Abo
Berner KB erzielt 144 Prozent

Kantonalbanken schlagen den SPI klar

13 Schweizer Kantonalbanken sind ­börsenkotiert. Bis auf eine haben alle den Gesamtmarkt hinter sich gelassen – zum Teil sehr deutlich.

29b53b0e-612a-47c2-bd81-eb11bffc91f2.jpeg

In fünf Jahren lieferte ein Investment in die Berner Kantonalbank eine Rendite von knapp 144 Prozent. Der Schweizer Gesamtmarkt (SPI) kam in dieser Zeit gerade einmal auf 25.5 Prozent.
In fünf Jahren lieferte ein Investment in die Berner Kantonalbank eine Rendite von knapp 144 Prozent. Der Schweizer Gesamtmarkt (SPI) kam in dieser Zeit gerade einmal auf 25.5 Prozent.RMS

Werbung

Die Kantonalbanken fristen an der Börse ein Schattendasein. Dabei glänzen sie in Sachen Performance. «Sowohl über drei als auch über fünf Jahre konnten mit einer Ausnahme (Glarner KB) sämtliche Kantonalbanken den Schweizer Aktienmarkt zum Teil deutlich übertreffen», sagt Christian Huber, Leiter Aktienresearch beim VZ VermögensZentrum.
Der Finanzdienstleister hat die Banken exklusiv für BILANZ untersucht. Unter den 13 börsenkotierten Schweizer Kantonalbanken ragt die Berner KB heraus. Ein Investment in die Bank hätte in den vergangenen fünf Jahren inklusive der Dividende eine Rendite von 143,9 Prozent erzielt. 93,6 Prozent waren es auf Drei-Jahres-Frist.
Mit 126,3 Prozent und 62,4 Prozent liegt die Genfer KB etwas dahinter. Dreistellige Renditen über fünf Jahre lieferten die Banque Cantonale Vaudoise mit 124,2 Prozent und die Basler KB mit plus 102,9 Prozent. Der Schweizer Aktienmarkt (SPI) kommt in dieser Zeit nur auf 25,5 Prozent.

Trend setzt sich fort

Auch kurzfristig setzt sich dieser Trend fort. Dieses Jahr liegt die durchschnittliche Rendite der Kantonalbanken mit 25,4 Prozent deutlich über den 6,8 Prozent des SPI. Die Graubündner Kantonalbank führt die Liste mit einer Rendite von 46,6 Prozent an.
VZ-Experte Huber erklärt seine Ergebnisse so: «Das günstige Umfeld mit steigenden verwalteten Vermögen und höheren Margen im Zinsgeschäft hat sich positiv auf die Gewinnentwicklung ausgewirkt.» Die Erträge der Banken aus dem Kerngeschäft hänge nicht primär von den Leitzinsen ab, sondern vielmehr von der Differenz zwischen Spar- und Kreditzinsen. Obwohl das Zinsniveau in der Schweiz sehr tief ist, blieben die Erträge aus dem Zinsgeschäft hoch. «Die befürchtete Erosion der Zinsmarge ist bislang ausgeblieben», so Huber. Die Kantonalbanken fokussieren sich verstärkt auf die Vermögensverwaltung – ein Geschäft, das deutlich weniger von den Zinsen abhängig ist. Je nach Bank kann dieses Standbein laut Huber bis zur Hälfte zum Nettoerfolg beitragen.

Partner-Inhalte

Das operative Geschäft dürfte weiter gut laufen: «Sollte die Inflation weiter anziehen, könnte dies den Kantonalbanken zusätzlichen Rückenwind verleihen.» Ob die Aktien dem wiederum folgen werden, wird sich zeigen.

Über die Autoren

Relevante Themen

Werbung