitz wollten sich zu Vita und Zielen äussern. «Junge Länderchefs sind bei Aldi und Lidl nicht unüblich», sagt Discount-Experte Matthias Queck vom Handelsinformationsdienst Planet Retail, man müsse aber ihre Funktion richtig interpretieren: «Weil das System Discount hochgradig standardisiert ist, kommt den Länderchefs keine grosse strategische Rolle zu, sondern der Umsetzung. Da zählt Dynamik möglicherweise mehr als Erfahrung.» Für die Karriere sei aber die Länderchef-Position in jungen Jahren als Vertrauensbeweis der Firma nicht zu unterschätzen.

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Dynamik wird der U40-Truppe bedenkenlos zugeschrieben. Ums Vertrauen muss sie aber im Kontakt mit Geschäftspartnern aus dem Senior Management auch mal kämpfen. Was die Business-Kids aber easy hinbringen, wie Kulturunternehmer Jenny, der seit seinem elften Altersjahr Events aufzieht, beiläufig erzählt. Seine Jugendlichkeit spiele im Kontakt mit sehr viel älteren Verhandlungspartnern letztlich keine Rolle: «Wenn ich mich zum ersten Mal mit neuen Geschäftspartnern treffe, hat es einen Überraschungseffekt. Ansonsten aber ist es egal. Mir auch. Denn meine Jugend habe ich mit 30 abgelegt.»
Mitarbeit: Corinne Amacher
Daniel Bandle, 39, COO Axa Winterthur, Winterthur: Bandle ist Dreh- und Angelpunkt beim Versicherungskonzern.
Der Doktor der Rechtswissenschaften startete
seine Karriere mit 24 Jahren als Assistent und Project Controller
bei der «Winterthur». Nach einigen Jahren in
Barcelona bei Webinsurance-
Partners kehrte er in die Schweiz
zurück, zunächst als Leiter der
Luftfahrtversicherungen. (Bild: PR)
Felix Baumgartner, 36, Chief Watchmaker und Co-Gründer Urwerk, Genf: Sein Grossvater war Uhrmacher, sein Vater war Uhrmacher, und auch Felix Baumgartner begann 1992 mit einer Uhrmacherlehre. Allerdings brach er später radikal mit vielen Traditionen und baute aufsehenerregende, komplexemechanische Uhren. 1997 gründete er mit Martin Frei die Firma Urwerk, die heute zwölf Angestellte beschäftigt und Aushängeschild der helvetischen Avantgarde-Uhrmacherei ist. (Bild: PR)
Arnaud Bertrand, 27, CEO HouseTrip.com, Lausanne: Ausgebildet an der Ecole Hôtelière in Lausanne, hat der junge Franzose sein Faible fürs Gastgebersein mit dem Onlineportal HouseTrip.com vergoldet. Seine Idee: Private vermieten Privaten ihr Heim, während sie selbst unterwegs sind. 2010 ist Bertrand mit der Site live gegangen. Heute beschäftigt er bereits über 70 Mitarbeiter und überschaut ein Portefeuille mit rund 110'000 Wohnungen und Häusern auf der ganzen Welt. (Bild: PR)
Nadine Borter, 37, Inhaberin Agentur Contexta, Bern: Zwar musste die «Werberin des Jahres 2011» jüngst Abstriche machen. Prestigekunden wie Swisscomund SBB vergaben die Lead-Rolle an Konkurrenten. Trotzdem bleibt die Walliserin eine herausragende Figur der Werbeszene. Als Chefin und Inhaberin führt sie die 60-köpfige Contexta. Unter anderem macht sie Werbung für Appenzeller Käse. Kürzlich wurde Borter zur Präsidentin der BSW Leading Swiss Agencies ernannt. (Bild: Caspar Martig)
Boris Collardi, 37, CEO Julius Bär, Zürich: Seine Berufung an die Spitze von Julius Bär 2009 war eine Überraschung. Mit 35 Jahren war er der jüngste Bankenchef der Schweiz. Seither hat sich der ehemalige CS-Mann etabliert. Mit forschen Wachstums- und Akquisitionsplänen will er die Führungsrolle von Julius Bär im hiesigen Private Banking festigen. Der Ferrari bleibt bei ihm meist in der Garage, zur Arbeit an die Bahnhofstrasse in Zürich pendelt er im Fiat 500. (Bild: Keystone)
