Die KI-Euphorie erhielt über das Wochenende markante Dämpfer. Erst wurde bekannt, dass der Börsengang des ChatGPT-Entwicklers OpenAI nach Angaben von Firmenchef Sam Altman in diesem Jahr nicht mehr über die Bühne gehen wird. Er verwies auf die aktuelle Debatte um die Gefahren hoch entwickelter KI.
In die gleiche Richtung gingen die Aussagen von Dario Amodei, Chef des KI-Unternehmens Anthropic. Er äusserte sich besorgt, dass in sechs bis zwölf Monaten ein KI-Schwarm in der Lage sein könnte, das gesamte Internet zu übernehmen und potenziell Hunderte Milliarden Dollar Schaden zu verursachen. Er plädiert dafür, die Entwicklung der Technologie zu verlangsamen.
Die Folgen an der Börse sind am Montag unübersehbar. Der japanische Technologie-Grossinvestor SoftBank hat zu Wochenbeginn den stärksten Kursrückgang seit fast drei Monaten erlitten. Die Aktie verlor am Montag in Tokio mehr als 13 Prozent. SoftBank gehört zu den grössten Geldgebern von OpenAI.
«Es besteht die Sorge, dass der Wert von OpenAI möglicherweise nicht so hoch ist wie zuvor erwartet», sagte Yugo Tsuboi, Chefstratege bei Daiwa Securities, bei Bloomberg. «Der Markt ist in Alarmbereitschaft, weil wir noch nicht wissen, wie stark sich das Tempo der KI-Entwicklung verlangsamen wird.»
Partner-Inhalte
Werbung
Die KI-Verunsicherung ist am Montag auch an der Schweizer Börse zu spüren. Im Swiss Market Index fallen die Aktien von ABB in einem positiven Gesamtmarkt um 3 Prozent auf 76,40. Die Aktie profitierte im KI-Boom von der Nachfrage nach ABB‑Produkten für die Energieversorgung, Kühlung und Automatisierung von Rechenzentren.
Am breiten Schweizer Markt trifft es vor allem die Halbleiter-Aktien: AMS Osram fallen 6 Prozent, Comet 5 Prozent sowie VAT und Inficon je 4 Prozent.
Accelleron und Huber+Suhner geben je 2 Prozent nach. Die beiden Firmen profitierten in der Vergangenheit ebenfalls vom Boom bei Rechenzentren.