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Durch Outsourcing wird Komplexität am häufigsten ausgehebelt. Das Paradeunternehmen Flextronics profitiert davon.
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Von der EMS-Industrie werden im Wesentlichen die folgenden Serviceleistungen angeboten:
Da sich die OEMs immer mehr auf die EMS-Anbieter und deren End-to-End-Lösungen stützen, vergrössert die EMS-Industrie laufend ihr Serviceangebot. Das Outsourcingmodell trägt dazu bei, Zeit und Geld zu sparen, indem es den OEMs ermöglicht, ihre Ausgaben drastisch zu senken und die Versorgungskette ihrer Produkte deutlich zu verbessern.
Komplexität
Das strategische Outsourcing von Elektronikprodukten ist in der Tat ein sehr komplexer Prozess, bei dem die Serviceleistungen über den gesamten Produktzyklus hinweg, das heisst vom ersten Entwurf des Produkts bis hin zur Montage des Systems unter Einbezug der Beschaffungs- und Distributionslogistik, eingekauft werden müssen. In vielerlei Hinsicht ist der Begriff «Komplexität» analog zum Begriff «Vielfalt» zu verwenden.
Wie die Komplexität eines Outsourcingprojekts mit der Vielfalt der beanspruchten Services zunimmt, so entstehen dabei im Gegenzug Kosteneinsparungen und Beschaffungszeitreduktionen für den Auftraggeber.
Dadurch, dass die EMS-Anbieter immer umfassendere Services rund ums Outsourcing anbieten, haben die OEMs die Möglichkeit, alle benötigten Dienstleistungen für ihr Produkt bei einem einzigen EMS-Provider zu beziehen, was für den OEM die Komplexität reduziert und die Überwachung der anfallenden Kosten vereinfacht.
Flextronics als Musterbeispiel
Die von Flextronics angebotene Vielfalt in Sachen Design- und Fertigungslösungen ermöglicht es dem Unternehmen, Projekte von der Konzept- und Entwurfsphase bis hin zur kompletten Systemmontage und Beschaffungs- und Distributionslogistik zu begleiten. Seit jeher offerierte die Industrie bereits eine grosse Auswahl an Fertigungsangeboten und anderen Serviceleistungen im Zusammenhang mit Outsourcing, so beispielsweise Designunterstützung für eine optimale Fertigung. Jetzt wird dieses Modell noch etwas erweitert und enthält die Möglichkeit, den OEMs eine Vielfalt von Serviceleistungen anzubieten, zu denen auch weiterentwickelte Designexpertisen und die Fähigkeit gehören, sämtliche Produktionsphasen intern abzuwickeln. Dies im Gegensatz zum einfacheren Ansatz, lediglich das Layout der Subsysteme zu verbessern und/oder die relativ einfache Aufgabe zu lösen, besser geeignete oder kostengünstigere Geräte anzubieten.
Wenn wir uns einmal die Komplexität eines Outsourcingmodells näher anschauen, beginnt das Leben eines Produkts mit dem industriellen Entwurf, bei dem die Konstrukteure in Zusammenarbeit mit dem OEM die ästhetischen Spezifikationen des Produktes entwickeln. Nachdem das Produkt konstruiert worden ist, durchläuft es eine Phase, die unter dem Begriff «Industrialisierung» bekannt ist, während der spezielle Projektteams ihre technische und fertigungsorientierte Erfahrung einbringen. Diese auf Mehrwert ausgerichteten technischen Serviceleistungen erfolgen in den weltweit zu diesem Zweck eingerichteten Zentren für die Einführung neuer Produkte (Product-Introduction-Centers, PIC), die den OEMs Serviceleistungen für die Projektplanung, Prozessoptimierung und Prototypenentwicklung anbieten, die dazu beitragen, die Kosten zu senken und die Zeit bis zur Markteinführung (Time-to-Market) zu verkürzen. Darüber hinaus wird eine Vielzahl von Technologien wie beispielsweise bleifreies Löten, Flip-Chip, Chip-Scale und Wafer-Level-Package offeriert. Diese Technologien werden – unterstützt durch eine professionelle Komponentenevaluation – in den Flextronics-Industrieparks umgesetzt, um einen erfolgreichen Start der Volumenproduktion zu gewährleisten.
