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Ranking

Schweiz: Die beliebtesten Wirtschaftsbücher 2014

Die zehn meistverkauften Wirtschaftsbücher in der Schweiz befassen sich mit Strategie, Wirtschaftsgeschichte und Kapitalismuskritik. Auffällig ist: Die Schweizer stehen auf helvetische Autoren.

Mathias Ohanian,

Lukas Rohner

Orell Füssli Thalia listet für handelszeitung.ch die meistverkauften Wirtschaftsbücher 2014.
Rang 10: «Schnelles Denken, langsames Denken» von Daniel Kahneman
Intuitive Entscheidungen können oft falsch sein. Der Nobelpreisträger zeigt häufige Denkehler auf und gibt Tipps, wie Entscheidungen besser getroffen werden.
ISBN: 978-3570552155, Umfang: 624 Seiten, Verlag: C. Bertelsmann, Preis: 27.90 Franken
Rang 9: «Der Crash ist die Lösung» von Matthias Weik und Marc Friedrich
Die Finanzstrategen liefern einen finanziellen Survival Guide mit Tipps, wie man einen Wirtschaftscrash angeblich am besten übersteht.
ISBN: 978-3847905547, Umfang: 381 Seiten, Verlag: Eichborn AG, Preis: 29.90 Franken
Rang 8: «Die Akademisierungsfalle» von Rudolf Strahm
Der bekannte Ökonom und Bildungspolitiker Rudolf H. Strahm beschreibt in seinem Buch die Probleme, die aus einer arbeitsmarktfernen akademischen Ausbildung entstehen.
ISBN: 978-3035500172, Umfang: 240 Seiten, Verlag: Dummy Verlag, Preis: 37.90 Franken
Rang 7: «Vom Großen Krieg zur permanenten Krise» von Marc Chesney
Das Bankensystem ist intransparent und komplex. Dieser Umstand führt zu verhängnisvollen Abhängigkeiten und einer neuen Finanzaristokratie. Marc Chesney schlägt Gegenmassnahmen vor, welche diese Entwicklung stoppen und das Finanzsystem sicherer machen können.
ISBN: 978-3039091713, Umfang: 100 Seiten, Verlag: Versus Verlag, Preis: 19.90 Franken
Rang 6: «Ich bin mein eigener Coach» von Urs Bärtschi
Erfolgreiches Zeitmanagement ist der Schlüsselfaktor beim erreichen von Zielen. Mit diesem Buch baut der Leser auf seine individuellen Stärken und Möglichkeiten auf und schöpft sein Potential aus.
ISBN: 978-3658058579, Umfang: 124 Seiten, Verlag: Gabler Verlag, Preis: 28.90 Franken
Rang 5: «Fragen an das Leben» von Rolf Dobelli
Aus einem breitgefächerten Themenbereich wirft der Schweizer Rolf Dobelli Fragen auf und regt zur Selbstreflexion an.
ISBN: 978-3257069013, Umfang: 208 Seiten, Verlag: Diogenes Verlag AG, Preis: 27.90 Franken
Rang 4: «Simplicity» von Benedikt Weibel
Anhand vieler amüsanter und aufschlussreichen Geschichten zeigt der ehemalige SBB-Chef auf, wie man mit korrekter Vereinfachung Probleme rasch bewältigen kann.
ISBN: 978-3038239154, Umfang: 160 Seiten, Verlag: NZZ Libro, Preis: 39.90 Franken
Rang 3: «Die Kunst des klugen Handelns» von Rolf Dobelli
Der intelligente Umgang mit Geld will gelernt sein. Jeder soll aus Fehlern anderer lernen und so richtige Entscheidungen treffen.
ISBN: 978-3446432055, Umfang: 248 Seiten, Verlag: DTV Deutscher Taschenbuch Verlag, Preis: 24.90 Franken
Rang 2: «Die Kunst des klaren Denkens» von Rolf Dobelli
Denkfehler wie Selbstüberschätzung und Gruppendenken führen zu schlechten Entscheidungen. Wer sich dieser Fallstricke bewusst ist, kann die Chancen und Risiken seiner Entschlüsse besser abwägen.
ISBN: 978-3446426825, Umfang: 246 Seiten, Verlag: DTV Deutscher Taschenbuch Verlag, Preis: 24.90 Franken
Rang 1: «Das Kapital im 21. Jahrhundert» von Thomas Piketty
Mit seinem Buch warf der französische Volkswirtschafts-Professor Piketty zu Beginn des Jahres hohe Wellen. Im Buch beschreibt er, wie sich Kapital im Laufe der Geschichte akkumuliert und Ungleichheit schafft.
ISBN: 978-3406671319, Umfang: 816 Seiten, Verlag: C.H. Beck  / beck-online, Preis: 35.90 Franken
Alle Bilder: Copyright Amazon.com, Keystone
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Das Jahr neigt sich seinem Ende entgegen. Und nun, kurz vor Weihnachten, laufen die Schweizer wieder in die Buchläden. Doch welche Lektüre schenken? Sollten Sie an ein Wirtschaftsbuch denken, schielen Sie doch auf den Geschmack ihrer Mitmenschen. Das Ranking der meistverkauften Werke bietet eine gute Orientierungshilfe.

