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Wie ein Fondsmanager 19 Prozent Rendite erzielt

Reto Huenerwadel steuert bei der Hypothekarbank Lenzburg erfolgreich einen Fonds. Sein Erfolgsrezept: Hartnäckigkeit und smarte Strategien.

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Reto Huenerwadel lässt mit seinem Fonds die Konkurrenz hinter sich. Mario Wagner / 2Agenten für BILANZ

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Das Geschäft mit Obligationen in der Schweiz ist ein hartes Brot. Jeden Tag versucht Hypothekarbank-Lenzburg-Experte Reto Huenerwadel, den einen oder anderen Basispunkt Rendite aus Unternehmensanleihen herauszuschlagen. Rege wird gehandelt, die Kontakte zu den Brokern werden intensiv genutzt. Bei jeder zweiten Emission ist man dabei – nicht selten werden die Schuldscheine nur wenige Tage später wieder abgestossen. «Mühsam nährt sich das Eichhörnchen. Es ist keine Raketenphysik, man muss nur dranbleiben», sagt Huenerwadel.
Doch der 59-Jährige stapelt tief. Sein mit 160 Millionen Franken gefüllter und gemeinsam mit Holger Seger gemanagter Frankenobligationenfonds des HBL Asset Management lässt die Konkurrenz und die Benchmark in der Performance weit zurück. Konstant werden Überrenditen von 1,5 bis 2 Prozentpunkten erreicht. Von Anfang 2023 bis Ende 2025 holte der Fonds im Umfeld fallender Zinsen für seine Eigner eine Rendite von rund 19 Prozent ein. Zum zweiten Mal in Folge verhalf diese Leistung dem Produkt zu einem Lipper Fund Award. Im Dreijahresvergleich lag es unter 51 Frankenobligationenfonds an vorderster Stelle. Huenerwadel ist bei der Hypi Lenzburg nicht nur Fondsmanager, sondern leitet als GL-Mitglied das gesamte HBL Asset Management. Vor zehn Jahren hatte er es aufgebaut. Da die Marge der Bank mit den Zinsen nach unten wanderte, suchte man nach zinsindifferenten Geschäften. «Es lag auf der Hand, das Anlagethema zu forcieren», so Huenerwadel. Dies mit Erfolg. Wurden vor zehn Jahren noch 85 Millionen verwaltet, sind es heute 1,6 Milliarden Franken.

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Huenerwadel hat sich vom Ökonomen zum Geldmanager gewandelt. Im Studium der Volkswirtschaftslehre war er fasziniert davon, wie Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen. Beim Basler Bankverein verfeinerte er sein Wissen über die Mechanismen den Preisfindung. Strategien wurden entwickelt – Zusatzrenditen ohne grosse Zusatzrisiken zu erreichen, war das Ziel. Das Know-how zu Schweizer Zinsen half dabei. Bei der UBS hat Huenerwadel auch seine Gspänli getroffen. «Was wir dort gelernt haben, versuchen wir heute, hier umzusetzen.»

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