Dominik de Daniel, 37, Chief Financial Officer Adecco, Glattbrugg: Der deutsche Shooting-Star begann seine Karriere bei der Deutschen Bank und war schon vor zehn Jahren Finanzchef der Zeitarbeitsfirma DIS AG. Als diese 2006 von Adecco übernommen wurde, nahm er Einsitz als CFO in der Konzernleitung. Was er denen rät, die jung Karriere machen wollen: «Hart arbeiten, neue Herausforderungen suchen, Verantwortung übernehmen – und den Tag mit einem Lachen beginnen.» (Bild: PR)
Bertrand Demole, 39, Teilhaber Pictet, Genf: 2011 wurde Demole als neuer Teilhaber in die oberste Führung aufgenommen. Er leitete bei der altehrwürdigen Banque privée lange den Bereich Hedge Funds und alternative Anlagen und brachte Pictet stark voran. Nach seinem Abschluss in Wirtschaftswissenschaften und einem MBA hatte er seine Karriere 1996 beim Hedge Fund Moore Capital Management gestartet. (Bild: PR)
Péter Fankhauser, 25, Masterstudent Robotics, Systems and Control, ETH: Internationale Anerkennung holte sich Fankhauser mit dem Roboter «Ballbot Rezero», der sich auf einer Kugel fortbewegt und darum immer im Gleichgewicht ist. Er initiierte ihn während des Maschinenbaustudiums an der ETH Zürich. Bis im Oktober will er seine Masterarbeit abschliessen. Daneben bereitet sich auf einen Aufenthalt am Massachusetts Institute of Technology (MIT) vor. (Bild: PR)
Benjamin Straumann, 38, Assistenzprofessor Geschichte, New York University: «Naturrechtstheorien in der Antike», «Geschichte des Völkerrechts», «griechisches und römisches Verfassungsdenken»: Mit diesen Gebieten machte er sich international einen Namen. Nach dem Studium sowie der Promotion an der Uni Zürich forscht und lehrt er seit 2006 im Fach Geschichte
und Rechtsgeschichte. Er besitzt eine Green Card - und Lehrauftrag am Historischen Seminar der Uni Zürich. (Bild: PR)
Iris Zemzoum, 39, General Manager Bristol-Myers Squibb Switzerland, Baar: Seit die approbierte Ärztin 2003 als Medical Manager beim Pharmamulti Bristol-Myers Squibb einstieg, kletterte sie Stufe um Stufe die Karriereleiter
hoch. Über die Stationen München, Brüssel und Paris kam sie nach Baar. Seit 2010 verantwortet die 39-Jährige das Schweiz-Geschäft und ist Chefin von über 100 Mitarbeitern. (Bild: PR)
Corinne Widmer Lüchinger, 38, Professorin für Privatrecht an der Uni Basel: Gut möglich, dass Corinne Widmer Lüchinger die jüngste Rechtsprofessorin des Landes war, als sie 2010 mit 36 Jahren zur Extraordinaria für Privatrecht,
internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung an die Universität Basel berufen wurde. Dabei hatte sie nicht nur die Habilitation, sondern auch das
Anwaltspatent in der Tasche und einige Jahre Praxis in Anwaltskanzleien. (Bild: PR)
Pia Tischhauser, 38, Partner und Managing Director, Boston Consulting, Zürich: In der stark männerdominierten Beratungsbranche sind Frauen unter 40 in führender Position eine Seltenheit. Pia Tischhauser, Preisträgerin
der Kaderfrauen-Förderinitiative «Generation CEO», ist eine dieser raren
Damen. Sie arbeitet seit 14 Jahren für die Boston Consulting Group und verantwortet den weltweiten Bereich Rückversicherung und Commercial
Insurance und Teil des Management Committee Insurance.