Orell Füssli Thalia hat für handelszeitung.ch die Liste der zehn grössten Verkaufsschlager in diesem Jahr im Bereich Wirtschaftsliteratur zusammengestellt. Das Ranking hat Aussagekraft und trifft den Geschmack der Schweizerinnen und Schweizer ziemlich gut. Denn nach dem Zusammenschluss der beiden grössten Wettbewerber am Markt ist Orell Füssli Thalia hierzulande mit 36 Filialen und einem Umsatz von 230 Millionen Franken inzwischen unangefochten die Nummer eins der Branche.

Ein Schweizer Autor gleich dreimal in den Top Ten

Die Rangliste der zehn beliebtesten Wirtschaftsbücher vereint die Verkaufszahlen der Buchläden der gesamten Unternehmensgruppe in der Schweiz sowie den Online-Plattformen Thalia.ch, Buch.ch und Books.ch.

Auffällig ist: Die Schweizer stehen auf helvetische Autoren – und es sind alles Männer, keine einzige Frau ist vertreten. Immerhin fünf der zehn Top-Ten-Autoren kommen aus der Schweiz. Einer von ihnen ist mit seinen Ratgebern sogar gleich dreimal vertreten: Rolf Dobelli. Ungeachtet der Plagiatsvorwürfe gegen den Luzerner hat sich «Die Kunst des klaren Denkens» in diesem Jahr einmal mehr mit am besten verkauft – obwohl die Zusammenstellung der Kolumnen Dobellis bereits 2011 als Buch veröffentlicht wurde.

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Zürcher Finanzprofessor gehört zu den Bestsellern

Doch die Schweizer zeigen sich freilich auch offen für Neues. Beeindruckend ist, dass es der Zürcher Finanzprofessor Mark Chesney mit seinem erst im Sommer erschienenen Buch «Vom Grossen Krieg zur permanenten Krise» innert wenigen Monaten in die Bestsellerliste für das ganze Jahr geschafft hat.

Im Buch zieht Chesney Parallelen zwischen heute und der Zeit kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914. «Wir haben eine Weltkrise, die entgegen der Beteuerungen der Politik nicht vorbei ist», sagte der Finanzprofessor im Interview mit handelszeitung.ch im Sommer. Weltweit seien Millionen mehr Menschen arbeitslos als kurz vor der Finanzkrise. «Ein grosser Teil der Bevölkerung leidet unter einem Krieg anderer Art – einem Finanzkrieg.»

Systemkritische Titel haben Saison

Dabei ist Chesneys Buch keineswegs das einzige in den Top Ten, das dem heutigen Wirtschaftssystem kritisch gegenüber tritt. Eines der meistverkauften Bücher im Ranking wirbt ganz offen mit dem reisserischen Titel «Der Crash ist die Lösung». Untertitel: Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie ihr Vermögen retten.

Ausgefeilter kommt da der diesjährige Verkaufsschlager daher. Wenig überraschend ist es «Das Kapital im 21. Jahrhundert» des Popökonomen Thomas Piketty. Vor allem in der ersten Jahreshälfte sorgte der Wirtschaftsprofessor für Schlagzeilen rund um den Globus.

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Innert Wochen an die Jahresspitze

Kernthese des Franzosen: Der Kapitalismus bringt automatisch «beliebige und unhaltbare Ungleichheiten» hervor, welche die «leistungsorientierten Werte auf denen unsere demokratischen Gesellschaften basieren, aushöhlen», so Piketty im April im Gespräch mit handelszeitung.ch. Die nun so gut verkaufte deutschsprachige Version gibt es erst seit Ende Oktober – und steht doch auf Platz eins in diesem Jahr.

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