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Mehr Überdruss als Überschuss

Die Rentenanstalt praktiziert bei aufgeschobenen Renten eine nicht nachvollziehbare Überschusspolitik. Das zeigt auch ein Vergleich mit ihren Konkurrenten.

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Zu seiner Pensionierung am 1. Juni 2000 erhielt Robert Schmid aus R. gute Nachrichten von der Rentenanstalt: Sie teilte ihm mit, dass die Überschüsse auf seiner Leibrente um 18 Prozent höher ausfielen als bei Vertragsabschluss vorausgesagt. 1979 hatten Schmid und seine Frau eine aufgeschobene Leibrente abgeschlossen und seither mit Jahresprämien finanziert.
Zwei Jahre später abgeschlossen, hätte ihnen dieselbe Police weniger Glück gebracht. Anstelle eines Zuschusses stünde ihnen nämlich eine Kürzung ins Haus. Wer sich Anfang 1981 beim Branchenleader für eine aufgeschobene Leibrente mit periodischen Prämien entschied und die Rente 20 Jahre später antrat, musste eine Kürzung der Überschussrente um 7,3 Prozent in Kauf nehmen.
Diese Diskrepanz ist aus zwei Gründen unverständlich. Erstens fallen Kosten und Anlageergebnis der Gesellschaft in einen nahezu identischen Zeitraum. Deshalb gibt es keinen plausiblen Grund für die ungleiche Behandlung. Zweitens liegt die Rentenanstalt durch die Schlechterstellung teilweise massiv hinter der Konkurrenz zurück. Ein BILANZ-Test zeigt, dass die meisten grossen Anbieter in derselben Zeitspanne sogar zulegten, die «Genfer» um nicht weniger als 20 Prozent. Weshalb der Branchenleader da nicht mithalten konnte oder wollte, ist nicht nachvollziehbar.

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Mit dem Top-Testergebnis wartet die «Basler» auf. Diese Gesellschaft offerierte bereits vor 20 Jahren den höchsten Bonus. Inzwischen hat sie diesen noch um acht Prozent erhöht und kann damit ihren damaligen Spitzenrang spielend behaupten. Schon vor eineinhalb Jahren gab sich die «Basler» zusammen mit Pax und «Winterthur» in einem BILANZ-Test keine Blösse. Damals wurden aufgeschobene Leibrenten getestet, die im Hochzinsjahr 1991 abgeschlossen und mit einer Einmalprämie finanziert worden waren. Alle drei Gesellschaften hielten sich an ihre Vorgaben.
Die Elvia ist die Angaben zu den Überschussprognosen schuldig geblieben – mit der Begründung, das Aufsichtsamt habe damals diese Kundeninformation gar nicht zugelassen. Das ist so nicht ganz richtig, wie die lückenlosen Angaben der anderen Teilnehmer belegen. Die Elvia mag sogar froh sein, dass die Zahlen von 1980 heute intern unauffindbar sind. Im vorliegenden Test vermag sie mit einer Gesamtrente von 11 756 Franken zwar mit der Konkurrenz mitzuhalten. Hätte sich die Umfrage aber auch auf aufgeschobene Renten erstreckt, die mit einer Einmaleinlage finanziert wurden, so wäre das Ergebnis für sie mit Sicherheit eher ärgerlich. Bei dieser Variante liegt die Gesellschaft nämlich um rund 40 Prozent hinter den Überschüssen zurück, welche die fünf Konkurrenten heute im Durchschnitt ihren Rentnern bieten.

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Übrigens: Trotz mehrheitlich besseren Konditionen als vor zwei Jahrzehnten vorausgesagt war eine aufgeschobene Rente in den letzten zwei Jahrzehnten bei allen Gesellschaften ein vergleichsweise schlechtes Geschäft, was am Beispiel der Konditionen der «Winterthur» aufgezeigt sei. Die 5000 Franken, während 20 Jahren regelmässig zu Jahresbeginn einbezahlt, rentierten dort gerade mal mit 2,41 Prozent (entspricht einem Deckungskapital von 129 662 Franken per 31. Dezember 2000). In dieser Zeit waren zum Beispiel mit Schweizer Bluechips im Durchschnitt jährlich 15,88 Prozent Rendite (Pictet-Index) zu holen. Statt gut 129 000 hätte dieses Investment 659 015 Franken eingebracht, was eine fünfmal höhere Rente ergäbe. So einfach wäre das.

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