Florian Teuteberg, 33, CEO Digitec, Zürich: Zusammen mit zwei Kollegen
gründete der Zürcher Maschineningenieur 2001 den Online-Shop Digitec, der inzwischen mit 300 Mitarbeitern einen Umsatz von 400 Millionen Franken erzielt. Anfang Juni sicherte sich die Migros 30 Prozent an Digitec und machte Teuteberg und Partner zu Multimillionären. BILANZ-Recherchen zeigten: Für die Beteiligung an der Digitec-Mutterfirma Galaxus wurden 42 Millionen Franken bezahlt. (Bild: PR)
Jan Stiller, 34, Direktor «Lenkerhof Alpine Resort», Lenk: Mit Stiller führt seit Dezember 2010 ein Einheimischer das Fünfsternehotel. Er ist als Sohn des Wirtepaars des Bergrestaurants Bühlberg aufgewachsen. Nach einer KV-Lehre im Gastgewerbe und der Tätigkeit in exklusiven Häusern des Berner Oberlandes zog er nach der Hotelfachschule Thun nach Zürich. Diesen Sommer schliesst sich Stillers Kreis: Der «Bühlberg» wird unter dem «Lenkerhof Alpine Resort» geführt. (Bild: PR)
Florian Schweitzer, 38, CEO B-to-V Partners, St. Gallen: Der Absolvent der Hochschule St.Gallen war im Jahr 2000 bei der Gründung von Brains-to-Venture (B-to-V) dabei. Die Geschäftsidee: B-to-V screent die Start-up-Szene nach verheissungsvollen Kandidaten für private Geldgeber, die dann Kapital, Know-how und ihr Netzwerk in diese Hoffnungsträger investieren.
B-to-V beschäftigt heute 14 Mitarbeiter und investiert jährlich zwischen 25 und 30 Millionen Euro. (Bild: Rohner)
Simon Schnellmann, 39, Gründer und Geschäftsführer Travel Worldwide, Zürich: Eine Chance gab ihm keiner. Also nützte er sie. Schnellmanns Idee: eine Kombination aus Reisebüro und Online-Anbieter. Das Einmaleins lernte er beim Online-Pionier Travel.ch; 2008 startete seine Hybrid-Agentur. 19 Angestellte beraten ihre Klientel am Telefon. Das Konzept – nur Fernreisen, keine billigen Europa-Trips – sorgt für hohe Erträge. Angepeilter Umsatz 2012: 20 Millionen Franken. (Bild: Bruno Arnold)
Markus Schmid, 36, Professor für Unternehmensfinanzierung, Uni St. Gallen: Anfang 2012 zündete Markus Schmid den Karriereturbo. An der Uni St. Gallen wurde er ordentlicher Professor für Unternehmensfinanzierung und
Direktionsmitglied des Schweizerischen Instituts für Banken und Finanzen. Schmid studierte Wirtschaftswissenschaften an der Universität Basel und holte sich weitere akademische Meriten an den Universitäten von Mannheim, New York und St. Gallen. (Bild: PR)
Kevin Schawinski, 31, Assistenzprofessor für Astrophysik der ETH Zürich: Sein Reich ist das Universum. Ende Mai wurde
der Sohn von Radiopionier
Roger Schawinski, zum ETH-Assistenzprofessor
für Astrophysik von Galaxien
und Schwarzen Löchern
ernannt. Die Rückkehr in die
Schweiz folgte auf eine Laufbahn
durch die internationalen
Renommierhochschulen Oxford,
Cornell, Yale. (Bild: PR)
Christopher Rudolph, 37, General Manager Grand Hôtel du Lac, Vevey: Der schweizerisch-südafrikanische
Doppelbürger und Halbbruder
des Basketball-Stars Thabo
Sefolosha legte in der Haute Hotellerie
eine steile Karriere hin:
Nach der Hotelfachschule in Lausanne machte
er die internationale
Ochsentour - im ägyptischen El Gouna, in Istanbul und im
Berliner «Adlon». Mit 31 lancierte
er die Wiedereröffnung des Grand
Hôtel du Lac in Vevey. (Bild: PR)
Greta Patzke, 38, Assistenzprofessorin für Chemie an der Uni Zürich: Patzke wollte schon als
Teenager Chemieprofessorin
werden. Mit 19 gewann sie die
Goldmedaille an der internationalen
Chemieolympiade. Sie studierte
und promovierte in Hannover,
habilitierte an der ETH. Seit
2007 erforscht sie an der Uni
Zürich Nanomaterialien, milliardstel
Meter kleine Teilchen, die
bei Kunststoffen, Textilien oder
Computern zum Einsatz kommen
und zunehmend unseren Alltag
erobern. (Bild: PR)
Simon Otto, 38, Head of Character Animation, DreamWorks, Hollywood: Es gibt sie noch, die Karrieren,
die aus der Schweizer Provinz
nach Hollywood führen. Simon
Otto aus dem sankt-gallischen
Uetliburg ist ein Beweis dafür.
