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Mit massiven Schrumpfungs- und Kosteneinsparungsprozessen versuchen derzeit viele Banken auf dem alten Kontinent das Ruder herumzureissen. Ein Beleg dafür ist die neueste Meldung von Europas grösstem Geldinstitut HSBC (ISIN GB0005405286). Die Briten gehen beim Stellenabbau besonders radikal vor. Bis zu 50’000 Jobs,
nahezu jeder fünfte Arbeitsplatz, sollen wegfallen. Analysten halten dies aber nicht für das Erfolgsrezept schlechthin. «Der Kahlschlag ist nicht unbedingt die Lösung, vielmehr muss die Bank in ihrer Struktur weniger komplex werden», kommentiert James Antos vom japanischen Wertpapierhändler Mizuho Securities. Immerhin fiel der Gewinn bei HSBC zwischen 2011 und 2014 Jahr für Jahr.
Das ist das Hauptproblem vieler Banken – sie verdienen zu wenig Geld. Während die CS-Bilanz im ersten Quartal erste Lichtblicke sendete – das Konzernergebnis kletterte um 22 Prozent –, halbierte sich der Überschuss bei Deutsche Bank. Doch lässt die Bilanzstruktur bei der CS noch Wünsche offen. Nach einer Milliardenbusse wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung in den USA ist die Bank bei der Kernkapitalquote in die Gruppe der schwächsten europäischen Institute abgerutscht. Am Markt wird daher spekuliert, dass es eine Kapitalerhöhung geben könnte. Wenn die Credit Suisse ihre Kernkapitalquote auf das Niveau der UBS hieven möchte, bräuchte sie rund sechs Milliarden Franken an frischem Geld, wie Kepler Cheuvreux-Analyst Dirk Becker vorrechnet.