Diese Industrieparks beschaffen lokal Rohmaterialien und Elektronikkomponenten, die für die Produktfertigung erforderlich sind. Durch die Errichtung dieser Parks in Niedriglohnländern wie etwa Ungarn, Tschechien, Polen, Brasilien, Mexiko und China hat Flextronics die Möglichkeit, gleichzeitig die Produktionskosten sowie die Komplexität der Beschaffungsprozesse für die OEMs zu senken, indem die komplette Fertigung an einem einzigen Standort abgewickelt wird und somit die logistischen Probleme minimiert werden.
Ein solcher Industriepark versteht sich als lokale Produktionsstätte für den Kunden, wo innert zwei bis drei Tagen Rohmaterialien, Bauelemente und Baugruppen zu Fertigprodukten umgewandelt und weltweit vertrieben werden. Darüber hinaus werden auf dem Gelände dieser Parks strategische Lieferanten integriert, welche die Versorgung mit Rohmaterialien und Komponenten sicherstellen.
Diese vertikale Integration der Lieferanten äussert sich in den folgenden Vorteilen für die multinationalen OEMs, die ihre Elektronikprodukte extern beschaffen wollen:
In Industrieparks werden unter anderem Mobiltelefone, Routers, Internet-Switches, Server, Handhelds, Konsolen für Videospiele sowie Inkjet-Drucker gefertigt.
Der Entscheid des schwedischen Telekommunikationsriesen Ericsson, die Komplexität seines Mobiltelefongeschäfts zu verringern, bedeutete für das Unternehmen, sich vollständig auf das Outsourcingmodell einzulassen und sämtliche Fabriken und Fertigungsstätten komplett an Flextronics zu übergeben. Nach Meinung von Analysten und Führungskräften aus der Branche werden in unmittelbarer Zukunft auch andere OEMs von Mobiltelefonen auf Flextronics und andere wichtige EMS-Anbieter zurückgreifen, um die Komplexität ihres Geschäftes zu reduzieren, da ihnen bewusst geworden ist, dass das Outsourcing einem Unternehmen ermöglicht, sich einerseits rasch an die geänderten Marktbedingungen anzupassen und andererseits die Höhe des in die Produktion investierten Kapitals zu senken, wodurch auch das insgesamt investierte Kapital deutlich reduziert wird.
2001 – ein Jahr der Ungewissheit
Die Ungewissheit in Sachen Technologie im Jahr 2001, die von dem wirtschaftlichen Abschwung herrührt, führt dazu, dass das Konzept der OEMs, über ihre eigenen Fertigungsressourcen zu verfügen, nicht mehr aufgeht. Die Reduktion der Komplexität hat sich zu einem zentralen Thema entwickelt und ist die Antriebsfeder für multinationale OEMs, nach Möglichkeiten suchen, die Kosten zu senken, eine Umstrukturierung durchzuführen und innova-tive Lösungen, die auf Qualitätsverbesserung zielen, für die Entwicklung und Fertigung ihrer Produkte zu finden.
Die Konzentration auf das Outsourcingmodell bedeutet für die OEMs, dauerhafte Partnerschaften mit EMS-Providern einzugehen und die Fertigung aus ihren Kernkompetenzen zu streichen.
Was das letzte Jahr allen, die im Einfluss des Technologiemarktes stehen, gezeigt hat, ist, dass sich die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und die hohen Produktionskosten in niedrigeren Profitmargen widerspiegelt haben. Unternehmen wie beispielsweise Flextronics können die Produktionskosten drastisch senken, da sie ihren Kunden eine Vielzahl von Konstruktions-, Fertigungs- und Logistiklösungen anbieten, die es den multinationalen OEMs ermöglichen, auf dem Markt auch weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben.
Elektronischer Fertigungsservice als lebenswichtige Verbindung
Die EMS-Industrie hat sich in der Tat als lebenswichtige Verbindung in der weltweiten Versorgungskette für Elektronikprodukte herauskristallisiert. In Zukunft werden Flextronics und andere führende EMS-Anbieter wie zum Beispiel Solectron und Celestica ihre Dienstleistungen rund ums Outsourcing weiter ausbauen und damit die Komplexität der Fertigung für die OEMs weiter senken können, um interessierten Unternehmen den Einstieg in dieses lukrative Modell zu erleichtern.
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