Der Comic-Fan wurde an der
Pariser Ecole de l’Image Gobelins
zum Edelzeichner ausgebildet
und arbeitet heute als Chefzeichner
in den renommierten Dream-
Works-Studios. (Bild: Olivier Staphylas)
Michael Näf, 38, Co-Gründer und CEO Doodle, Zürich: Wer mit seiner Erfindung ein
Wort kreiert, das sich im Sprachgebrauch
durchsetzt, der hat
etwas Bleibendes geschaffen. So
wie wir heute «googeln», so
«doodeln» (kritzeln) wir auch, um
auf elektronische Weise einen
Terminmit mehreren Leuten zu
koordinieren. Die 2007 gegründete
Firma wurde vor einem Jahr
zu 49 Prozent von Tamedia übernommen;
zwischen 2013 und
2016 ist eine weitere Aufstockung
geplant. (Bild: PR)
Felicitas Morhart, 33, Assistenzprofessorin für Marketing an der Uni Lausanne: Morharts Themen liegen an der Schnittstelle zwischen Marketing,
Führung und Ethik und sind darumhochaktuell. Sie studierte
Kommunikationswissenschaft, Medienrecht
und Psychologie an der Universität
München und promovierte an der
Universität St. Gallen. Konsumenten sollten
von den Unternehmen ernst genommen
und nicht wie einemanipulierbare
Masse behandelt werden,
postuliert sie. (Bild: P.M. Delessert)
Pierre Maudet, 34, Regierungsrat Kanton Genf, FDP: Der Mann hat einen Raketenstart
hingelegt. Und gilt dem welschen
Freisinn schon als eine Art Bonsai-
Delamuraz. Der FDP-Youngster
wurde vor fünf Jahren in den
Genfer Stadtrat gewählt; diesen
Juni schaffte er den Sprung
in die Kantonsregierung. Maudet
studierte Recht an der Uni Freiburg.
Seinen Fans gefiel es, als er
als
Genfer Stadtpräsident bezüglich
der Merck-Serono-Schliessung kräftig gegen den Bundesrat
wetterte. (Bild: PR)
Jonathan Mariampillai, 28, Gründer und Geschäftsführer iPhone Klinik, Zürich: Schuld war ein Kreuzbandriss.
Sechs Monate lang musste Kellner Mariampillai 2009
zu Hause bleiben. Da kam dem
iPhone-Fan und -Bastler die Idee,
mit einer Service-Klinik jenen zu
helfen, die Sorgen haben mit
ihrem Apple-Telefon. 2010 lancierte
der Tamile den ersten
Shop in Zürich. Mittlerweile sind
es sieben,
zwei weitere öffnen in Winterthur
und Spreitenbach. 16 Angestellte
arbeiten für ihn. (Bild: PR)
Martina Ludescher, 35, Head Corporate Development DKSH, Zürich: Ludescher stieg im Jahr
2003 bei DKSH als CEO-Assistentin
ein und verantwortet
heute in der Konzernleitung die
Bereiche Strategie, Human
Resources, Investor Relations,
Corporate Communications und
Branding. Die 35-Jährige studierte
an der HSG Betriebswirtschaft
und hat einen globalen
Background. Ludescher absolvierte Studiengänge in Bangkok und Palo Alto. (Bild: PR)
Nadja Lang, 39, CEO Max Havelaar, Basel: Als Lang im Januar 2012
bei der Stiftung Max Havelaar
Schweiz das Steuer übernahm,
kannte sie die Organisation
schon in- und auswendig: Sie hat
als Marketing und Commercial
Director die Wachstumsstrategie
für den Schweizer Markt in den
letzten sieben Jahren geprägt.
