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Schlaffe Sexaktien

Börsenkrise erfasst auch das Geschäft mit der Lust.

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Der Sexappeal von Aktien aus der Branche mit dem schlüpfrigen Ruf hat stark nachgelassen. Zumindest seit es mit den Kursen der «sexy shares» nur mehr abwärts geht. Und dabei waren die Versprechungen der beiden deutschen Unternehmen Condomi und Beate Uhse beim Börsengang 1999 so verführerisch.
Allein seit Jahresbeginn büssten jedoch die Condomi-Aktien 55 Prozent ein. Was nicht weiter verwundert. Der Kölner Kondomhersteller kämpft an mehreren Fronten. Zum einen stapeln sich in den Lagern Millionen unverkaufter Gummitütchen. Die Auftragslage konnte mit dem stetigen Ausbau der Kapazitäten nicht Schritt halten. Auf der anderen Seite versäumte man es, neue Vertriebswege zu suchen. So kommt es, dass sogar die jüngste Ankündigung des Unternehmens, in den lukrativen amerikanischen Markt einsteigen zu wollen, den Kurs nicht beflügelte.
Auch bei Beate Uhse zeigt der Kurs-Chart seit dem Börsengang steil nach unten. Wirft man einen Blick auf die flauen Handelsumsätze des Papiers, so scheint es, als interessierten sich nur noch die Sammler dafür. Und dies obwohl die Zahlen dieses Jahr vielversprechender klingen als im vergangenen. 2001 erzielte Europas grösster Versandhandel für Erotikartikel trotz höheren Umsätzen einen niedrigeren Gewinn.

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Doch nicht nur den Kleinaktionären ist das Lachen vergangen, sondern auch Hugh Hefner, dem Gründer und Mehrheitsaktionär von «Playboy». Seit Anfang Jahr erschlaffte der Titel um 42 Prozent. Der Grund: Das Unternehmen verzettelte sich im Bereich New Media. Die Internetsparte des «Playboy» schlug 2001 mit einem Verlust von 20 Millionen Dollar zu Buche.
Es bedarf also viel Viagras, um den Titeln wieder auf die Sprünge zu helfen.

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