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Ein Konferenz-Château in Frankreich

Vivendi: Notverkauf für zehn Millionen Euro

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Keine Kosten hatte
Jean-Marie Messier
, der ehemalige CEO von Vivendi Universal, gescheut, um Schloss Méry-sur-Oise wieder auf Vordermann zu bringen. Das traditionsreiche, 600 Jahre alte Gemäuer – eine halbe Stunde nordwestlich von Paris gelegen – sollte dem französischen Kommunikationskonzern als Konfe- renzcenter dienen. Zur Finanzierung wurden diverse andere Liegenschaften aus dem Firmenbesitz abgestossen, darunter zahlreiche Palazzi in Venedig. Inzwischen wurde Messier geschasst. Seinem Nachfolger
Jean-René Fourtou
hinterliess er einen riesigen Schuldenberg, den dieser schnellstmöglich abbauen muss. Deshalb steht auch besagtes Schloss zum Verkauf. Angesichts der Schulden von 18,6 Milliarden Euro per Ende September 2002 ist der Verkaufspreis von zehn Millionen Euro aber nicht mehr als ein Tropfen auf den heissen Stein. Ein Käufer wurde noch nicht gesichtet – trotz des Gartens, zwei Seen und 26 Hektaren Land, die im Verkaufspreis inbegriffen sind. Vielleicht, weil in dem Gebäude die Schlafzimmer und die Badezimmer vergessen wurden? Nicht nur Vivendi ist angehalten, sein Tafelsilber zu verhökern. Auch in Liquiditätsnot geratene Pensionskassen und Versicherungen müssen an den Verkauf von Liegenschaftenbesitz denken. So wird 2003 das eine oder andere Schnäppchen auf den Markt kommen. Vielleicht auch unter zehn Millionen Euro.

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