Daneben heckte die Mutter von
zwei Kindern als einer der führenden
Köpfe für die Dachorganisation
Fairtrade eine globale
Marktstrategie aus. (Bild: PR)
Adrian Künzi, 39, CEO Bank Notenstein, St. Gallen: Es war ein Sprung ins kalte Wasser.
Nach der Zerschlagung der
Bank Wegelin und dem Verkauf
an Raiffeisen wurde Künzi, seit
2007 einer der acht unbeschränkt
haftenden Wegelin-Teilhaber
und Leiter der Westschweizer
Niederlassung, Anfang Jahr
mit der Aufgabe betraut, die aus
Wegelin entstandene Bank Notenstein
im Markt zu etablieren. Die meisten
Kunden und Mitarbeiter sind
bei der Stange geblieben. (Bild: PR)
Dagmar Maria Kamber Borens, 39, Designierte Regional CFO Asia/Pacific, UBS, Singapur: Seit 1999 arbeitet die promovierte
Juristin für die UBS und
hat es dort bis zur Chief of Staff
des Group Chief Financial
Officer geschafft, in einer Division
mit 2800 Mitarbeitern.
Nun steht sie vor einem weiteren
Karriereschritt. Anfang September
tauscht Kamber Borens ihre
Stabfunktion gegen eine neue
Rolle ein: Sie wird als Regional
CFO Asia/Pacific Chefin von
500 Mitarbeitern. (Bild: PR)
Philippe Jordan, 37, Chefdirigent Opéra national de Paris, Paris: Metropolitan Opera, Scala,
Staatsoper Berlin, Royal Opera
House – der Zürcher Dirigent Jordan hat mit 37 Jahren
bereits in jedem Operntempel
den Ton angegeben. Derzeit
ist er Chefdirigent an der Opéra
national de Paris, im September
2014 wird er Chefdirigent der
Wiener Symphoniker. (Bild: PR)
Christian Jott Jenny, 32, Kultur-Unternehmer und Tenor, Zürich und Berlin: Vom Sängerknaben zum Tenor
und Event-Erfinder. Die Vita Jennys lässt sich
nicht in eine Schublade packen.
International bekannt wurde der
Zürcher, als er 2008 das Festival
da Jazz St. Moritz lancierte.
Daneben tritt Jenny
als Gesellschaftstenor «Leo Wundergut» auf, singt in Opern, szenischen
Liederabenden und Musicals. (Bild: PR)
Daniel Humm, 36, Chefkoch «Eleven Madison Park», New York: Wenn eine Stadt ihrer anspruchsvollen
Kundschaft über 18 000
Restaurants bietet, muss man
als Küchenchef sehr gut sein.
Der Aargauer Humm
sticht in New York definitiv heraus.
Als Küchenchef des «Eleven
Madison Park» wurde er dieses
Jahr von der James-Beard-
Stiftung zum «Besten Küchenchef
der USA» gewählt. (Bild: Francesco Tonelli)
Christian Hirsig, 31, Co-Gründer und CEO Atizo, Bern: 2009 gegründet, finden sich auf Atizo.com Hobby-Ideenentwickler
und Corporate Switzerland
zum virtuellen Brainstorming.
Dank Crowdsourcing
kommen Konzerne wie Migros
und Axa Winterthur auf neue
Ideen und lancierenWettbewerbe
für die beste Lösung konkreter
Probleme. Hirsig nennt Atizo
«das Facebook für Innovation»;
die Firma mit Sitz in Bern beschäftigt
zehn Mitarbeiter. (Bild: PR)
Joris Gröflin, 35, Chief Financial Officer Rieter, Winterthur: Der Textilmaschinenbauer Rieter
zieht Gröflin, ein Hausgewächs,
mit Tempo hoch. Mindestens
alle zwei Jahre steigt der
heute 35-Jährige im Unternehmen
auf – zuletzt 2011 zum
Finanzchef. Die fünf Jahre als
Berater bei A.T. Kearneymit
Mitte zwanzig haben ein solides
Fundament gelegt. Ab 2006 ist
Gröflin über die Strategie- und
Finanzabteilung in die Rieter-Führung
geklettert. (Bild: PR)
Dania Gerhardt, 32, Co-Gründerin und Head Operations, Amazee Labs, Zürich: Nach dem Wirtschaftsstudium
und fünf Jahren als KPMG-Wirtschaftsprüferin machte
sich die
Baslerin 2007 selbständig.
Gerhardt ist beim Online-Dienstleister
Amazee Labs für Projekt-
Management, Akquisition und
Administration zuständig. 
Die hervorragend vernetzte
Gründerin spricht von
einem Baby-Trio: «Ich habe zwei
Kinder und eine Firma. Alle drei
sind mir extremwichtig.» (Bild: PR)
Jeff George, 38, Division Head Sandoz, Basel: Die Aufgabe schien zu gross: Chef der Novartis-Generikatochter
Sandoz – mit 35 Jahren! Viele trauten George den Job nicht zu,
doch Novartis-Präsident Vasella ging
das Risiko ein. Nach nur knapp zwei
Jahren in der Sparte Impfstoffe
und Diagnostik beförderte er
den Amerikaner auf den
Sandoz-Chefsessel. Sein Rüstzeug: Ökonomiestudium
in Harvard, Beratung bei
McKinsey, Senior Director Strategie
der Bekleidungsmarke Gap. (Bild: PR)
Andras Fichtner, 33, Assistenzprofessor für Seismologie an der ETH Zürich: Fichtner gilt als einer
der führenden Wissenschaftler
auf dem Gebiet der theoretischen
und computergestützten
Erdbebenkunde. Die Dissertation des gebürtigen Deutschen
hat Eingang in Forschung
und Lehre massgebender Universitäten
gefunden und ist von
grosser Bedeutung, um das
Innere der Erde besser zu rekonstruieren. (Bild: PR)
Regula Fecker, 34, Mitinhaberin, Leiterin Strategie, Rod, Zürich: In die Werbung eingestiegen ist sie als 20-Jährige im Jahr 1998. Dazugelernt
hat sie am SAWI und an der Miami Ad School. Sie arbeitete für renommierte Agenturen wie TBWA in New
York und Berlin und Jung vonMatt - 2007 gründete sie zusammen mit zwei
Kompagnons die Agentur Rod. Bereits
ein Jahr später wurde Rod zur «Newcomer-
Agentur des Jahres» erkoren und Regula
Fecker selbst 2010 zur «Werberin des
Jahres». (Bild: Keystone)
Karolina Dankow, 33, Co-Inhaberin Karma International, Zürich: Die Galeristinnen Karolina Dankow und Marina Leuenberger (32) vertreten Shooting Stars der Schweizer Kunstszene wie Tobias Madison oder Pamela Rosenkranz. Mit ihrer Galerie Karma International erlangten sie in wenigen Jahren internationale Strahlkraft. Die beiden studierten an der Uni Zürich Kunstgeschichte und promovierten gemeinsam. 2006 gründeten sie ihr Unternehmen. (Bild: Lukas Wassmann)
Thomas Binggeli, 38, CEO und Teilhaber BMC Group, Grenchen: Schon als Jungspund mischte er die hiesige Veloszene auf. Mit 17 baute der Berner den elterlichen Bauernhof zum Verkaufsgelände für Mountainbikes um, Teststrecke inklusive. Mit seinem Veloshop fand er grosse Beachtung und heimste 2006 einen Swiss Economic Award ein. 2008 lancierte er die Stromer-Elektrobikes. Seit Ende 2011 amtet Binggeli als CEO der Fahrradgruppe BMC um den Unternehmer Andy Rihs. (Bild: PR)
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Daniel Bandle, 39, COO Axa Winterthur, Winterthur: Bandle ist Dreh- und Angelpunkt beim Versicherungskonzern. Der Doktor der Rechtswissenschaften startete seine Karriere mit 24 Jahren als Assistent und Project Controller bei der «Winterthur». Nach einigen Jahren in Barcelona bei Webinsurance- Partners kehrte er in die Schweiz zurück, zunächst als Leiter der Luftfahrtversicherungen. (Bild: PR) RMS
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